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      Zum Jahresthema
Landwirtschaft und Spiritualitxc3xa4t

auf der Suche nach einer geistgemxc3xa4ssen Beziehung zur Erde
Nikolai Fuchs
In der heutigen materialistischen Zeit gibt es einen Hunger nach Spiritualitxc3xa4t.
Winfried Altmann in Song of Waitaha, 2006
Ohne Kulturpessimist zu sein, kann an den zahlreichen Niedergangserscheinungen, die der Materialismus
heute zeitigt, nicht vorbeigesehen werden. Das ist der Hintergrund fxc3xbcr die Brisanz der Fragestellung nach
Spiritualitxc3xa4t.
Um sich zu vergegenwxc3xa4rtigen, welche Bedeutung die heutige Spiritualitxc3xa4t hat, ist ein gewisser
historischer Rxc3xbcckblick vielleicht hilfreich.
Es ist aus vielen geschichtlichen Darstellungen abzulesen, dass die Menschen bis ins spxc3xa4te Mittelalter
noch eng mit der Natur verbunden waren. Kulte, Riten und Symbole zeugen mannigfach davon. Bis ins
15., 16. und 17. Jahrhundert hinein ist die Hexenverbrennungen vielleicht deutlichstes Zeichen dafxc3xbcr,
dass der naturwissenschaftlich-materialistische Zeitgeist die Naturverbundenheit skeptisch betrachtete
und gar ausrotten wollte. Das Bacon’sche Wissenschaftsideal trat seinen Siegeszug an (wir mxc3xbcssen der
Natur ihre Geheimnisse entreissen). Interessanterweise hat sich fxc3xbcr diese Art der Wissenschaft der Begriff
xe2x80x9eNaturwissenschaftxe2x80x9c ausgeprxc3xa4gt. Andere, als diese sogenannten naturwissenschaftlichen Zugxc3xa4nge zur
Natur sind bis heute gesellschaftlich nicht akzeptiert (nur was wissenschaftlich bewiesen ist gilt als wahr).
Gibt es andere Zugxc3xa4nge, dann gehxc3xb6ren sie in den Privatbereich, in den Bereich des Glaubens. Jedenfalls
taugen sie fxc3xbcr den gesellschaftlichen Konsens nicht. Wer heute andere Gedanken in der Wissenschaft
vertritt als die bloss materiell-abstrakten, der setzt sich dem Esoterikverdacht aus, und das ist heute in
der Wissenschaft der Signalbegriff fxc3xbcr ausserhalb des Konsens stehend. Jxc3xbcngst hat sich zum Beispiel eine
Wissenschaftlergruppe zusammengefunden und festgestellt, dass Pflanzen auch Symptome einer inneren
Kommunikation aufweisen (das xe2x80x9eGehirn in der Wurzelxe2x80x9c, was im xc3x9cbrigen auch die die Forschung Rudolf
Steiners belegt). Sie nennen ihre Forschung xe2x80x9ePflanzenneurobiologiexe2x80x9c, wohlwissend, dass es sich um eine
Metapher handelt. Prompt sahen sie sich mit dem Esoterikvorwurf konfrontiert.
Was diese Art von Bacon’scher Natur-Wissenschaft an gesellschaftlichen Folgen zeitigt (sie ist natxc3xbcrlich
auch Symptom, nicht nur Ursache), das sehen wir an den Wohlstandsgewinnen, aber eben auch an der
massiven Umweltzerstxc3xb6rung. Der mit der Um- bzw. Mitwelt verbundene Mensch leidet seelisch unter der
Zerstxc3xb6rung und ihren Folgen. In ihm drxc3xa4ngt es sich, das Missverhxc3xa4ltnis der als belebt und beseelt
empfundenen Natur und ihrer oft schxc3xa4ndlichen Behandlung aufzulxc3xb6sen und die der Natur zugefxc3xbcgten
Wunden zu heilen. Dieser Schmerz drxc3xa4ngt aus meiner Sicht zur Quelle eines Strebens nach lebendigseelisch-
geistigem In-Beziehung-Treten mit der Mitwelt im weitesten Sinne – der Spiritualisierung. Diese
Spiritualisierung trxc3xa4gt den Wunsch und das Begehren in sich, in die Mitwelt einzudringen, bzw. Teil zu
werden von einer Welt, die zunxc3xa4chst mehr erahnt als gespxc3xbcrt werden kann, um letztlich, mehr als es das
Erahnen erlaubt, doch erlebbar zu werden.
Im Sich-Einlassen auf die Natur (die in einem gewissen Sinne auch den Menschen miteinschliesst) kann
der Mensch, von sich selber ausgehend, mehrere Ebenen der Natur erfahren: Die Krxc3xa4ftewirksamkeiten,
die eine mehr zum Energetischen hinneigende Seite (z.B. Erdkraftlinien) haben und eine mehr zum
Lebendig-Bildsamen hinneigende, die als xe2x80x9exc3xa4therischxe2x80x9c bezeichnet werden kann. Die mehr zur Energie
hinneigenden Krxc3xa4fte kxc3xb6nnen wir mit Hilfe sogenannter radixc3xa4stehtischer Werkzeuge, wie Pendeln und
Ruten erfahren, nach einigem xc3x9cben auch mit unserem Kxc3xb6rper (Arm- bzw. Handbewegungen etc.). Von
den im Lebendigen wirksamen Krxc3xa4ften kann unsere eigene Bildekrxc3xa4fteleiblichkeit kxc3xbcnden. Lassen wir die
eigene Bildekrxc3xa4fteleiblichkeit auf die kxc3xb6rperlich aufgenommene Sinneswahrnehmung resonieren,
entstehen xe2x80x9eEindrxc3xbcckexe2x80x9c in unserer Bildekrxc3xa4fteleiblichkeit, die wir mit unserem Bewusstsein beobachten,
ablesen kxc3xb6nnen. Ob zum Beispiel ein Ort gestxc3xb6rt oder xe2x80x9ealles im Flussxe2x80x9c ist, kxc3xb6nnen wir auf dieser Ebene
wahrnehmen und uns bewusst machen.
Anders ist es dagegen, wenn uns ein Ort in seiner Physiognomie entgegentritt xe2x80″ in seiner
(landschaftlichen) Gestaltetheit, aber auch seinen Klxc3xa4ngen wie z.B. dem Vogelgesang. Diese Ausdrxc3xbccke
nehme ich zwar sinnlich wahr, auch von ihrer Krxc3xa4ftekonfiguration, aber auch seelisch. Meine Seele
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resoniert. Was sie wahrnimmt, formt sich in meinem Bewusstsein in Begriffe um, wie xe2x80x9eWohlfxc3xbchlenxe2x80x9c,
xe2x80x9eSchxc3xb6nxe2x80x9c usw. Die Stimmung eines Ortes teilt sich mir auf dieser Ebene mit. Das Klingen eines Bxc3xa4chleins
kann mich aber auch noch tiefer ansprechen. Ich kann dabei xe2x80″ meist sehr punktuell oder blitzartig –
etwas Wesenhaftes erleben. Das Wesenhaft-Elementare berxc3xbchrt mich seelisch fxc3xbcr einen Moment und
resoniert mit einer mir meist unbewussten tieferen Seelenschicht. Ich kann erahnen, dass hier eine Ebene
der Kommunikation mxc3xb6glich wxc3xbcrde, sofern ich mich wirklich einlasse. Diese Kommunikation verweist aber
auf eine Wesensebene xe2x80″ die Ebene der Elementarwesen.
Noch anders ist es mit dem Erfassen der Geistgestalt eines Ortes. Das, was man gemeinhin als xe2x80x9egenius
locixe2x80x9c bezeichnet, erfasse ich mit meinem Geiste. Im genius loci fxc3xbchren sich die verschiedenen Ebenen des
Wahrgenommenen zu einer xc3xbcbergeordneten Gesamtheit zusammen. Diese Art der Welterfassung entzieht
sich natxc3xbcrlich einem Schematismus. Jede Ebene durchdringt die andere. Ohne Geist kxc3xb6nnten wir wohl
nicht einmal die Krxc3xa4fteebene erfassen und gleichfalls ohne Lebensebene keine seelische Ebene usw. Wir
haben durch unsere vielschichtige leiblich-seelisch-geistige Konstitution die Mxc3xb6glichkeit, die Welt auf ihren
unterschiedlichen Ebenen zu erfassen. Dieses Erfassen vollzieht sich in dieser Art auf unmittelbarem, sehr
direktem Wege.
So gesehen kxc3xb6nnen wir Spiritualitxc3xa4t das In-Beziehung-Treten zu den nicht-physisch-sinnlichen Sphxc3xa4ren
des Lebens bezeichnen. Ein In-Beziehung-Treten, das von dem Wunsch zu heilen befeuert wird.
Wie steht nun die Anthroposophie zu dieser Art des Sich-Verbindens mit der Welt?
Auch hier kann ich wieder nur aus meiner persxc3xb6nlichen Warte und Wahrnehmung schreiben.
Anthroposophie handelt vom Zugang zur geistigen Welt. Durch xc3x9cbungen xe2x80″ Schulungsweg xe2x80″ werden die
seelisch keimhaft vorhandenen Wahrnehmungsorgane fxc3xbcr das Geistige langsam entwickelt. Wie bei fast
allen spirituellen Strxc3xb6mungen steht die Meditation dabei im Mittelpunkt, bzw. bildet das Tor zur
Entwicklung der seelisch keimhaft vorhandenen Wahrnehmungsorgane. Meditation heisst inneres
geistiges Ruhen und Besinnen auf einen geistigen Inhalt. Der geistige Inhalt kann ein Spruch (ein
Mantram), ein Gedanke oder auch eine Wahrnehmung sein, die ich in meinen geistigen Raum aufnehme
und mich darxc3xbcber besinne. Damit die Meditation und die sich damit im Zusammenhang befindlichen
seelisch-geistigen Erlebnisse ohne Irritationen und Probleme vonstatten gehen kxc3xb6nnen, gilt es die Seele
dafxc3xbcr zu bereiten. Dafxc3xbcr gibt es unter anderem die sogenannten Nebenxc3xbcbungen und die Anleitungen zum
praktischen Denken. Rudolf Steiner betont es immer wieder, dass der Mensch auf diesem Weg
gleichzeitig moralisch, d.h. seelengefestigt, mitwachsen soll.
In der Anthroposophie fxc3xbchrt Rudolf Steiner zwei seelisch-geistige Strxc3xb6mungen zusammen. Die
Rosenkreuzerstrxc3xb6mung und das, was vom Zeitgeist Michael ausgeht. Der Rosenkreuzerstrxc3xb6mung war es
gelegen den Leib zu wandeln. Die Rosenkreuzer empfanden, dass der Mensch durch seine
Leibgebundenheit seine geistige Aufgabe, die vierte Hierarchie zu sein, nicht ganz wahrnehmen kxc3xb6nne.
Also arbeiteten sie an der Lxc3xa4uterung des Leibes. Die so vorbereiteten Seelen, bzw. das so vorbereitete
seelische Leben, war Vorbedingung fxc3xbcr das Erzengel-Michael Wirken auf der Erde bzw. durch den
Menschen. xe2x80x9eMichael hat heute in den Herzen der Menschen seine Wohnstatt aufgeschlagenxe2x80x9c. Michael
bringt den kosmischen Impuls auf die Erde, der seinerseits mit dem Christus verbunden ist. Christus hat
den Tod xc3xbcberwunden. Im Anschluss an ihn versuchen auch wir den Erdentod zu xc3xbcberwinden. Diese
Mysterien liegen der Anthroposophie zugrunde. Vor diesem Hintergrund verstehe ich Anthroposophie so,
dass sie im Lichte des Michael-Christus-Ereignisses den Weg zur Erkenntnis der geistigen Welt
beschreiten will. Dieses ganze Mysterium ist in den Michael-Briefen beschrieben, die wir seit vielen Jahren
in der Sektion und auf der Landwirtschaftlichen Tagung arbeiten. Dabei wird das seelische Leben immer
mit der Instanz des Ich in Verbindung gebracht und gehalten. Ist das Ich-Licht anwesend, umfasst es alle
Wahrnehmungen und bringt diese im Bewusstseinsraum zusammen. Auf der Lebensebene wandelt sich
die Wahrnehmung in Imagination, auf der seelischen Ebene in Inspiration und auf der geistigen Ebene in
Intuition. Diese drei I-Worte kennzeichnen die anthroposophische Spiritualitxc3xa4t, die mit Ich und
Bewusstsein zusammenhxc3xa4ngende und in dieser Kombination auf Freiheit fussende Spiritualitxc3xa4t.
Dieses xe2x80x9eimmer im Bewusstseinslicht Arbeitenxe2x80x9c, das langwierige seelische Mitwachsen und auch die
Christus-Orientierung (Konzentration auf die letzten drei Jahre des Lebens Jesu-Christi) kann dazu
fxc3xbchren, dass die Anthroposophie bzw. die so praktizierenden Anthroposophen als etwas zu kopflastig
oder, um in der Alltagssprache zu sprechen, als zu blutarm empfunden werden. Der Lebenspuls und die
Unmittelbarkeit scheinen zu kurz zu kommen. So heisst es auch hxc3xa4ufig, der anthroposophische Weg sei
zu lang und der Mensch komme nicht zu schnell erhofften Ergebnissen.
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Der anthroposophischen Naturerkenntnis liegt der Goetheanismus und somit eine Art des
Phxc3xa4nomenalismus zugrunde. Um Phxc3xa4nomene wahrzunehmen bemxc3xbchen wir aber zuvorderst den Sehsinn.
Und dieser wiederum hat eine enge Verbindung mit unserem Verstandesdenken. Gerade dieses hat die
Menschheit xc3xbcber Jahrhunderte trainiert. Was heute in zunehmender Abstraktion verloren zu gehen
scheint xe2x80″ der verstandesgemxc3xa4sse Umgang mit der Natur xe2x80″ war aber wichtiges Durchgangstor, um uns
von der Natur zu trennen und von ihr zu emanzipieren, bevor wir uns ihr aus Eigenstxc3xa4ndigkeit wieder
zuwenden kxc3xb6nnen. Unsere Seele kennt die alten Zugxc3xa4nge zur Natur xe2x80″ die innere Verbundenheit xe2x80″ noch.
Vor die innere Notwendigkeit gestellt, sich mit der seelisch-geistigen Welt neu zu verbinden, steht die
Seele sozusagen vor der Wahl, die noch vorhandene innere Veranlagung, die mehr zur instinktiven Seite
neigt, neu zu reaktivieren, oder den Gang vom Kopf zum Herz zu gehen, bzw. durch das Bewusstsein die
Seelenglieder neu zu beleben. In Bewegungen das Denken zu verlebendigen oder im Herzdenken, finden
wir die in der Anthroposophie veranlagte Herangehensweise. Die verschiedenen Lotusblumen xe2x80″
Chakrenverwandte – in uns zu beleben, bzw. ins Drehen zu bringen, kann dabei ein hilfreiches Bild sein.
Bernhard Lievegoed beschreibt in dem Buch xe2x80x9ePlanetenwirken und Lebensprozesse in Mensch und Erdexe2x80x9c:
xe2x80x9eUm die sieben Planetenprozesse kennen zu lernen muss man ganz in sie untertauchen, sich in sie
hineinleben und ihre Bewegungsimpulse innerlich mitlebend abtasten lernen.xe2x80x9c Dieser Ansatz weist xc3xbcber
den Phxc3xa4nomenalismus hinaus.
Es gibt sicher keine kategorische Entscheidung fxc3xbcr den einen oder einen anderen Weg. Rudolf Steiner
selbst gab zu dem Weg der in xe2x80x9eWie erlangt man Erkenntnisse der hxc3xb6heren Weltenxe2x80x9c beschrieben ist z.B.
den Naturwissenschaftlern noch einen anderen Weg an. Dieser fusst in der xe2x80x9ePhilosophie der Freiheitxe2x80x9c,
d.h. im leibfreien Denken. Die Anthroposophie ist vielgestaltig und viele Wege sind mxc3xb6glich. Hilfreich
scheint mir im Zusammenhang mit der biologisch-dynamischen Wirtschaftsweise dennoch zu sein, dass
man sich bei der Suche nach Spiritualitxc3xa4t den Elementen Freiheit, Ich und Bewusstsein besinnt. Vielleicht
ist auch schon Vieles gewonnen, wenn der Mensch sich des Bewusstseinslichtes und der geschichtlichen
Dimension, in der wir heute stehen, bewusst wird.
Auch in alten Kulturen war der Weg zum Wissen und zur Einweihung lang und beschwerlich, jedoch war
das Beschreiten des Weges letztlich aber unabdingbar. Ob ein Weg der richtige ist oder nicht, wird man
wohl nur herausfinden, indem er beschritten wird. Die xc3xa4ussere Not scheint zu Abkxc3xbcrzungswegen
aufzurufen und es besteht die Gefahr, dass die vermeintlich kxc3xbcrzeren Wege sich als die lxc3xa4ngeren oder
weniger fruchtbaren herausstellen. In allen Kulturen war an die Erlangung des hxc3xb6heren Wissens die
Selbstlosigkeit gebunden xe2x80″ fxc3xbcr den eigenen Vorteil durfte die Geisterkenntnis nicht erlangt werden.
Einige spirituelle Dimensionen
xe2x80x9eSonderfallxe2x80x9c Mensch
Wie oben beschrieben, bezieht sich Spiritualitxc3xa4t vorwiegend auf die Natur und das Geistige das xe2x80x9ehinterxe2x80x9c
ihr steht. Kraftlinien, Orte und auch Elementarwesen treten auf. Bezogen auf den Menschen sind in
dieser Perspektive das Aura-Erkennen, der Zusammenhang mit heilenden Steinen z.B. und
Rxc3xbcckfxc3xbchrungen in Vorgeburtliches zu nennen. Im Sozialen sind die System- oder Familienauftstellungen
nach Bert Hellinger bekannt geworden. Der xe2x80x9eSonderfall Menschxe2x80x9c ist durch seine komplette kosmische
Dimension gekennzeichnet. Als Mikrokosmos wird er ja auch bezeichnet. Das menschenkulturelle Urwort
xe2x80x9eErkenne dich selbstxe2x80x9c meint somit nicht nur den nach innen gerichteten Blick, sondern auch die
Erkenntnis des kosmischen Verwobenseins. Die Kerninhalte der Freien Hochschule fxc3xbcr
Geisteswissenschaft, die neunzehn Klassenstunden, handeln von der Erkenntnis dieser Zusammenhxc3xa4nge.
Dieser xe2x80x9eLehrgangxe2x80x9c bildet den Kern der Anthropo-sophie, der Weisheit vom Menschen. Uns Bauern ist in
diesem Zusammenhang der Vortragszyklus xe2x80x9eDer Mensch als Zusammenklang des schaffenden und
bildenden Weltenwortesxe2x80x9c nahestehend. In ihm werden mannigfache Hinweise zu den Zusammenhxc3xa4ngen
von Mensch, Natur- und Kosmoswesenheiten angefxc3xbchrt. Nicht zuletzt txc3xb6nt uns in diesem Zusammenhang
ein Leitspruch aus dem Landwirtschaftlichen Kurs entgegen: Der Mensch wird zur Grundlage gemacht.
Die biologisch-dynamische Landwirtschaft
Im Zugang auf dieses Jahresthema hatten wir im letzten November einmal den Arbeitsbegriff xe2x80x9eSpirituelle
Landwirtschaftxe2x80x9c aufgegriffen. Dieser Begriff stiess aber bei einigen Praktikern schnell auf Ablehnung. Eine
Landwirtschaft kann ihrem Wesen nach nicht spirituell sein. Spirituell seien hxc3xb6chstens die Impulse aus
denen ich handele, hiess es. So gesehen sind natxc3xbcrlich auch xe2x80x9ebiologischexe2x80x9c oder xe2x80x9ekonventionellexe2x80x9c
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Landwirtschaft begriffliche Hilfskonzepte. Solche Begriffe weisen auf eine bestimmte Ausrichtung hin und
charakterisieren eher, als dass sie korrekt etwas beschreiben. Nach meiner Ansicht entstand aus einer
solchen Charakterisierung heraus der Arbeitsbegriff xe2x80x9eSpirituelle Landwirtschaftxe2x80x9c. Auch wenn wir den
Begriff xe2x80x9eSpirituelle Landwirtschaftxe2x80x9c so nicht verwenden wollen, so muss doch gesagt werden, dass die
biologisch-dynamische Landwirtschaft insofern eine spirituelle Landwirtschaft ist, als sie Rudolf Steiner
sozusagen aus dem Geistigen geboren hat. Eine naturwissenschaftliche Herangehensweise hxc3xa4tte weder
den Begriff der landwirtschaftlichen Individualitxc3xa4t noch die Prxc3xa4parate hervorgebracht. So gesehen ist
auch eine konventionelle Landwirtschaft spirituell, da auch sie natxc3xbcrlich geistige Hintergrxc3xbcnde (Weltbilder,
Gedanken) hat. Ob xe2x80x9eSpirituelle Landwirtschaftxe2x80x9c und xe2x80x9eMaterialistische Landwirtschaftxe2x80x9c ein sinnvolles
Gegensatzpaar darstellen sei dahingestellt.
Gleichwohl wird in der biologisch-dynamischen Landwirtschaft die Spiritualitxc3xa4t bewusst mit einbezogen.
Zu der Idee der landwirtschaftlichen Individualitxc3xa4t wird bewusst ein Verhxc3xa4ltnis gesucht. Das Ringen um
ein Verstehen der Prxc3xa4parate ist daher eine immerwxc3xa4hrende Aufgabe.
xe2x80x9ePraktischexe2x80x9c Spiritualitxc3xa4t?
Das Verstehen-Wollen der Prxc3xa4parate ist das eine. Wo aber ist ein guter Platz auf dem Hof um die
Prxc3xa4parate einzugraben? Warum werden die Hxc3xbchner in einem bestimmten Auslauf immer krank? Warum
wirkt der Weiher hinten im Wxc3xa4ldchen immer so dunkel? Ist frxc3xbcher einmal ein Kind aus dem Dorf darin
ertrunken? Wie kann beurteilet werden, ob die xc3x84pfel von der einen bestimmten Unterlage besser oder
anders sind als von einer anderen? Mit solchen Fragen konfrontiert suchen wir Hilfe. Wir kxc3xb6nnen es nicht
xe2x80x9esehenxe2x80x9c. Kennt man in so einer Situation einen Rutengxc3xa4nger oder jemanden mit hellsichtigen Fxc3xa4higkeiten,
so ist man geneigt, diesen zu Rate zu ziehen. Viele solcher Situationen kennen wir von unseren Hxc3xb6fen.
Hunderte von Briefen an Frau von Holstein (Flensburger Hefte) zeugen davon. Wie gehe ich aber mit der
Antwort des xe2x80x9eBraunenxe2x80x9c oder des xe2x80x9eGrossenxe2x80x9c um? Wer spricht da? Ist Frau von Holstein ein Medium und
wenn ja, wie ist xe2x80″ als Fragesteller oder als Leser so einen Buches xe2x80″ mein Verhxc3xa4ltnis dann zu diesem
ganzen Geschehen? Glaube ich das, oder weiss ich es dann? Ist das xc3xbcberhaupt von Belang? Kann ich
diesen Umgang mit der Wesenswelt zumindest potentiell auch lernen? Warum wxc3xa4re das ein wichtiges
Kriterium? All diese Fragen lassen sich nicht prinzipiell beantworten. Damit sind sie aus meiner Sicht aber
nicht hinfxc3xa4llig. Die heutige Zeit scheint mir zu fordern, dass ich sie bedenke und mit ihnen umgehe. Aus
meiner Sicht kxc3xb6nnen dafxc3xbcr die oben genannten Elemente Freiheit, Bewusstsein und Ich den Hintergrund
oder Zusammenhang abgeben, vor dem ich diese Fragen bewege, um mein eigenes Verhxc3xa4ltnis dazu zu
finden.
Eine fxc3xbcr mich in Bezug auf xe2x80x9eden eigenen Weg mit Vertrauen gehenxe2x80x9c hilfreiche xc3x9cbung ist, sich unbefangen
und mit dem gesunden Menschenverstand xe2x80″ gleichwohl die auf dem eigenen xc3x9cbungsweg befindliche
Seele einbringend – solche Fragen wie xe2x80x9ewo die Prxc3xa4parate eingraben, wo den Hxc3xbchnerstall aufstellen etc.xe2x80x9c
bewusst vorzulegen und damit umzugehen. Sie zu besinnen, darxc3xbcber zu schlafen und die Ahnungen und
Empfindungen sowie gxc3xa4rende Einsichten am mxc3xb6glichen Punkt der Reife umzusetzen und die Erfahrung in
der Seele auszuwerten. Meine Erfahrung ist, dass dabei eine immer stxc3xa4rker im Kontext stehende
Entscheidungsfindung entsteht. Was man sich so erringt, kann man dann in zunehmender Freiheit mit
dem, was mxc3xb6glicherweise aus Hellsichtigkeit anderer heraus entsteht, in ein offenes Verhxc3xa4ltnis setzen.
Der oft in den Hintergrund gedrxc3xa4ngte, aber eigentlich dramatische Punkt in diesem Zusammenhang ist,
dass uns der Moment der inneren Einkehr, das in Ruhe Besinnen, das Meditieren, nur selten gelingt. Das
Vieh will versorgt, der Acker bestellt, der Marktwagen beladen werden, ehe man zum Prxc3xa4paraterxc3xbchren
oder zum Meditieren kommt. Das sieht auch fxc3xbcr einen Sektionsmitarbeiter nicht viel anders aus. An
diesem oben bezeichneten Punkt des Schaffens von Momenten hxc3xa4ngt aber die Zukunft der Bewegung.
Ohne inhaltliche Erneuerung (ob auf dem Hof oder in der Sektion) keine Zukunft, ohne
Prxc3xa4parateanwendung nicht die angestrebte Qualitxc3xa4t. Wir wissen das, jeder kxc3xa4mpft damit. Und sogar noch
mehr: Wir wissen, dass es eine Frage der Prioritxc3xa4t ist, wir wissen lxc3xa4ngst, dass man es nur tun muss. Es
stimmt natxc3xbcrlich auch, dass der Marktdruck und die Bxc3xbcrokratisierung zunehmen. Wir stehen vor einer
Herausforderung. Damit es nicht nur irgendwie weitergeht, sondern wir unsere Qualitxc3xa4t halten, ja
entwickeln, kann man es hier auf einen kurzen Nenner bringen:
Meditieren ist eine Notwendigkeit ohne die wir in Zukunft nicht auskommen werden!
Es wird keinen Kxc3xb6nigsweg aus der Situation herausgeben. Aber eines ist ein wahrscheinlich
unabdingbares Merkmal fxc3xbcr einen Verxc3xa4nderungsprozess: Die Bewusstmachung.
Hierzu soll das Jahresthema und die daran anknxc3xbcpfende Tagung dienen.
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Die Bewusstseinsseele, das Tor zur neuen Spiritualitxc3xa4t in der Landwirtschaft
Manfred Klett
Als Landwirte und Gxc3xa4rtner stehen wir je lxc3xa4nger je mehr in einem doppelten Zwiespalt, einerseits zur Erde,
zum Hof, andererseits zu uns selbst. Wir wollen biologisch-dynamisch arbeiten, die Erde pflegen. Aber
was bleibt davon im Alltagsleben xc3xbcbrig: alle Intensitxc3xa4t des Bewusstseins ist auf xc3xa4ussere technische
Ablxc3xa4ufe gerichtet, auf Arbeiten vor dem Bildschirm, Formulare ausfxc3xbcllen, Kontrollen bestehen, auf
Weiterverarbeitung und Vermarktung. Was man eigentlich spirituell anstrebt, verflacht und gerxc3xa4t am
Ende zur Phrase, Konvention und Routine. Das beunruhigt. Und wenden wir den Blick auf uns selbst,
gewiss, wir wollen dem Geistigen in der Natur zuarbeiten. Wie aber diesen Willen ernxc3xa4hren, befeuern?
Wir stehen distanziert einer gegenstxc3xa4ndlich vorgestellten Welt gegenxc3xbcber. Wir nehmen nur die
Aussenseite der Dinge wahr, die Aussenform der Kuh, des Baumes, der Blxc3xbcte, aber eben auch der
Maschine, bei der wir uns gestehen mxc3xbcssen, dass wir sie in ihrer Gegenstxc3xa4ndlichkeit besser verstehen, als
alle Natur um uns herum. Das beunruhigt. Und wenden wir gar den Blick auf unser Inneres, wo ist da ein
Haltepunkt? Wie sehr schleicht sich heute das Gefxc3xbchl ein, da ist nichts, aber dann wieder dieses, da ist
doch etwas, aber was ist es? Zur Aussenwelt stehe ich wenigstens in einem gegenstxc3xa4ndlichen Verhxc3xa4ltnis,
wie aber zu mir selbst? Eine tiefe Unsicherheit xc3xbcberfxc3xa4llt einen und das beunruhigt. Aus dieser
Beunruhigung aber entstehen Fragen, vor allem diejenige nach den Quellen der eigenen Spiritualitxc3xa4t.
Denn eines ist gewiss, was immer in der Landwirtschaft geschieht, es urstxc3xa4ndet in den Ideen und
moralisch-ethischen Impulsen des Menschen.
Ein Blick in die Geschichte lehrt, dass die Spiritualitxc3xa4t im alten Bauerntum noch eine war, die Mensch und
Welt umschloss, die in der Pflege des religixc3xb6sen Lebens im Christentum dem Wahrspruch des grossen
Benedikt von Nursia (480-547), dem xe2x80x9eora et laboraxe2x80x9c huldigte. Diese Worte besagen, dass die Arbeit nach
innen und nach aussen einander bedingen. Aus der Pflege dieses Wechselverhxc3xa4ltnisses, getragen von
dem christlichen Kultus und der Volksgeistigkeit, erblxc3xbchte einstmals das Volkstum und die in diesem
waltende Weisheit. Das gehxc3xb6rt spxc3xa4testens seit der zweiten Hxc3xa4lfte des 20. Jahrhunderts der
Vergangenheit an. Die Entwicklung hat den heutigen Menschen aus dieser instinktiven
Bewusstseinsverfassung heraus und zum Erwachen im Selbstbewusstsein hingefxc3xbchrt. Dieses Erwachen
bedeutet das Hereinwachsen in den Entwicklungsgedanken, in den Gedanken also, dass sich nichts in der
Welt wahrhaft weiterentwickeln kann, wenn ich nicht mich selbst zu hxc3xb6heren Zustxc3xa4nden emporhebe.
Diese Entwicklungsidee ist noch sehr jung. Sie taucht in der Goethe-Zeit auf; Goethe hat diese Idee
dargelebt und in allen seinen Dichtungen und vor allem im xe2x80x9eFaustxe2x80x9c verarbeitet.
Lebt man sich bewusst in den Entwicklungsgedanken hinein und damit in das Wesen der Zeit, dessen
also, was Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verbindet, dann wird man den roten Faden der
Bewusstseinsgeschichte der Menschheit gewahr, dieses, dass da in gewaltigen Metamorphosen
Spiritualitxc3xa4t in den Menschen aufgeblxc3xbcht und kulturschxc3xb6pferisch geworden und dann wieder, Neuem
Raum gebend, erloschen ist.
Wo sind wir in diesem Entwicklungsprozess heute angekommen? Wir stehen in einer Zeit des
xc3x9cberganges, und nirgends gilt dies wohl mehr, als fxc3xbcr die Landwirtschaft.
Um hier Klarheit zu gewinnen, lenken wir einmal den Blick auf die gegenwxc3xa4rtige Seelenverfassung des
Menschen, auf das verborgene Innere. Da weist die anthroposophische Menschenkunde auf drei
Seelenorgane hin, mit welchen der zum Selbstbewusstsein erwachte Mensch zur Welt in Beziehung tritt.
Die elementarste dieser Beziehung ist die xc3xbcber die Sinne. Sinneseindrxc3xbccke regen Empfindungen an und
auf diese reagieren wir mit spontanen Willenshandlungen, wenn nicht ein hxc3xb6heres Seelenorgan Einhalt
gebietet. Ich stehe vor einem Rosenstrauch; Farbe, Form und Duft der Blxc3xbcten erwecken sympathische
Empfindungen, die mich spontan dazu veranlassen, einen Strauss zu schneiden. Eine ungeschickte
Bewegung, ein Dorn sticht mich und schon reagiere ich spontan mit einer antipathischen Abwehrhaltung.
Ich bewundere der Biene Fleiss, Emsigkeit, ihr selbstloses Sein; kaum sticht sie mich, schon schlage ich
zu. Dieses Verhalten kennzeichnet die Empfindungsseele, wie sie Rudolf Steiner nennt. Sie vermittelt die
xc3xa4usseren Sinneseindrxc3xbccke, macht sie als Empfindungen bewusst und zugleich ruft sie aus den Tiefen des
eigenen Wesens Willensregungen hervor. Dies xc3xa4ussert sich dann in allen Spontanreaktionen,
Affekthandlungen, Trieben, Begierden, Zorn und Hass, Freude und Missmut. Das lebt sich als
Grundstimmung in der Zusammenarbeit aus. Durch die Empfindungsseele sind wir noch sehr eng mit der
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Natur, dem Kosmos, dem Mitmenschen verbunden. Es herrscht in ihr kaum Distanz, und durch die Nxc3xa4he
zum Willen bleibt dieses Verhxc3xa4ltnis zur Mitwelt traumhaft, halb bewusst.
Es gab eine Zeit in der Menschheitsentwicklung, in der die Empfindungsseele erst ausgebildet wurde. Das
war in der altxc3xa4gyptischen Kultur. Da war sie noch ganz geistgetragen. Seit dieser Zeit wurde sie zur
Trxc3xa4gerin des religixc3xb6sen Erlebens, zur Trxc3xa4gerin individuell erfahrener Religion. Heutzutage droht sie im
egozentrischen xe2x80x9eFeelingxe2x80x9c zu verkommen.
Nun ist die Menschheit xc3xbcber die blosse Empfindungsseelenhaftigkeit, xc3xbcber den Drang zu blossen
Spontanhandlungen hinausgeschritten. Da ist ein zweites Seelenorgan in uns, das uns schon in ein
abgeklxc3xa4rteres Verhxc3xa4ltnis zur Welt setzt. Wir lernen die Merkmale der Rosaceen untereinander und von
anderen Pflanzenfamilien unterscheiden und so auch, wie die Bienen im Bienenstock sich verschiedenen
Txc3xa4tigkeiten widmen. Wir lernen unterscheiden aufgrund der Begriffe, die wir in innerer Txc3xa4tigkeit bilden
und mit welchen wir den augenblicklichen Sinneseindruck festhalten und mit anderen Eindrxc3xbccken
vergleichen kxc3xb6nnen. Dazu befxc3xa4higt uns die Verstandes- oder Gemxc3xbctsseele. Sie klxc3xa4rt die Empfindung, die
Affekte; sie kleidet sie in Vorstellungen, sie urteilt. Darin xc3xa4ussert sich die Txc3xa4tigkeit des Verstandes.
Dadurch lxc3xa4utern sich die spontanen Empfindungen zu einer menschlicheren Form des Seelenlebens, z.B.
das Missfallen zu Wohlgefallen, die Abneigung zur liebevollen Zuwendung. Auf dem Wege dieser
Lxc3xa4uterung erfxc3xbcllt sich das Gemxc3xbct mit Geistinnerlichkeit. In der Verstandes- oder Gemxc3xbctsseele geht uns
das Ich auf, der eigentliche Mittelpunkt unseres Seelenlebens. Durch sie pflegen und in ihr erleben wir
noch auf elementare Art Gemeinschaft, wie z.B. den Familienzusammenhang, die Volkszugehxc3xb6rigkeit, das
Volkstum, die Dorfgemeinschaft, den Stammtisch. Man lebt durch sie in Gewohnheiten, man versteht sich
und steht zusammen. Die Verstandes- oder Gemxc3xbctsseele hat sich menschheitlich in dem griechischrxc3xb6mischen
Kulturzeitraum entwickelt. Die differenzierte Geistigkeit der griechischen Philosophie und der
mittelalterlichen Scholastik sowie die tiefe Gemxc3xbctsinnerlichkeit des Mittelalters insgesamt legen davon
Zeugnis ab. Heute ist sie in der materialistischen Weltanschauung, in den von ihr geprxc3xa4gten
Wissenschaften, in jeglicher Art von Kollektiv, wie Nationalismen, Sekten, Parteien, Gruppenbildungen, in
denen man sich anlehnen und stark fxc3xbchlen kann, in die Dekadenz geraten.
So wie sich aus der Empfindungsseele die Verstandes- oder Gemxc3xbctsseele herausgebildet hat, so aus der
letzteren seit dem 15. Jahrhundert, dem Beginn der Neuzeit, ein drittes Seelenorgan, die
Bewusstseinsseele. Sie ist das jxc3xbcngste, unvollkommenste, zugleich aber hxc3xb6chste der drei Seelenorgane.
Mit der Entwicklung der Bewusstseinsseele setzt ein radikaler Wandel in der Geistseele des Menschen und
ihrem Verhxc3xa4ltnisse zur Welt ein. Das zum Selbstbewusstsein erwachte Ich erfxc3xbcllt die Seele. Alles Sein der
Welt zentriert sich in ihm. Es lxc3xb6st sich ganz von der Welt ab, emanzipiert sich und stellt sich in
Selbstxc3xa4ndigkeit als Subjekt der Welt gegenxc3xbcber. xe2x80x9eDie Bewusstseinsseele streckt ihre Fxc3xbchlhxc3xb6rner aus,
wenn sie anschaut, was um sie herum ist, und zieht sich wieder auf sich selbst zurxc3xbcckxe2x80x9c (Rudolf Steiner).
Die Bewusstseinsseele entfaltet ein intensives Vorstellungsleben. Die Gedanken schliessen sich zu
Vorstellungs- und Ideenbildern zusammen, z.B. in den angewandten Wissenschaften und im sozialen
Leben. Da wir im Bilden dieser Vorstellungskomplexe ganz isoliert bei uns sind und uns mit diesen voll
und ganz identifizieren, entstehen daraus Meinungen. Die Bewusstseinsseele ist die grosse
Meinungsbildnerin; sie macht den Menschen zum Meinungsegoisten. Sie zeigt sich darin zunxc3xa4chst von
ihrer antisozialen Seite. Bewegt man ein Thema im grxc3xb6sseren Kreis, dann werden die Voten reihum mit
den Worten eingeleitet, xe2x80x9eich meinexe2x80x9c. Jeder hat seine Meinung und ist auch frei darin, sie zu xc3xa4ussern. Es
herrscht ein Meinungspluralismus, wenn nicht -chaos. Das ist der Grund, warum man sich immer weniger
versteht, oder gar der Wille zu Missverstxc3xa4ndnissen aufkommt, mit der Folge endloser Gesprxc3xa4chsrunden,
einem Aneinandervorbeireden, dem Coaching und dem Ruf nach dem xe2x80x9eTransparenzkommisarxe2x80x9c. Man
bemerkt, dass logische Begrxc3xbcndungen zur Durchsetzung der eigenen Meinung meistens nicht viel nxc3xbctzen.
Standpunkte stehen gegen Standpunkte. Die xc3x9cberzeugungen sitzen tiefer in den unbewussteren
Seelenorganen. In den Meinungen erlebt man sich frei und, da diese auf die Verstandes- oder Gemxc3xbctsund
die Empfindungsseele zurxc3xbcckwirken, glaubt man auch in diesen frei zu sein. Das ist aber eine
Selbstsuggestion. Im Gegenteil, in der Verstandesseele verfestigen sie sich zur unverrxc3xbcckbaren Ansicht,
so und nicht anders! und in und durch die Empfindungsseele zur egoistischen Handlung, zum brutalen
Durchsetzungswillen, zu den heute so verbreiteten Formen des Sozialdarwinismus im Wirtschaftsleben.
Man gerxc3xa4t in einen Konflikt mit sich selbst, da die Verstandes- oder Gemxc3xbctsseele und noch weniger die
Empfindungsseele schon reif fxc3xbcr ein Erleben in und ein Wirken aus Freiheit sind.
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Wenn wir in Anbetracht unserer gegenwxc3xa4rtigen Seelenverfassung eine neue Spiritualitxc3xa4t in uns erwecken
wollen, mxc3xbcssen wir lernen, mit den drei genannten Seelenorganen bewussten Umgang zu pflegen. Der
Ausgangspunkt ist die noch unsicher tastende Bewusstseinsseele. Diese mxc3xbcssen wir zu hxc3xb6heren Stufen
ihres Werdens erkraften. Im Bewusstsein und Willen zu dieser Erkraftung erfxc3xbcllt sich der
Entwicklungsgedanke. Wir werden eins mit ihm. Doch wie kann das geschehen? Ein erster Schritt kann
dieser sein, dass man aufmerksam wird darauf, wie sich bestimmte Gedanken in ein Meinungsbild
umsetzen und daraus Handlungen erfolgen, z.B. die Meinung, dass die Pflanze sich mit einer Summe von
Nxc3xa4hrstoffen ernxc3xa4hre (Bewusstseinsseele). Diese Meinung setzt sich fest ohne weiter bedacht zu werden
und regt dazu an, auf Methoden zu sinnen, wie das technologisch zu machen wxc3xa4re (Verstandes- oder
Gemxc3xbctsseele). Das Resultat wxc3xa4re dann etwa die Hydrokultur, die man willentlich umsetzt und dabei eine
tiefe Befriedigung darxc3xbcber empfindet, dass es funktioniert (Empfindungsseele). Dies ist der Prozess, der
jeder bewusstseinsgefxc3xbchrten oder wissenschaftsgestxc3xbctzten Handlung zugrunde liegt. Die persxc3xb6nliche
Meinung ist der Ausgangspunkt. Sie wertet sich selbst, wenn man aus ihr handelt. Da sie aber von der
Wirklichkeit isoliert, schleichen sich auf dem Wege zur Handlung, die ja in die Wirklichkeit eintaucht, alle
nur denkbaren Fehler und Irrtxc3xbcmer ein. Ohne diese Mxc3xb6glichkeit zum Irrtum kxc3xb6nnte die Bewusstseinsseele
sich in ihren Meinungen und Ideen gar nicht frei erleben. Wie kommt man nun aber aus der Unsicherheit
heraus, die Wahrheit vom Irrtum unterscheiden zu kxc3xb6nnen? Oder anders gefragt, wie kann die
Bewusstseinsseele xc3xbcber die blosse Meinung hinaus wahrheits- und erlebniskrxc3xa4ftig in ihren
Gedankenbildern werden? Hier erxc3xb6ffnet ein Hinweis Rudolf Steiners aus der Geistesforschung eine in
noch verborgene Seelenregionen reichende Blickrichtung (GA 127. 8. Januar 1911). Auf dem Weg vom
Gedankenbild zur Tat sind wir nxc3xa4mlich nicht allein. Es greifen auf diesem Weg hxc3xb6here Geistwesen ein.
Zwischen Bewusstseinseele und Verstandes- und Gemxc3xbctsseele ist ein Zwischenraum, durch welchen die
Engel wirken, oder der Engel, der mir Fxc3xbchrer durch das Leben ist. Durch sein Wirken verdichten sich die
Gedankenbilder in der Verstandes- oder Gemxc3xbctsseele zu Gefxc3xbchlen. Gefxc3xbchle sind vom Engel verdichtete
Gedankenbilder, Meinungen. Wir fxc3xb6rdern also die Txc3xa4tigkeit des Engels mit guten Gedanken und grossen
Ideen. Daraus schafft er ein reiches Gefxc3xbchlsleben, das seinerseits dann in der Empfindungsseele
moralische Impulse auslxc3xb6st. Wo der Engel in der Seele wirkt, ist der Widersacher nicht weit. In dem
genannten Zwischenbereich ist es Luzifer, der dem Engel entgegenwirkt. Sein Trachten ist darauf
gerichtet, die Meinungsbilder zu Illusionen, Phrasen, Nominalismen zu verdrehen und sie so der
Verstandes- oder Gemxc3xbctsseele als Gefxc3xbchlssurrogate einzuprxc3xa4gen. In dem Zwischenraum zwischen der
letzteren und der Empfindungsseele wirken noch hxc3xb6here Wesen, die fxc3xb6rdernd oder hemmend eingreifen.
Es sind einerseits die Erzengel, zu denen die Volksgeister oder xc3xbcberhaupt die gemeinschaftsbildenden
Geister gehxc3xb6ren, die das gefxc3xbchlte Ideenbild, den verinnerlichten Herzensgedanken, in die
Empfindungsseele einbetten und in ihr den Willen zum wahrheitsgetragenen Tun, zur spirituellen
gerechtfertigten Tat aufrufen. Dem Erzengelwirken in der menschlichen Seele tritt als Widersacher
Ahriman entgegen und strebt es zunichte zu machen. Er sorgt in diesem zweiten Zwischenreich dafxc3xbcr,
dass das Urteil zum Irrtum, die Wahrheitssuche zur Lxc3xbcge wird. So also wirken zwischen den
Seelenorganen Wesenheiten, die die Aufgabe haben, das in Taten, in Krxc3xa4fte umzusetzen, was wir in der
Bewusstseinsseele losgelxc3xb6st von der Wirklichkeit als freien Gedanken in uns erleben kxc3xb6nnen.
In dieser Seelenverfassung stehen wir heute in der landwirtschaftlichen Arbeit. In nie dagewesener Weise
sind wir distanziert und isoliert von der Wirklichkeit des Hofes und der Mitmenschen, einsam, in der
Meinung frei, aber unsicher in der Wahrheitssuche. Das kennzeichnet die gegewxc3xa4rtig allgemeine Situation
der Bewusstseinsseele. Wie kann diese nun aus eigener innerer Erkraftung xc3xbcber sich selbst hinaus zu
einer alle praktische Arbeit durchdringende Spiritualitxc3xa4t kommen? Doch vor allem dadurch, dass wir dem
Wirken der Engel und Erzengel durch das Tor der Bewusstseinsseele hindurch geistige Nahrung geben,
und wir dann darauf aufmerksam werden, wie dadurch ein Identitxc3xa4tsgefxc3xbchl zum Hof und ein Sozialgefxc3xbchl
fxc3xbcr die Mitmenschen wxc3xa4chst. Das stellt uns vor Herausforderungen, die nur insofern neu sind, als wir sie
bewusst ergreifen mxc3xbcssen, nxc3xa4mlich im modernen Sinn, das Ora dem Labora gleichstellen. Wir mxc3xbcssen
lernen, ebenso wie wir das Feld draussen zur Aufnahme der Saat bearbeiten, den eigenen Seelenboden
zu beackern zur Aufnahme einer spirituellen Gedankensaat. Ebenso wie den Hof als Ganzem mxc3xbcssen wir
lernen, die eigene Seele, in der das Ich in den drei Seelenorganen lebt, zum Gegenstand der
Wahrnehmung und Aufmerksamkeit zu machen. Hier betreten wir ein xc3x9cbungsfeld. Das xc3x9cbungselement,
das im Zeitalter der Entwicklung der Verstandes- oder Gemxc3xbctsseele vor allem in den Handwerken
gepflegt wurde, muss heute bewusst in das Innere der Seele verlagert werden; es muss zur Seelenxc3xbcbung
werden. Dies fxc3xa4ngt an mit der Schulung von bewusster Wahrnehmung und bewusstem Denken und
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weiter damit, dass man sich klar darxc3xbcber wird, dass es gegenxc3xbcber der Welt zwei Wahrnehmungstore gibt,
nxc3xa4mlich das Tor der Sinne und das Tor des Geistes. Jeder Gedanke, den ich hervorbringe, ist dann ein
Ergebnis dessen, was die Sinne und in Beziehung dazu der Geist mir offenbaren. Jeder Gedanke hat
einen Sinnes- und einen Geistinhalt. Lenkt man seine Aufmerksamkeit darauf, beginnt die
Bewusstseinsseele schon die anderen Seelenorgane zu ernxc3xa4hren; man ist schon auf der Wahrheitsspur.
Goethe hat diesen Weg naturwissenschaftlich-methodisch beschritten. Rudolf Steiner setzt ihn in der
xe2x80x9ePhilosophie der Freiheitxe2x80x9c fort: xe2x80x9eSeelische Beobachtungsresultate nach naturwissenschaftlicher Methodexe2x80x9c
(GA 4). Nun erweitert sich das Feld der Seelenxc3xbcbungen auf weite, dem gewxc3xb6hnlichen Bewusstsein
unerschlossene Gebiete durch den anthroposophischen Schulungsweg, durch alles dasjenige, was das
Buch Rudolf Steiners xe2x80x9eWie erlangt man Erkenntnisse der hxc3xb6heren Weltenxe2x80x9c (GA 10) vermittelt. Darin ist
alles gesagt, worum es in der Selbsterziehung und der Pflege des seelischen Lebens geht. Man mxc3xb6chte
die darin vorgebrachten xe2x80x9eNebenxc3xbcbungenxe2x80x9c gleichsam als die elementaren Hauptxc3xbcbungen zur Ausbildung
der Bewusstseinsseele nennen: Das xc3x9cben im rechten Denken (Gedankenkontrolle) und im rechten
Handeln (Kontrolle der Handlungen); die Erziehung zur Ausdauer, zur Toleranz und Duldsamkeit
gegenxc3xbcber den Mitmenschen und zu Unbefangenheit gegenxc3xbcber den Erscheinungen des Lebens sowie
die Erwerbung eines Lebensgleichgewichtes, des Gleichmutes. Solche xc3x9cbungen bilden die Grundlage zur
Entfaltung einer Spiritualitxc3xa4t, die das ganze praktische Leben ergreift und erhxc3xb6ht.
Eine weitere Vertiefung der Seelenxc3xbcbungen, des Schulungsweges, bildet die Meditation. Sie baut
gleichsam eine Brxc3xbccke xc3xbcber das Zwischenreich zwischen Bewusstseins- und Verstandes- oder
Gemxc3xbctsseele. Man kann die Meditation so charakterisieren, dass man sagt: Man konzentriert sich auf
einen Gedanken und sucht diesen durch besinnliches Nach- und xc3x9cberdenken in Andacht zu verwandeln.
Man begleitet dabei den Weg, auf welchem sich xc3xbcber die genannte Brxc3xbccke hinweg nach und nach ein
Gedanke zu einem Gefxc3xbchl verdichtet. Man arbeitet bewusst dem Engel und im weiteren dem Erzengel in
die Hxc3xa4nde. Durch die Meditation kann das Freiheitselement, das in der Bewusstseinsseele aufleuchtet, auf
gerechtfertigte Weise in die verborgeneren Seelenorgane vordringen. Es liegt im Wesen der
anthroposophischen Geisteswissenschaft, dass sie in jeder ihrer Ideenformen, sei es im geschriebenen
oder gesprochenen Wort oder in ihrem Spruchgut, einen unermesslichen Meditationsstoff liefert. Jeder
Mensch kann entsprechend seinem Bedxc3xbcrfnis das ihm Gemxc3xa4sse finden.
Im Landwirtschaftlichen Kurs hat Rudolf Steiner den Bauern frxc3xbcherer Zeit als Meditanten angesprochen.
Er war ein instinktiver Gemxc3xbctsseelenmeditant. Die Bewusstseinsseele aber erkraftet durch die bewusste,
in Freiheit vollzogene Seelenxc3xbcbung und Meditation. Durch sie kxc3xb6nnen die Meinungsbilder, die noch stark
an die Leibesbefindlichkeit gekettet sind, sich zu Ideenbildern, zu Wahrbildern herauflxc3xa4utern, sich zum
Ideal verdichten und zu moralischen Impulsen beleben. Auf diesem Wege entbindet die
Bewusstseinsseele ihre Spiritualitxc3xa4t; sie erkraftet zu ihrem wahren Ziel, zu der Erkenntnis nxc3xa4mlich, dass
der Mensch geistigen Ursprungs ist. Mit dieser Einsicht ebnet sie sich den Weg, durch die Welt der Sinne
zur Welt des Geistes hindurchzustossen. Die Bewusstseinsseele ist ihrem Wesen nach januskxc3xb6pfig. Auf
der einen Seite holt sie den Inhalt ihrer Gedanken aus der Sinneswelt unter der Vermittlung der
Empfindungs- und der Verstandes- oder Gemxc3xbctsseele. Auf diesem Wege entstehen die Meinungen, die in
Freiheit handzuhabenden Gedankenbilder, durch die man sich aber gerade von der Weltwirklichkeit
abschliesst. Man ist ganz auf sich selbst zurxc3xbcckgeworfen. An diesem Punkt sind wir angekommen. Jetzt
aber, und darin xc3xa4ussert sich erst der wahre Freiheitsimpuls, kann sich die Bewusstseinsseele um 180
Grad wenden und ihren Blick von der Sinnesoffenbarung auf die Geistesoffenbarung lenken. Die
Bewusstseinsseele kann mit dieser Wendung aus der anthroposophischen Geistesforschung Ideenformen
aufnehmen; sie kann sie im aktiven Denken in der Seele zu Wahrbildern auskeimen lassen und sie mit
der gesteigerten Denkkraft davor bewahren, dass sie zur blossen Meinung oder Phrase verunstaltet
werden. Die so in der Bewusstseinsseele zu Wahrbildern auswachsenden geisteswissenschaftlichen
Ideenformen xc3xbcbernimmt der Engel und verdichtet sie in der Gemxc3xbctsseele zu Herzensgedanken, zu
Gedankengefxc3xbchlen, die der Erzengel der Empfindungsseele einprxc3xa4gt und dadurch dem Willen in der
Arbeit die Richtung in die Lebenswirklichkeit des Hofes weist.
Die Hinwendung des denkenden Bewusstseins zu den geistoffenbarenden Ideenformen der
anthroposophischen Geisteswissenschaft erschliesst einen vollkommen neuen Weg zur Spiritualitxc3xa4t in der
Landwirtschaft. Dieser fxc3xbchrt uns aus der Isolierung, in die wir im Beginne des Zeitalters der
Bewusstseinsseele geraten sind, heraus und xe2x80″ jetzt aber auf bewusste Art xe2x80″ hinein in eine warme,
liebegetragene Beziehung zum Mitmenschen und zu den Dingen und Wesen im Hof, der Stxc3xa4tte der
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Begegnung von Erde und Kosmos.
Die Ausbildung der Bewusstseinsseele hat den Menschen in die totale Isolation, aber damit zur
Selbstxc3xa4ndigkeit und zur Freiheit gefxc3xbchrt. Wendet er sich aus der Kraft des erworbenen
Selbstbewusstseins und xc3xb6ffnet sich der anthroposophischen Geisteswissenschaft, strxc3xb6men ihm aus der
Zukunft Wahrbilder zu, eine neue Spiritualitxc3xa4t, die ihm weite Entwicklungswege in die Zukunft weist.
Diese Wahrbilder sind die in der Bewusstseinsseele sich manifestierenden Tatsachen der geistigen Welt.
Sie kxc3xb6nnen ihrem Wesen nach niemals Meinungen sein. Sondern sie strahlen in den Ideenformen der
Anthroposophie schon jetzt aus dem xe2x80x9eGeistselbstxe2x80x9c, in das die Menschheit in einer folgenden Kulturepoche
hineinwxc3xa4chst, in die Bewusstseinsseele herein. Dieses Hereinstrahlen offenbart sich im
Landwirtschaftlichen Kurs Rudolf Steiners. Es ist an uns, im kraftvollen Denken aus dem dort
Dargestellten den Funken der Spiritualitxc3xa4t herauszuschlagen.
Die geistige Souverxc3xa4nitxc3xa4t des Landwirtes
Ueli Hurter
xe2x80x9eStopp OMC xe2x80″ pour la souverainetxc3xa9 alimentairexe2x80x9c
xe2x80x9eStopp WTO xe2x80″ mehr Nahrungsmittelsouverxc3xa4nitxc3xa4t.xe2x80x9c
Diesen Schriftzug fand ich vor ca. zwei Jahren mit Schwarz auf eine Reihe von weissen Siloballen
gespritzt, das Ganze auf einem klapprigen Anhxc3xa4nger, gut sichtbar von einer stark befahrenen Strasse in
der Agglomeration von Genf (Sitz der WTO). Das Wort Souverxc3xa4nitxc3xa4t hat bei mir unmittelbar
eingeschlagen. Die Verwendung des Begriffs Souverxc3xa4nitxc3xa4t in Bezug auf Landwirtschaft und Ernxc3xa4hrung
war fxc3xbcr mich neu. Er beinhaltet mehr als der klassische Begriff Bio-Landwirtschaft. In dem Wort schwingt
noch etwas anderes mit, als wenn wir sagen xe2x80x9ebiodynamische Bewegungxe2x80x9c.
Bio und biodynamisch haben fxc3xbcr unser Verstxc3xa4ndnis die soziale Dimension immer miteingeschlossen, sind
aber als Bezeichnungen mehr agrarischen Ursprungs. Souverxc3xa4nitxc3xa4t im Ernxc3xa4hrungsbereich kommt als
Begriff aus dem Sozialen, Wirtschaftlichen. Verschiedene Themen, die wir als xe2x80x9eunserexe2x80x9c, als biodynamische
Themen ansehen xe2x80″ freie Verfxc3xbcgung von eigenem Saatgut, Unabhxc3xa4ngigkeit von Betriebshilfsmitteln,
eigenstxc3xa4ndiges Management des betrieblichen Produktionspotentials, regionale und transparente
Wertschxc3xb6pfung xe2x80″ sind in dem Begriff Souverxc3xa4nitxc3xa4t enthalten.
Bei nxc3xa4herem Zusehen ergibt sich, dass der Begriff und das Konzept von xe2x80x9esouverainetxc3xa9 alimentairexe2x80x9c schon
in der zweiten Hxc3xa4lfte der 90er Jahre als Gegenkonzept zur WTO entstanden sind.
Nach einigen Monaten Umgang mit dem Begriff xe2x80x9eNahrungsmittelsouverxc3xa4nitxc3xa4txe2x80x9c, merkte ich, dass er meine
Existenz als biodynamischer Landwirt doch nicht voll umfasst. Was fehlt? Es ist mein Verhxc3xa4ltnis zur Natur.
Dieses Verhxc3xa4ltnis vom Mensch zur Natur ist der Kern des biodynamischen Impulses, ja der Agri-Kultur
xc3xbcberhaupt. Wxc3xa4hrend dem Produzieren, wxc3xa4hrend dem Arbeiten steht der Bauer nicht primxc3xa4r im sozialen
Kontext, sondern er arbeitet mit und in der Natur. Die umfassende, lebendige Natur ist die Werkstatt der
landwirtschaftlichen Produktion. Wie ist es nun hier mit der Souverxc3xa4nitxc3xa4t? Woher kommen die
Gesichtspunkte, die Regeln nach denen der Bauer mit der Natur umgeht? Der Bauer steht zwischen
Tradition und Wissenschaft. Beides sind fruchtbare Anreger und gleichzeitig haben beide die Tendenz
autoritxc3xa4r und absolut zu sein. Wie ist es also mit der geistigen Souverxc3xa4nitxc3xa4t des Landwirtes bestellt?
An diesem Punkt verstehe ich den landwirtschaftlichen Impuls von Rudolf Steiner so, dass er den txc3xa4tigen
Landwirt von allen traditionellen Fesseln und allen modernen Abhxc3xa4ngigkeiten befreit und seine geistige
Souverxc3xa4nitxc3xa4t im Erkennen und Handeln ermxc3xb6glicht und auch fordert.
Der Bauer kann selber wissen was er landwirtschaftlich tun soll. Die Wesenserkenntnis des
landwirtschaftlichen Organismus mit dem Boden, den Pflanzen, den Tieren und dem Kosmos ermxc3xb6glichen
ihm ein frei erarbeitetes sachgemxc3xa4sses Urteil. Es gibt keine Experten, die mehr wissen kxc3xb6nnen xc3xbcber den
Betrieb als der in der Verantwortung stehende Landwirt. Natxc3xbcrlich braucht er Austausch, Fachberatung
und Coaching, wie jeder moderne Mensch, aber diese Kontakte fxc3xb6rdern seine Souverxc3xa4nitxc3xa4t und bringen
ihn nicht in Abhxc3xa4ngigkeit.
Der Bauer kann selber tun, was er erkannt hat. Als biodynamischer Bauer ist er nicht darauf angewiesen
seine landwirtschaftlichen Defizite in Form von Dxc3xbcnger, Spritzmitteln und Industriefutter von aussen
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zuzukaufen. Er kann seinen Hof so einrichten, dass er im Gleichgewicht ist, dass ein jxc3xa4hrlich sich neu
erzeugendes Potential wxc3xa4chst an Ertragskraft, an Gesundheit und langfristiger Bodenfruchtbarkeit. Unter
anderem hat er dazu die Prxc3xa4parate zur Hand, die er selber und frei herstellen und anwenden kann.
Die so verstanden geistige Souverxc3xa4nitxc3xa4t des Landwirtes in Erkenntnis und Tat ist ein Novum in der
Menschheitsgeschichte. Rudolf Steiner hat mit dem Koberwitzer-Impuls diese Stellung potentiell fxc3xbcr alle
Landwirte erschlossen. Ich sehe es als Aufgabe an, diese Souverxc3xa4nitxc3xa4t nicht nur fxc3xbcr sich selber in
Anspruch zu nehmen, sie auch nicht fxc3xbcr die biodynamische Bewegung zu reservieren, sondern sie in den
gesamtgesellschaftlichen Diskurs einzubringen.
Stellen wir dem Begriff und dem Konzept der Nahrungsmittelsouverxc3xa4nitxc3xa4t den Begriff und auch die
Erfahrung der geistigen Souverxc3xa4nitxc3xa4t des Landwirtes zur Seite. Dadurch entsteht ein Bild des Landwirtes
als eigenstxc3xa4ndige, kulturtragende Instanz, mit der Befxc3xa4higung, seine Mittlerstellung zwischen Natur und
Sozietxc3xa4t sachgerecht und auch kreativ zu leben. Dieses Bild kann helfen in die Zukunft zu fxc3xbchren. Dieser
Weg in die Zukunft ist auch ein Kampf, denn die WTO und die dahinter stehende Idee des weltweiten
Agrarfreihandels sind eine direkte existentielle Bedrohung fxc3xbcr jeden Hof und fxc3xbcr eine fruchtbare Stellung
der Landwirtschaft in der Gesellschaft. Wir gehxc3xb6ren zur weltweiten Bewegung, die fxc3xbcr eine eigenstxc3xa4ndige
Landwirtschaft kxc3xa4mpft, und ich denke es ist uns als biodynamischer Bewegung xe2x80″ als ein Teil des
anthroposophischen Kulturimpulses xe2x80″ mxc3xb6glich, die Dimension der geistigen Eigenstxc3xa4ndigkeit des
Landwirtes und der Landwirtschaft in die Bewegung fxc3xbcr eine zukunftsfxc3xa4hige Landwirtschaft einzubringen.
Dies sehe ich als einen mxc3xb6glichen Beitrag gegen aussen.
Gegen innen, als Arbeitsinhalt der biodynamischen Bewegung ist der Begriff und das Konzept der
geistigen Souverxc3xa4nitxc3xa4t zu bearbeiten. Wie ist das mit dem Geist in mir und dem Geist in der Natur? Wie
und wo entsteht Geisterkenntnis und Geisterfahrung? Wie ist das mit der spirituellen Dimension des
praktischen Arbeitens? Was heisst Wesenserkenntnis von Boden, Pflanze und Tier konkret? Und wie kann
unser Verhxc3xa4ltnis zur geistigen Dimension ein authentisches, ein eigenstxc3xa4ndiges, ein ehrliches sein? Das
Jahresthema xe2x80x9eLandwirtschaft und Spiritualitxc3xa4txe2x80x9c erxc3xb6ffnet die Mxc3xb6glichkeit diese Fragen heraufzuholen und
zu bearbeiten.

Advertenties

Rondzendbrief 88 (Duits)

Identitxc3xa4t und Offenheit
Nikolai Fuchs
Im vergangenen Rundbrief wurde versucht, die Vielschichtigkeit der Fragestellung
xe2x80x9eIdentitxc3xa4t und Offenheitxe2x80x9c fxc3xbcr die biologisch dynamische Landwirtschaft sichtbar zu
machen. Im folgenden Beitrag soll ein vertiefender Aspekt des Themas behandelt
werden.
Landlxc3xa4ufig geht man davon aus, dass man die Identitxc3xa4t xe2x80x9ein sichxe2x80x9c findet und die Offenheit
eine Haltung ist, die der einzelne gegenxc3xbcber der Welt entwickelt. Schaue ich in mich
hinein, so kann ich entdecken, dass ich so xe2x80x9eichxe2x80x9c bin wie ich mich kenne und erlebe, weil
viele Einflxc3xbcsse in meiner Vergangenheit auf mich gewirkt haben. Meine Eltern, meine
Freunde, die Umwelt, die Schule, die Arbeit, der Hof uvm. So gesehen entdecke ich einen
Teil der ‘Welt’ in mir. Schaue ich andererseits in die so genannte Welt, so kann ich mir
selber begegnen. Wie die Menschen um mich herum auf mich zukommen hxc3xa4ngt stark
davon ab, wie ich auf sie wirke. Mein Garten, mein Hof vermittelt mir sein So-Sein
vorwiegend dadurch, dass ich ihn so gestaltet habe. Im Grxc3xb6sseren verwischen sich die
Spuren. Ob es Lebensmittelgeschxc3xa4fte in meiner Nxc3xa4he gibt, hxc3xa4ngt auch davon ab, ob ich
bei ihnen einkaufe; auch am Ozonloch habe ich durch meinen Energieverbrauch einen
Anteil. So gesehen begegne ich mir, wenn ich in die Welt blicke. So gesehen liegt meine
Identitxc3xa4t auch in der Welt und die Welt in mir. Meine Identitxc3xa4t kann ich dadurch
verstxc3xa4rken, indem ich mich willentlich mit der Welt verbinde; gleichzeitig kann ich
Offenheit xc3xbcben, indem ich die Welt in mir entdecke.
Im Meditieren xc3xbcber diese Zusammenhxc3xa4nge kann ich empfindend entdecken, dass die
Welt, die ich in mir finde und die, wie sie oben beschrieben wurde, mit mir etwas zu tun
hat, und in der ich selber schicksalsmxc3xa4ssig verwoben bin, sich auf einer anderen Stufe
auch in mir offenbart. In der Welt ‘draussen’, in der ich mich entdeckt habe, kann ich
Spuren xc3xa4lterer Zeit und xe2x80x9ehxc3xb6herer Geisterxe2x80x9c – meine Ahnen, vielleicht auch Engelgeister xe2x80″
spxc3xbcrend entdecken, die durch mich und durch die Dinge um mich herum wirken xe2x80″ die
Welt tritt neu, und in anderem Masse in mein Bewusstsein ein.
Siehe dazu auch Rudolf Steiner xe2x80x9eEtwas vom Geist-Verstehen und Schicksals-Erlebenxe2x80x9c in Anthroposophische
Leitsxc3xa4tze (GA 26).
Johannes W. Schneider weist in diesem Zusammenhang im Artikel xe2x80x9eWer sind wir?xe2x80x9c
(Quelle: die Drei, Ausgabe Nr.1/2006 – Grenzorte; Grenzerweiterungen; Grenzxc3xbcberschreitungen
xe2x80″ auf der Suche nach Identitxc3xa4t und Erkenntnis) auf die von Matthias Wais
aufgegriffene moderne Biografie hin:
xe2x80x9eMatthias Wais, der sich schon mehrfach zu der >modernen Biografie< gexc3xa4ussert hat,
brachte kxc3xbcrzlich eine interessante Erweiterung des Themas. Er spricht davon, dass in
frxc3xbcheren Jahrzehnten im Streben nach Selbstverwirklichung junge Menschen ihrer
Biografie mehrfach eine neue Richtung gegeben haben. So z.B. durch Wechsel des
Berufes, der Partnerschaft und des Lebensstils. Diese Wendungen in der Biografie waren
vom Menschen gewollt. Das >von seiner Selbstverwirklichung absorbierte Ich stellte sich
gegen diese Umstxc3xa4nde und Zeitereignisse<. In der modernen Biografie aber fxc3xbchrt das
Mit-Leben des Zeitschicksals zum Bruch, was mit einer >xc3–ffnung des Ich< verbunden
ist.* Dieser Gedanke erxc3xb6ffnet eine hoffnungsvolle Perspektive. Denn es zeigt sich, dass
immer mehr Menschen >eher aus Verantwortung fxc3xbcr unsere heutige Welt handeln als
zur Durchsetzung eigener Lebenskonzepte. (…) Denn was heute Ziel sein kann, ergibt
sich von aussen her.< > Es ist das Paradox des modernen Ich, dass es sich darin findet,
dass es aus sich heraustritt, von sich absieht. <Wer aber bin ich, wenn ich von mir
absehe, wenn ich mich nicht mehr mit dem identifiziere, der ich geworden bin? Es taucht,
von Mathias Wais zart angedeutet, eine neue Ich-Erfahrung auf, von aussen an mich
herantretend, aber dieses Aussen, der Umkreis, ist der Ort desjenigen Ich, das nicht auf
dieses eine Erdenleben begrenzt ist. Dieses Ich erscheint dem Alltags-Ich zunxc3xa4chst
fremd. >Vielleicht bin ich nicht das, was ich bis dahin meinte zu sein, sondern das, was
1
jetzt als so anderes auftaucht.< xe2x80x9e
* Mathias Wais: Als Marylin Monroe in den Himmel kam. Diskurs xc3xbcber die moderne Biografie. Stuttgart und
Berlin 2005, S. 110.
Wenn wir uns als biologisch-dynamische Bewegung aufmachen um uns mit Identitxc3xa4t und
Offenheit zu beschxc3xa4ftigen, teils auch zusammen mit anderen, wie bei der kommenden
Landwirtschaftlichen Tagung, dann ist es vielleicht hilfreich, sich das oben genannte
Verhxc3xa4ltnis vor das innere Auge zu rxc3xbccken. Es gibt xe2x80″ so gesehen xe2x80″ nichts zu verteidigen
oder gar zu bezweifeln. Jede Entdeckung und jedes vertiefende Besinnen, sei es im
vordergrxc3xbcndig nach innen oder nach aussen gewendeten Blick, verspricht xc3–ffnung und
Identitxc3xa4tsbildung zugleich. Im Aufsuchen des jeweiligen Pols der Polaritxc3xa4t Identitxc3xa4t und
Offenheit kann ich das jeweils andere gewinnen. Die bewusste Txc3xa4tigkeit fxc3xbchrt im guten
Falle zu einer Steigerung von beidem.
Eine Zielrichtung findet die skizzierte Entwicklung in der Suche nach einer neuen
Landwirtschaftskultur. Wie ich meine nicht vor allem in der Suche nach einem neuen
Konzept, sondern vielmehr in dem Sinne, wie eine Kultur jeden Tag aufs Neue errungen
werden muss. Das ist eine Kulturaufgabe fxc3xbcr jeden einzelnen, auch fxc3xbcr uns als
Bewegung; im Grossen sind wir mit der an die Menschheit gestellten Aufgabe aber nicht
alleine. Und wir kxc3xb6nnen die Aufgabe auch nicht alleine bewxc3xa4ltigen. Das sich zur rechten
Zeit Zusammenfinden (…) gilt sicher auch hier.
Gedanken zum Jahresthema
Sherry Wildfeuer
Das diesjxc3xa4hrige Thema der Sektion fxc3xbcr Landwirtschaft lautet: xe2x80x9cIdentitxc3xa4tsbildung und
gesellschaftliche Offenheit xe2x80″ Landbaukultur lebenxe2x80x9c. Es ist eine Tatsache, dass die
biologisch-dynamische Landwirtschaft eine wachsende Aufmerksamkeit in der
xc3–ffentlichkeit erfxc3xa4hrt, weil zunehmend mehr Weinbauern die xc3xbcberlegene Qualitxc3xa4t von
Weintrauben, die biologisch-dynamisch erzeugt werden, anerkennen. Die Presse
behandelt diese Ergebnisse (den besseren Wein) zwar mit Anerkennung, tut sich aber
schwer damit, die Methoden und dahinterstehenden Ideen ohne Skepsis oder Humor zu
beschreiben. Man kann sie kaum dafxc3xbcr tadeln, denn es ist keine geringe Aufgabe, den
biologisch-dynamischen Ansatz in wenigen Sxc3xa4tzen zu charakterisieren. Und doch ist es
hxc3xa4ufig genau das, was wir tun mxc3xbcssen. Das Sektionskollegium in Amerika begrxc3xbcsst daher
dieses Thema als eine Gelegenheit fxc3xbcr die Sektionsmitglieder, auf dem Februartreffen
sich darxc3xbcber auszutauschen, wie wir diese xe2x80x9einnere Identitxc3xa4txe2x80x9c der biologisch-dynamischen
Landwirtschaft erleben und wie wir sie jenen xc3xbcbermitteln, die sich dafxc3xbcr interessieren –
den Besuchern vor Ort, dem Publikum von Vortrxc3xa4gen und Workshops, oder als Lehrinhalt
und Unterrichtsmethode in einer Volllzeitausbildung. Solch ein Austausch ist fxc3xbcr uns alle
hilfreich; daher kann hoffentlich die Bewegung als ganze davon profitieren.
Ich bin vor kurzem vor die schwierige Aufgabe gestellt worden, die biologischdynamische
Landwirtschaft in einem einzigen Satz (!) zu charakterisieren, und zwar fxc3xbcr
die Rxc3xbcckseite von Kunstkarten, deren Verkaufserlxc3xb6s Kimberton CSA zugute kommen
sollten, Ich fragte Rachel Schneider nach Ihrer Meinung zu meinem ersten Versuch.
Unser Gesprxc3xa4ch regte mich an, den Satz zu erweitern, um ihn noch wahrheitsgemxc3xa4sser
zu machen. Der Satz lautet folgendermassen:
xc2xabMit ihren xc3xb6kologischen, nachhaltigen Praktiken heilt und belebt die biologischdynamische
Landwirtschaft die Erde, sichert so die Zukunft der Erde und erzeugt
lebendige, nxc3xa4hrstoffhaltige Lebensmittel. Man kann den Qualitxc3xa4tsunterschied
schmecken!xc2xbb
2
Eine zweite Erkenntnis, die mit unserem Thema verknxc3xbcpft ist, erxc3xb6ffnete sich mir, als ich
xc3xbcber die Auswirkungen der steigenden xc3–lpreise auf die Landwirtschaft und die
Lebensmittelpreise nachdachte. Es dxc3xa4mmerte mir plxc3xb6tzlich, dass, obwohl Rudolf Steiner
sich nicht mit dem Energieverbrauch oder speziellen Methoden der Energieerzeugung im
Landwirtschaftlichen Kurs beschxc3xa4ftigt hat, sein Appell, einen Bauernhof als selbstxc3xa4ndigen
Organismus aufzubauen, in der Tat genau das ist, was wir jetzt als Lxc3xb6sung zur Krise der
xc3–lproduktion brauchen. Was die Decaters auf der Live Power Farm aufgebaut haben,
indem sie mit Pferden, Solarenergie und Erdwxc3xa4rme den Bedarf an Elektrizitxc3xa4t und
Heizwxc3xa4rme abdecken, erfxc3xbcllt das Ideal des Bauernhofs als Individualitxc3xa4t.
Eine weitere xc3x9cberlegung ist die, dass wir mit der assoziativen Wirtschaftsordnung, wie
Rudolf Steiner sie in seinen Schriften zur sozialen Dreigliederung dargelegt hat, eine sehr
praktische Lxc3xb6sung fxc3xbcr das gegenwxc3xa4rtige Problem haben, das xe2x80x9efood milesxe2x80x9c
(Lebensmittelmeilen) genannt wird. Die CSA-Bewegung stellt eine direkte, assoziative
Beziehung zwischen Produzent und Konsument her. Diese ist allerdings normalerweise
auf die frischen Produkte in der Erntesaison bezogen. Wxc3xa4re es nicht an der Zeit, diese
Grenzen zu xc3xbcberschreiten und andere Produkte einzubeziehen und somit den Radius zu
erweitern, um die breiteren Bedxc3xbcrfnisse der Konsumenten durch das ganze Jahr hindurch
abzudecken?
Ich mxc3xb6chte diese xc3x9cberlegungen mit Worten Rudolf Steiners beenden, die zeigen, dass er
bereits im Mxc3xa4rz 1911 ein xe2x80x9eUmweltbewegterxe2x80x9c war (aus seinem Vortrag xe2x80x9eDie Bedeutung
von geisteswissenschaftlicher Forschung fxc3xbcr die moralische Handlungxe2x80x9c GA 127, S. 127
ff.):
xc2xabWenn Theosophie immer mehr eindringen wird in die menschliche Zivilisation, dann
werden die Menschen wissen, dass es widersinnig, ja, dass es lxc3xa4cherlich ist, zu glauben,
man kxc3xb6nne sich durch Lxc3xbcgen oder Stehlen dasjenige verschaffen, was man glaubt, sich
zu verschaffen. Eines wird nxc3xa4mlich immer mehr und mehr klar werden fxc3xbcr alle Menschen,
wenn Theosophie in sie eindringen wird, dass es im Sinne der hxc3xb6heren Ursachen gar nicht
ganz gesonderte menschliche Individualitxc3xa4ten gibt, sondern dass neben den gesonderten
Individualitxc3xa4ten das ganze Menschengeschlechte eine Einheit darstellt. Und immer mehr
wird man erkennen, dass eigentlich im Sinne einer wahren Weltanschauung der Finger
gescheiter ist als der ganze Mensch, denn er bildet sich nicht ein, etwas zu sein ohne den
ganzen Menschenorganismus, zu dem er gehxc3xb6rt. In seinem dumpfen Bewusstsein weiss
er, dass er nicht existieren kann ohne den ganzen Organsimus.
Die Menschen geben sich aber fortwxc3xa4hrend Illusionen hin, sie glauben etwas
Abgesondertes zu sein durch das, was in der Haut eingeschlossen ist. Das sind sie
ebensowenig, wie der Finger etwas ist ohne den ganzen Organismus. Der Grund der
Illusion ist der, dass der Mensch herumwandern kann und der Finger nicht. Wir sind auf
der Erde in derselben Lage, wie der Finger an unserem Organismus […]
Kann man zeigen, dass durch die Theosophie die moralische Entwickelung der Menschheit
in der Zukunft so wird, dass der Mensch einsehen muss, wie er sich in eine Aura von
Illusionen hxc3xbcllt, wenn er sich einen Vorteil verschaffen will, dann wird das eine praktische
Wahrheit, dass die Welt eine Maja oder Illusion ist. Der Finger glaubt das in seinem
dumpfen Bewusstsein, welches ein halb schlafendes, trxc3xa4umendes Bewusstsein ist, er ist
so gescheit, dass er weiss: ohne die Hand und den xc3xbcbrigen Kxc3xb6rper ist er kein Finger
mehr. Der Mensch ist heute noch nicht so gescheit, dass er weiss: ohne den Erdenleib ist
er im Grunde genommen nichts. Er muss aber so gescheit werden. Der Finger ist also in
einem gewissem Vorteil vor dem Menschen. – Er schneidet sich nicht selbst ab, er sagt
nicht: Ich will das Blut, das in mir ist, fxc3xbcr mich behalten oder mich als Glied
abschneiden.- Er ist in Harmonie mit dem ganzen Organismus. Der Mensch muss
allerdings ein hxc3xb6heres Bewusstsein entwickeln, um in Harmonie mit dem ganzen
Erdenorganismus zu kommen. Im heutigen moralischen Bewusstsein weiss das der
Mensch noch nicht. Er kxc3xb6nnte sich sagen: Die Luft atme ich ein; eben war sie draussen,
3
dann ist sie drinnen im Menschenleibe: ein xc3x84usseres wird ein Inneres. – Und wenn ich die
Atemluft wieder ausatme, dann wird ein Inneres wieder ein xc3x84usseres, und so ist es mit
dem ganzen Menschen. Schon das weiss der Mensch nicht, dass er, abgesondert von der
ihm umgebenden Luft, nichts ist. Er muss danach trachten. ein Bewusstsein darxc3xbcber zu
entwickeln, wie er in den ganzen Erdenorganimus eingesperrt ist.xc2xbb
(GA 127, S. 127 xe2x80″ 131)
Erschienen in: Agricultural Section Communiquxc3xa9 Nr. 14
Zu den Grafiken des Programms
zur Landwirtschaftlichen Tagung 2006
Nikolai Fuchs
Manch einer mag sich gefragt haben, was die graphischen Elemente des Programms zur
Landwirtschaftlichen Tagung 2006 bedeuten sollen. Neben der rein kxc3xbcnstlerischen
Gestaltungskomponente wird im Folgenden zu den dahinter stehenden Gedanken Bezug
genommen:
Bei dem Blatt handelt es sich um das Blatt einer Weinrebe. Das Blatt an sich kann als
Symbol fxc3xbcr Identitxc3xa4t (die Eigengestalt) und Offenheit zur Umwelt (die Assimilation)
angeschaut werden. Dazu hat in jxc3xbcngerer Vergangenheit der biologisch-dynamische
Weinbau viele Diskussionen ausgelxc3xb6st, die die Identitxc3xa4t der Bewegung betreffen: Ist es
nun xe2x80x9elegitimxe2x80x9c biologisch-dynamischen Weinbau als xe2x80x9eMonokulturxe2x80x9c und zur Erzeugung eines
alkoholischen Getrxc3xa4nkes zu betreiben?
Die zweite Skizze stellt das Goetheanum im Aufriss dar: Das Goetheanum kann als eines
der Identitxc3xa4tspunkte des biologisch-dynamischen Landbaus angesehen werden (sie fusst
auf der Anthroposophie, die hier ein Zentrum hat). Der offene Aufriss soll die heute
gelebte Offenheit und Durchlxc3xa4ssigkeit des ansonsten schwer und abgeschlossen
wirkenden Baues symbolisieren.
Das Foto stellt einen biologisch-dynamischen Bauern dar, der auf seinem 70 Jahre alten
Demeter-Hof, konfrontiert mit der modernen Melktechnik und dem jetzigen Milchpreis,
wenn man so will, in die Zukunft blickt xe2x80″ auf der Suche nach einer neuen
Landwirtschaftskultur.
Bericht (Auszug) der Zusammenkunft des Vertreterkreis im Herbst’05
Stefan O. Mahlich
Michaelbrief: xe2x80x9eDie Weltgedanken im Wirken Michaels und im Wirken Ahrimansxe2x80x9c
Was ist unter dem Begriff des Weltgedankens zu verstehen? Michael und Ahriman sind
gleichen Ursprungs, jedoch sind sie in ihrem Wirken unterschiedlich. Wir nehmen
Weltgedanken nicht wahr, sondern die Formen, in die sie geronnen sind. Wir nehmen
etwas wahr und es entstehen Gedanken. Dies sind jedoch Vorstellungen des geistigen
Automatismus – Abstraktionen aus einem Meer von Vorstellungen. Ahriman verhilft uns in
einem ahrimanischen Akt, den Einzelgedanken dem Gesamtzusammenhang zu
entreissen. Wir erlxc3xb6sen Ahriman, indem durch die Verinnerlichung das xe2x80x9eTeilxe2x80x9c wieder in
das Ganze gefxc3xbcgt wird. Es gilt, durch das eigene Selbst den Zusammenhang zu erhalten
und dem Ursprung verhaftet zu bleiben. Dazu dient uns Ahriman, dass wir uns selbst
erkennen und die Welt in Liebe erfassen kxc3xb6nnen. Das Staunen steht hierbei am Anfang.
4
Zum aktuellen Jahresthema
Die Entwicklung der biologisch-dynamischen Bewegung hat ihren Ausgangspunkt im
Landwirtschaftlichen Kurs in Koberwitz. In den 70er und 80er-Jahren kam es zum
Aufkeimen einer xe2x80x9ealternativen Bewegungxe2x80x9c. An welchem Punkt sind wir heute angelangt?
Ist die Bewegung zur Pflegestation geworden, hat sie ihren Todespunkt erreicht oder
steht sie am Ausgangspunkt eines neuen Impulses? Auf welche Fragen mxc3xb6chten wir
Antwort geben und wie sind unsere Strategien und Zielsetzungen im Konflikt zwischen
Individualisierung und Standardisierung, Regionalisierung und Globalisierung,
Zusammenarbeit und Konkurrenz sowie Slowfood und Fastfood? Ist ein biologischdynamisch
wirtschaftender Betrieb, als Zusammenklang von Produktion, Kultur sowie
Lebens- und Erlebnissphxc3xa4re zukunftsweisend? Also ein Betrieb, der in sich die Fxc3xa4higkeit
trxc3xa4gt suchenden Menschen Antworten zu geben, regionale Kooperationen einzugehen
weiss, kulturschaffend wirkt und reisenden Menschen zum Ziel werden und mit Gemeinde
und Behxc3xb6rden zusammenarbeiten kann.
Es findet ein Bewegung in Richtung des xc3xb6kologischen Landbaus, respektive des
konventionellen Landbaus statt; weniger Kulturen, weniger Tierarten uvm. sind Ausdruck
dieser Entwicklung. Das hxc3xa4ngt auch damit zusammen, dass die Auszubildenden in den
herkxc3xb6mmlichen Berufsschulen nichts anderes hxc3xb6ren. In diesem Zusammenhang drxc3xa4ngt
sich die Frage auf, wie es mit dem biologisch-dynamischen Landbau weitergehen soll. Auf
die Frage Ehrenfried Pfeiffers an Rudolf Steiner im Anschluss an den Koberwitzer Kurs
xe2x80x9eWie kann die Brxc3xbccke zur Tat ohne Egoismus geschlagen werdenxe2x80x9c xc3xa4ussert dieser, dass
alles eine Frage der Ernxc3xa4hrung ist, die es dem Menschen verunmxc3xb6glicht anders zu
handeln. Es ist der Zeitpunkt gekommen sich bei jeder Tagung auch der Ernxc3xa4hrungsfrage
zuzuwenden.
Die Freie Hochschule fxc3xbcr Geisteswissenschaft wurde anlxc3xa4sslich der Weihnachtstagung
1923 gegrxc3xbcndet. Die Hochschule wurde nach innen in die Klasse und nach aussen in die
Sektionen gegliedert. Es wird beschrieben, dass es darauf ankxc3xa4me die hxc3xb6chste Esoterik
mit der grxc3xb6ssten xc3–ffentlichkeit zu verbinden. Im Hinblick auf xe2x80x9ehxc3xb6chste Esoterikxe2x80x9c sei
Folgendes angesprochen. Zum einen die Identitxc3xa4tsbildung: Wenn man im Sinne der
Hochschule lebt, gilt es als moderner Mensch, kraft des individuellen Entschlusses, den
Schulungsweg zu gehen. Auf diesem Weg gilt es den Zusammenhang mit der Welt zu
halten.
Reprxc3xa4sentant in der Welt sein: Demgegenxc3xbcber steht die grxc3xb6sstmxc3xb6gliche xc3–ffentlichkeit
okkulter Inhalte, wie sie erstmals durch Rudolf Steiner in dieser Form in die Welt gestellt
wurden. Das ist neu und zukxc3xbcnftig, sodass wir einen Inhalt in uns tragen, auf den die
Welt reagiert. Jedoch liegen zwischen den Polen Esoterik und xc3–ffentlichkeit die
grxc3xb6sstmxc3xb6glichen Gefahren. Diese sind nur xc3xbcberwindbar, wenn wir in der Esoterik wurzeln.
Es stellt sich die Aufgabe, einerseits ganz in die Verxc3xa4usserlichung und andererseits ganz
nach innen zu den geistigen Quellen zu gehen. Dieser Weg muss immer wieder neu
gegangen werden. Es gilt die esoterische Quelle aufzusuchen und es geht nicht um eine
Verwxc3xa4sserung des Anliegens.
Der Impuls aus der Anthroposophie trxc3xa4gt in sich Ewigkeitscharakter. Im Zusammenhang
mit dem erwxc3xa4hnten Begriff des xe2x80x9eTodespunktesxe2x80x9c kann hier nur deutlich hervorgehoben
werden, dass dieser Impuls unsterblich ist. Es gilt, diesen Impuls zu einem inneren
Erlebnis und Grundstein des Herzens werden zu lassen. Im Zusammenhang mit der
xc3–ffentlichkeit haben wir es mit Sterben und Werden zu tun. Mit dieser Tatsache muss
man lernen zu leben.
Vorerst abschliessendes Gesprxc3xa4ch zur Urteilsbildung zum Alkohol
Wir stehen vor einem Dilemma: Wenn wir den Wein in geisteswissenschaftlicher
Sichtweise betrachten wird deutlich, dass der Konsum von Wein nicht mit der
5
Mitgliedschaft in der Hochschule vereinbar ist, da es dort zu den xc3x9cbungselementen
gehxc3xb6rt, sich xc3xbcber die Grenzen der Geburt zurxc3xbcck zu erinnern. Wein wirkt direkt auf die
Ich-Organisation (Nikotin dagegen bewirkt eine Lockerung der Lebensgefxc3xbchle). Historisch
gesehen hatte der Wein die Aufgabe (siehe auch die Vortrxc3xa4ge Rudolf Steiners zu den
Evangelien) die Ich-Entwicklung voranzutreiben. Jeder ist aufgerufen zu schauen wo er
steht. Es sollten daher keine emotionalen Kurzschlxc3xbcsse gezogen werden. Es gilt in
Freiheit urteilsfxc3xa4hig zu werden und Sachverhalte zu formulieren.
Der Weinstock ist eine Pflanze, die sehr stark mit dem Boden verbunden ist. Durch den
Verzehr vergorener Frxc3xbcchte wird der Mensch von einer Erdenschwere ergriffen. Dieser
Vorgang wirkt direkt auf den xc3x84therleib und geht mit Erinnerungsverlust und dem Verlust
der Gedxc3xa4chtniskrxc3xa4fte, welche ihren Sitz im xc3x84therleib haben, einher. Die Wirkung auf den
Astralleib ist so, dass das Denken keine Mxc3xb6glichkeit mehr findet die Wirklichkeit der Welt
zu erkennen. Das Seelische wirkt auf das Geistige und das Ich-Wesen dxc3xa4mmert weg. Der
Alkohol, als xe2x80x9eWerk des Teufelsxe2x80x9c, schneidet den Menschen vom Geistigen ab und fxc3xbchrt
dazu, sich die Vernunft aus dem Kopfe zu trinken.
Rudolf Steiner hatte einen Spirituosenfabrikanten zum Freund, der all seinen Gewinn
einem Abstinenzverein spendete.

rondzendbrief 86

Sektion fxc3xbcr Landwirtschaft
am Goetheanum
Rundbrief Nr. 87 Sommer 2005
An die Freundinnen und Freunde der biologisch-dynamischen
Landwirtschaft
Liebe Freundinnen und Freunde,
wieder hat es etwas gedauert, bis ein neuer Rundbrief vorliegt. Das neue
Jahresthema bedarf der starken Auseinandersetzung und es benxc3xb6tigte
einige Zeit, bis ein Zipfel davon gegriffen werden konnte.
Zunxc3xa4chst mxc3xb6chte ich mich herzlich bei denjenigen (Wenigen) bedanken, die
auf den letzten Rundbrief und meine Fragen zu Form und Inhalt des
Rundbriefs geantwortet haben. Sie haben mir Mut gemacht, weiter so
fortzufahren wie es eben mxc3xb6glich ist. D.h. grundlegende Aufsxc3xa4tze zum
Jahresthema, die xc3xbcber das Jahr durch andere Beitrxc3xa4ge ergxc3xa4nzt werden,
dazu Berichte xc3xbcber wichtige Ereignisse in und um die Sektion, zu denen
man sonst nicht so ohne weiteres Zugang findet und ergxc3xa4nzend vielleicht
Mantren, aber freilassend.
Auch an dieser Stelle mxc3xb6chten wir noch einmal darauf hinweisen, dass die
Belebung dieses Jahresthemas sehr stark von den im biologischdynamischen
Bereich txc3xa4tigen Menschen abhxc3xa4ngt. Fxc3xbchlen Sie sich also
inspiriert und aufgerufen, in diesem Sinne txc3xa4tig zu werden! – Was fxc3xa4llt
Ihnen zu diesem Thema ein? Mit welchen Menschen wxc3xbcrden Sie gerne in
Kontakt kommen, etwas besprechen oder vielleicht sogar gemeinsam
unternehmen?
In diesem Rundbrief findet sich auch ein Rxc3xbcckblick auf die Zusammenkunft
des Vertreterkreises im Februar in Dornach, als Nachklang zum vorherigen
Jahresthema ein Artikel zum Kohlenstoff-Prozess von Hugh Williams aus
Amerika, ein Kurz-Bericht zum Internationalen Biologisch-Dynamischen
Verein IBDA, einige aktuelle Sektions-Notizen und ein Beitrag zum
Jahresthema.
Wie immer wxc3xbcrden wir uns in der Sektion sehr xc3xbcber Rxc3xbcckmeldungen und
auch kxc3xbcnftige Beitrxc3xa4ge zum Rundbrief freuen!
Mit besten Grxc3xbcssen
Fxc3xbcr die Sektion fxc3xbcr Landwirtschaft
Nikolai Fuchs Stefan O. Mahlich
Zum Jahresthema:
Identitxc3xa4tsbildung und gesellschaftliche Offenheit –
Landbaukultur leben
Nikolai Fuchs
Prolog
Bei der Geburt des Jahresthemas bei der Zusammenkunft des
Vertreterkreises im Herbst 2004 bei Nicolas Joly, standen folgende
Gedanken und Empfindungen Pate:
Wir fxc3xbchlen uns als biologisch-dynamische Bewegung nicht ausreichend als
Teil der Welt, die im kulturkreativen Sinne an einer umfassenden
gerechteren Welt arbeitet. Wir fxc3xbchlen uns als etwas zu stark “unter uns”.
Gleichzeitig wxc3xbcnschen wir eine Erneuerung, insbesondere durch junge
Menschen. Wir mxc3xb6chten gerne, dass unsere Impulse von der jxc3xbcngeren
Generation, wenn auch in verwandelter Form, aufgegriffen werden.
Nun wird berichtet, dass wenn junge Menschen auf die Hxc3xb6fe kommen, sie
vor allem die soziale Identitxc3xa4t suchen und “Doppelbxc3xb6digkeit”, d.h. das
Nicht-xc3x9cbereinstimmen von Kopf und Herz bzw. Herz und Hand, also etwas
anderes reden als leben, als sehr enttxc3xa4uschend empfinden.
Nicht zuletzt besteht eine gewisse Unsicherheit darxc3xbcber, wer wir sind und
wie wir immer erneut unsere Identitxc3xa4t und damit Motivationsgrxc3xbcnde bilden
kxc3xb6nnen.
Das Jahresthema 2005/2006 “Identitxc3xa4tsbildung und gesellschaftliche
Offenheit – Landbaukultur leben” trxc3xa4gt neben der Erkenntnisfrage eine
Geste in sich, die sich nur erfxc3xbcllt, wenn Wege beschritten werden:
‘Identitxc3xa4tsbildung’ ist ein aktiver Prozess, wxc3xa4hrenddessen ‘gesellschaftliche
Offenheit’ mehr eine Haltung beschreibt. ‘Landbaukultur leben’ findet
wiederum seine Erfxc3xbcllung in der Tat. Alle drei Aspekte lassen sich also nicht
unmittelbar und direkt im eminentesten Sinne angehen, sondern sind eher
Resultierende einer zielgefxc3xbchrten Handlung. Dabei stellt sich die
spannnende Frage, ob das Ziel fxc3xbcr die zielgefxc3xbchrte Handlung schon
gegeben ist, oder schon als gegeben angenommen werden kann. Oder
kxc3xb6nnte es gar sein, dass das Ziel noch offen ist, also das noch zu
Bestimmende ist?
Identitxc3xa4tsbildung
Geschichtsbewusstsein
Identitxc3xa4t hat damit zu tun, dass man ein Bewusstsein von sich selbst hat.
Dazu gehxc3xb6rt auch, dass man ein Bewusstsein davon hat, wo man
herkommt und wie die eigene Geschichte/Biographie ist. Was fxc3xbcr einen
selber gilt, das gilt wohl auch fxc3xbcr eine Bewegung wie die Biologisch-
Dynamische. [In Bezug auf einen selbst lohnt es sich, in das Tagungsbuch
der Landwirtschaftlichen Tagung 2001 – Ich wirtschafte biologischdynamisch
– warum? – hineinzuschauen. – Was hat einen persxc3xb6nlich
bewogen, die Entscheidung biologisch-dynamisch zu wirtschaften zu
treffen? In dem Tagungsband sind viele anregende Beispiele dafxc3xbcr zu
finden.]
Ebenfalls im Tagungsband aus dem Jahre 2001 findet sich der Beitrag zu
den Mysterien von Frank Teichmann, der auf die Geschichte der
Landwirtschaft im Zusammenhang mit den alten und neuen Mysterien
eingeht. Dieser Beitrag lxc3xa4sst sich wie folgt kurz zusammenfassen: Er
schildert darin, wie die erdgeschichtlich sehr junge Erscheinung
Landwirtschaft ihren Ausgangspunkt darin nahm, dass, gefxc3xbchrt vom
Eingeweihten Zarathustra, ein Bewusstein von der Erde entstand. In
xc3x84gypten entwickelte sich spxc3xa4ter eine Orientierung hin zum Geistigen im
Menschenwesen, im Norden, innerhalb der Megalithkultur, hin zum
Geistigen hinter den xc3xa4usseren Naturerscheinung. In Griechenland fanden
beide Strxc3xb6mungen als Vorbereitung fxc3xbcr das Christusereignis zusammen.
Durch das Christusereignis, und insbesondere den Auferstehungsmoment,
ist eine Neubelebung des Denkens mxc3xb6glich. Natur und Komsos sind eines,
und sie kxc3xb6nnen durch den Menschen, durch seinen Leib, verstanden
werden. “Warum mxc3xbcssen wir uns an die ursprxc3xbcngliche Situation
zurxc3xbcckerinnern, auf unsere Wurzeln? Weil wir ein Bewusstsein darxc3xbcber
entwickeln, dass ursprxc3xbcnglich die Landwirtschaft nicht fxc3xbcr die
Landwirtschaft hervorgegangen ist, sondern fxc3xbcr die Durchgeistigung des
Menschen, indem er Nahrungsmittel erhxc3xa4lt, die den menschlichen
Organismus beleben und nicht nur xc3xa4usserer Stofflichkeit dienen. In “der
Mensch wird zur Grundlage gemacht” des Landwirtschaftlichen Kurses und
der geistigen Stoffeskunde sowie der Belebung der Erde mit Heilmitteln der
biologisch-dynamischen Landwirtschaft, findet man eine Weiterfxc3xbchrung des
in den Mysterien veranlagten Prozesses. – Hiermit sei noch einmal
angeklungen, aus welchem Bewusstsein heraus wir heute Aufgabe und
Identitxc3xa4t schxc3xb6pfen kxc3xb6nnen.
Wir kxc3xb6nnen uns heute also vergegenwxc3xa4rtigen, wo die (biologischdynamische)
Landwirtschaft als Sonnen-Impuls steht und welche
Zukunftsvisionen sich unter Berxc3xbccksichtigung dieses Gesichtspunktes
ergeben.
Historisches Bewusstsein
Neben der umspannenden geschichtlichen Dimension, braucht es fxc3xbcr die
Identitxc3xa4tsbildung auch ein Bewusstsein xc3xbcber die Historie. Ein Bewusstein,
das die Zeitereignisse unter anderem in den Wertekonsens der Gegenwart
einbettet. Hierbei ist aus der Jahresthema-Perspektive der Zeitpunkt des
Landwirtschaftlichen Kurses im Jahre 1924 in den Blick zu nehmen. Wie
war beispielsweise die Situation, in der Rudolf Steiner zum
Landwirtschaftlichen Kurs aufgefordert wurde? Einige Gesichtspunkte sind
dabei sicher lohnend, sich noch einmal ins Bewusstsein zu rufen: Die
Landwirtschaft lag nach dem Ersten Weltkrieg dramatisch am Boden und
hatte sich im Jahre 1924 noch immer nicht erholt. Zu den xc3xbcblichen
Mangelerscheinungen der Nachkriegszeit traten ein aus der Pflege
gefallenes Saatgut und als Einzelmassnahme der Stickstoffdxc3xbcnger. Dazu
hatte sich die Agrarchemie um den Beginn des Jahrhunderts zur fxc3xbchrenden
Leitwissenschaft innerhalb der Landwirtschaftswissenschaften entwickelt.
Diese Zeit wurde nicht nur von den Anthroposophen sondern auch von den
in der Landwirtschaft txc3xa4tigen Menschen als dramatisch erlebt. Die
Agrarbiologie mit Schwerpunkt Bodenbiologie nahm als Wissenschaft hier
ihren Ausgangspunkt. Auch nahmen mehrere Reformbemxc3xbchungen, unter
anderem in Form eines “Natxc3xbcrlichen Landbaus”, dort ihren Anfang. In den
Jahren 1927/1928 war die schlimmste Krise der Landwirtschaft
xc3xbcberwunden und die Ertrxc3xa4ge und Qualitxc3xa4ten stabilisierten sich. So mxc3xbcssen
wir wohl von dem Geschichtsbild Abschied nehmen, dass die biologischdynamische
Wirtschaftsweise die einzige war, die eine Antwort auf die
damaligen Zustxc3xa4nde gab. Ein wissenschaftlich gestxc3xbctzter “xc3xb6kologischer
Landbau” wxc3xa4re heute ohne die biologisch-dynamische Wirtschaftsweise
prinzipiell denkbar. Das Impulsierende, Befeuernde, das risiokobeladene
Ausprobieren und Einstehen fxc3xbcr die Sache, aber auch die gemeinschaftliche
Geschlossenheit, wxc3xa4re jedoch ohne die Pioniere des biologischdynamischen
Landbaus in den frxc3xbchen Jahren des xc3xb6kologischen Landbaus in
dieser Form nicht vorhanden gewesen. Die Bewegung des biologischen
Landbaus ist stark, wenn auch nicht ausschliesslich, durch die biologischdynamisch
arbeitenden Landwirte entstanden. Davon befreit, der (einzige)
Ausgangspunkt des heutigen xc3xb6kologischen Landbaus zu sein, kann der Blick
umso freier auf dem eigentlichen Ereignis des Landwirtschaftlichen Kurses
ruhen: In den Jahren um 1924 war wohl eine dramatische Situation
innerhalb der Landwirtschaft notwendig, und den ausgesprochenen Willen
eines ganzen Kreises von Menschen, um Rudolf Steiner, seit dem
Goetheanum-Brand gesundheitlich sichtlich gezeichnet, zum Halten des
Kurses bewegen zu kxc3xb6nnen. Es gehxc3xb6rt aus meiner Sicht zur Signatur des
biologisch-dynamischen Impulses, dass er nicht ausschliesslich aus der Not
der Situation, sondern immer frei zu ergreifen ist. Was sich in dem
Pfingstereignis Landwirtschaftlicher Kurs 1924 ausspricht, ist vom Inhalt
her nicht zeitgebunden, sondern setzt auf der Erde wie zu einem
frxc3xbchestmxc3xb6glichen Zeitpunkt ein – die Teilnehmer des Kurses konnten ihn ja
kaum verstehen, und noch heute geht es uns so – und hat fxc3xbcr eine ziemlich
weite Zukunft Gxc3xbcltigkeit. Es braucht den sich frei entschliessenden
Menschen zu seiner Realisierung, deswegen konnte dieses Ereignis nicht
frxc3xbcher kommen und harret noch seiner weiteren Realisierung.
Zu einem historischen Bewusstsein gehxc3xb6rt aber auch, sich die Zeit der
letzten 80 Jahre zu vergegenwxc3xa4rtigen: Die Ausdehnung der Arbeit zwischen
1927 und 1932 – gerade waren wir mit der Hochschultagung und der
Naturwissenschaftlichen Sektion auf Loverendale, Hof Terlinde in Holland,
der im Jahre 1928 umgestellt wurde. Es ist immer wieder berxc3xbchrend, auf
diese alten Hxc3xb6fe zu kommen und ihre Geschichte einzuatmen und zu
erfahren, welche Herausforderungen so ein Hof in 77 Jahren bestehen
muss. Gerade wurde in der Schweiz 75 Jahre Oswald-Hof gefeiert (worauf
ich weiter unten noch nxc3xa4her eingehen werde). Dann die zum Teil sehr
mutige, in manchen Punkten doch aber auch unrxc3xbchmliche Zeit zwischen
den Jahren 1933 und 1941 (1945). Der Versuch der biologischdynamischen
Vertreter, die Gunst der Machthaber zu erhalten, zum Teil
eben mit aus heutiger Sicht fragwxc3xbcrdiger Vorgehensweise. Auf der anderen
Seite die nationalsozialistischen Machthaber, mit einer Sympathie fxc3xbcr das
“Natxc3xbcrliche”, die versuchten, sich das Biologisch-Dynamische dienstbar zu
machen; die jedoch auch, und das sollten sich diejenigen, die immer noch
in einer Ecke ihrer Seele mit den so genannten “guten Seiten” dieser Zeit
sympathisieren, vor die Seele rufen, das Andienen der Biodynamiker sehr
wohl durchschauten und alles Anthroposophische des Biodynamischen
zutiefst ablehnten und vor hatten, das Biodynamische vom
Anthroposophischen in kurzer Zeit zu trennen. Ein Lichtblick in dieser Zeit
ist jedoch das Verhalten von Hans Heinze, dem spxc3xa4teren langjxc3xa4hrigen
Forschungsring-Geschxc3xa4ftsfxc3xbchrer, der als Verwalter von Loverendale auch
fxc3xbcr die Wehrmacht fxc3xbcr den Hafen von Vlissingen zustxc3xa4ndig war. Im Herbst
1944 legt er zwei Befehle von Hitler gegeneinander aus, so dass die
Hafenanlagen nicht gesprengt wurde, was fxc3xbcr die Menschen vor Ort
existentiell war. – Dann die lange, karge Zeit des Wiederaufbaus der
biologische-dynamischen Arbeit bis in die 70er-Jahre hinein, der Mit-
Aufschwung mit der xc3–kologie-Bewegung in den 80ern und 90ern. Und
heute stellt sich die Identitxc3xa4tsfrage, die Frage nach der spirituellen
Verankerung. – All dies gehxc3xb6rt zu der Identitxc3xa4t der biologisch-dynamischen
Bewegung.
Verhxc3xa4ltnis zu Rudolf Steiner und zur Anthroposophie
Eine andere Seite der Identitxc3xa4tsbildung beruht auf der Frage nach dem
eigenen – und das der biologisch-dynamischen Bewegung – Verhxc3xa4ltnis zu
Rudolf Steiner und zur Anthroposophie. Jeder, der biologisch-dynamisch
arbeitet, muss sich diese Frage stellen und ein Verhxc3xa4ltnis dazu finden. – So
wenig jemand “bekennender” Anthroposoph sein muss der biologischdynamisch
wirtschaftet, so wenig wird er auf die Frage nach seinem
Verhxc3xa4ltnis zur Anthroposophie angeben kxc3xb6nnen: “gar keines”. Denn jeder,
der biologisch-dynamisch arbeitet, arbeitet in und mit einem Resultat der
Anthroposophie und sollte sich zumindest dessen bewusst sein. In jeder
Frage nach dem ‘warum’ und der Weiterentwicklung einer biologischdynamischen
Massnahme, durchschreitet man das Tor in einen
anthroposophisch geprxc3xa4gten Gedankenraum. Und das impliziert die Frage
nach meinem Verhxc3xa4ltnis zu Rudolf Steiner – inwieweit lasse ich mich auf
seine Angaben ein, inwieweit akzeptiere ich ihn als meinen “Lehrer”,
welchen Abstand wahre ich, und wie fruchtbar ist der? Wieviel
Selbsterfahrung mache ich zum Massstab meines Fortschreitens, und wo
gestehe ich mir die Anregungen aus der Anthroposophie zu? Wie finde ich
einen liebevollen Umgang zu der fxc3xbcr mich gxc3xbcltigen ‘Glaubensoffenbarung’
der Anthroposophie? Zuletzt kann auch die Frage berxc3xbchrt sein, was tue ich,
damit die Anthroposophie (weiter) leben kann und sich das Biologisch-
Dynamische daraus weiter nxc3xa4hren kann? Meist stellt sich die Frage
gegenxc3xbcber dem menschlichen Umkreis oder der xc3–ffentlichkeit nach meinem
Verhxc3xa4ltnis zu Rudolf Steiner und zur Anthroposophie ganz konkret. Was
antworte ich, wenn ich danach gefragt werde? Und wie fxc3xbchle ich mich
dabei? Was sagt mir daraufhin meine Seele?
Wir kxc3xb6nnen 82 Jahre nach der Weihnachtstagung schlechterdings
behaupten, es gxc3xa4be ja das Buch “Wie erlangt man Erkenntnisse der
hxc3xb6heren Welten” und darin wxc3xa4re ein Schulungsweg beschrieben. Wenn man
den beschreitet, so wxc3xbcrde man hellsichtig. – Zumindest nicht einfach so.
Die Erfahrung zeigt, dass das so einfach nicht ist. Damit sei nicht gesagt,
dass der Schulungsweg nicht richtig ist. Die Wirkung liegt aber vielleicht an
anderer Stelle, als man zunxc3xa4chst vermutet. Auf die vor wenigen Tagen
gestellte Frage an den jetzigen Landwirt vom Oswaldhof, Matthias Koloska,
ob er eine direkte Wirkung der Prxc3xa4parate feststellen kxc3xb6nne antwortete er:
“Nein, direkt nicht. Aber der Betrieb lxc3xa4uft gut so”. Ganz in diesem Sinne
kann es sich mit der Anthroposophie verhalten: Das Studium der Texte (ja,
das ist ein wesentliches Moment, um den eigenen Geist zu hxc3xb6heren
Aufgaben zu bilden und zu formen), das phxc3xa4nomenologische Betrachten
und die Meditationspraxis – nicht zu vergessen bei uns Bauern das Handeln
und die Reflektion darxc3xbcber – schafft ein Leben, dass man sich einiger mit
dem Geistigen fxc3xbchlen kann. Das kann man, so glaube ich, heute schon
sagen. Wenn beispielsweise der Sichtschleier zu den vorherigen Erdenleben
durchsichtiger wird, dann kxc3xbcndigt sich eine leichte Hellsichtigkeit an. Auch
das Wirken von Elemetarwesenheiten oder gar Engeln kann durch diese
xc3x9cbungen mehr in den Wahrnehmungshorizont rxc3xbccken.
Eine Befxc3xbcrchtung, die sich mit der oben besprochenen Frage verknxc3xbcpft, ist
die des latenten Sektenvorwurfes – meist im Zusammenhang des
Biologisch-Dynamischen mit der Anthroposophie. Man kann, und wird es
auch in den allermeisten Fxc3xa4llen tun, den Vorwurf einfach abstreiten. Und
wo man recht hat, ist es auch sicher gut so. Man kann sich aber auch
einmal mit der Frage beschxc3xa4ftigen, was Sektierertum eigentlich ausmacht.
Wo findet man Spuren davon in der Welt (meist sind die, die den Vorwurf
erheben, selber gefxc3xa4hrdet), im unmittelbaren Umfeld und bei sich. – Wo
neigt sich beispielsweise etwas einem Fxc3xbchrerprinzip zu, wo gibt es
Neigungen zu Absolutismen (das Gegenteil davon ist nicht, dass man alles
relativiert), wo ist die Selbstaufgabe grxc3xb6sser, und fordert gar die Aufgabe
des Familien- bzw. Freundeskreises, als es in Gemeinschaften xc3xbcblich ist?
Neulich klang einmal an: Sektiererisch sei, auf nicht gestellte Fragen eine
Antwort zu geben bzw. auf jede Frage eine Antwort zu wissen. Eine
Sensibilitxc3xa4t gegenxc3xbcber diesen Fragen fxc3xbchrt zu einer inneren Sicherheit,
nicht nur Vorwxc3xbcrfen besser entgegen treten zu kxc3xb6nnen, sondern auch die
eigene Identitxc3xa4t zu stxc3xa4rken.
Zur Identitxc3xa4tsbildung gehxc3xb6rt fxc3xbcr mich aber auch die Wahrnehmung des
Geleisteten in der biologisch-dynamischen Bewegung und die Freude
daran. Im Grunde kann es einen ja in innerlichen Jubel verfallen lassen,
wenn man bemerkt, wie man eine geistgetragene Anschauung im Herzen
trxc3xa4gt und beim “Schaffen” im biologisch-dynamischen Betrieb innerlich
anwesend hat und diese einem Fruchtbarkeit kxc3xbcndend aus dem Betrieb
zurxc3xbcckstrahlt! Wenn es sich in der Lebenspraxis als richtig erweist, vom
Menschen ausgehend die Natur zu verstehen, dann spxc3xbcrt man, dass das,
was man tut, Sinn macht! – Diese Sicherheit dxc3xbcrfen wir heute nach 80
Jahren in der Seele tragen. – Nicht, dass das in unserer Zeit immer mit den
Anforderungen der Wirtschaft konform ist (was auch etwas xc3xbcber die
Wirtschaft heute aussagt) und auch nicht, dass nicht noch weiter eine
erkenntnismxc3xa4ssige Durchdringung erforderlich ist. Aber es ist mxc3xb6glich, so
zu wirtschaften! Die zahlreichen Auszeichnungen von Betrieben und
Produkten in den letzten Jahren kxc3xb6nnen da wie eine zusxc3xa4tzliche
Bestxc3xa4tigung wirken.
Identitxc3xa4tsbildung konkret
Zum Jubilxc3xa4um des Oswaldhofes ist ein sehr interessantes Buch
herausgekommen: 75 Jahre bio&dynamisch – der Oswaldhof –
Geschichten, Dokumente, Analysen; Frumenta Verlag Arlesheim, ISBN 3-
905616-14-9. Darin reflektieren viele Menschen ihre Zeit auf dem
Oswaldhof, aber auch 75 Jahre Biolandbau-Geschichte in der Schweiz. Es
finden sich darin Aussagen wie:
“Wenn wir im Juni 2005 mit dem 75-jxc3xa4hrigen Jubilxc3xa4um des Oswaldhofs
auch 75 Jahre Biolandbau in der Schweiz feiern kxc3xb6nnen, dann ist das die
Frucht einer immer wieder bewusst gemachten xc3x9cberzeugung, dass man in
der landwirtschaftlichen Arbeit in die richtige Richtung geht, wenn man sie
betrachtet als die sorgfxc3xa4ltige, vielseitige, gesundende Pflege der
Fruchtbarkeit der Erde. Das bedeutet Lebensqualitxc3xa4t im grxc3xb6ssten Umfange
fxc3xbcr die Erde und die auf ihr lebenden Pflanzen, Tiere und Menschen. Es ist
eine grosse Kulturaufgabe, die uns Menschen anvertraut ist.
“Einen Hof 75 Jahre lang biologisch-dynamisch zu pflegen, das ist der
Ausdruck der xc3xbcberzeugten und xc3xbcberzeugenden Treue zu dieser Aufgabe…”
So schreibt Gretel Koloska, Prxc3xa4sidentin des Vereins Oswaldhof und
pensionierte Bxc3xa4uerin des Oswaldhofes, in ihrem Vorwort zum Buch.
[Ist es da verwunderlich, dass Kunden den Demeter-Bauern die meiste
Glaubwxc3xbcrdigkeit zuschreiben, weil sie eben als “xc3x9cberzeugungstxc3xa4ter”
angesehen werden (was sich leider im Kaufverhalten nur in Krisenzeiten
wie bei BSE deutlich ausdrxc3xbcckt)?]
“Vor 75 Jahren, als sich Konrad Oswald dazu entschloss, seinen Betrieb
nach den Grundsxc3xa4tzen des biologisch-dynamischen Landbaus zu
bewirtschaften dachte noch niemand an die Knospe, das heutige
landlxc3xa4ufige Symbol des biologischen Landbaus. Konrad Oswald fasste den
Entscheid zur Umstellung zu einem Zeitpunkt, als in Europa eine grosse
Arbeitslosigkeit herrschte. Die Umstellung war zudem mit einem grossen
Unsicherheitsfaktor verbunden, denn niemand konnte eine Prognose xc3xbcber
das kxc3xbcnftige Ertragspotential geben. Auch konnte die Familie Oswald weder
auf finanzielle noch ideelle Unterstxc3xbctzung des Staates zxc3xa4hlen. Es ging den
Bio-Pionieren ausschliesslich darum, alle natxc3xbcrlichen Krxc3xa4fte zu nutzen, um
gesunde und aufbauende Lebensmittel zu produzieren. … Es wxc3xa4re
vermessen, den Oswaldhof mit der dahinter stehenden Geistes- und
Lebenshaltung und die Bio-Knospe auf die gleiche Ebene zu stellen. Und
trotzdem: Die Beharrlichkeit und die feste xc3x9cberzeugung der Bio-Pioniere,
dass ihre Produktionsweise die beste sei, hat dem Biolandbau in der
Schweiz schliesslich zum Durchbruch verholfen. … Im Namen des
Thurgauer Regierungsrates danke und gratuliere ich den Bio-Pionieren auf
dem Oswaldhof und allen geistigen Nachkommen, dass sie den biologischdynamischen
Landbau weiterpflegen und so mithelfen, die Bio-Knospe mit
Lebensenergie zu versorgen.” (Dr. Kaspar Schlxc3xa4pfer, Regierungsrat des
Kantons Thurgau, im Mai 2005).
In dieser “Aussensicht” kxc3xb6nnen wir uns spiegeln, uns selbst und unsere
Aufgaben entdecken.
Identitxc3xa4tsbildung allgemein
“Den Geist in der Natur verstehen, und die Bemxc3xbchung um dieses
Verstxc3xa4ndnis kennzeichnet die biologisch-dynamische Arbeit.” so schreibt
Wolfgang Schaumann im Jahr 1999. (Aufsatz in der Lebendigen Erde
3/1999, wiedergegeben in dem Buch “Das Lebendige in der Landwirtschaft
– Schritte zum Verstxc3xa4ndnis der biologisch-dynamischen Grundlagen.”,
Hrsg. Vom Forschungsring fxc3xbcr Biologisch-Dynamische Wirtschaftsweise
e.V., Verlag Lebendige Erde 2002).
Identitxc3xa4tsbildung heisst (also) fxc3xbcr uns, ein (persxc3xb6nliches) Verhxc3xa4ltnis zum
Geistigen in der Natur zu finden; auch zur Anthroposophie, die von dieser
geistigen Welt kxc3xbcndet – zwischen reiner Beschxc3xa4ftigung mit ihr als eine Art
Philosophie und Bekenntnis, was es auch nicht sein kann. Diesen
Zwischenbereich auszuloten ist recht anspruchsvoll. Es hat etwas mit sich
Darauf-Einlassen, mit Selbstreflektion und mit Wahrheitsempfinden zu tun.
Praktische Fragen der Identitxc3xa4t
Seit drei Jahren besteht wieder der Sektionskreis Ernxc3xa4hrung in der Sektion
fxc3xbcr Landwirtschaft im Zusammenhang mit der Medizinischen Sektion und
der Sozialwissenschaftlichen Sektion. Dazu gibt es einen Initiativkreis
Ernxc3xa4hrung, der sich einmal jxc3xa4hrlich trifft. Bei unserem Treffen im Mai
diesen Jahres haben wir uns unter anderem mit Passagen aus Bxc3xbcchern xc3xbcber
anthroposophische Ernxc3xa4hrungsformen beschxc3xa4ftigt, verknxc3xbcpft mit der Frage,
ob “wir” uns so dargestellt sehen wollen. Daraufhin wurden Gedanken
zusammengefasst, wie wir eine anthroposophisch orientierte
Ernxc3xa4hrungsform darstellen wxc3xbcrden. – Sie ist natxc3xbcrlich jeweils individuell,
aber gibt es nicht auch Gemeinsames, eine Richtung, und wie begrxc3xbcndet
man diese dann? – Die Gesprxc3xa4che darxc3xbcber dauern noch an.
Die internationale Fachgruppe fxc3xbcr biologisch-dynamischen Obstbau, die
bislang im Rahmen der Sektion gearbeitet hat, hat sich formiert und dabei
sich die Frage nach ihrem Selbstverstxc3xa4ndnis gestellt. Die Ergebnisse einer
Arbeitsgruppe zur Frage was unter biologisch-dynamischem Obstbau zu
verstehen ist:
1. Der Obstbauer sollte eine geistige Grundhaltung haben
2. Eine Verbindung Mensch-Kosmos wird angestrebt bzw. berxc3xbccksichtigt
3. Ernxc3xa4hrungsqualitxc3xa4t wird hervorgehoben
4. Der Obstbauer setzt sich mit dem Wesen des Baumes auseinander
5. Eine landwirtschaftliche Individualitxc3xa4t wird angestrebt
6. Man entwickelt Verstxc3xa4ndnis fxc3xbcr die Prxc3xa4parate und setzt sie ein.
Vor wenigen Jahren gab es einen Disput beim Demeter Bund in
Deutschland. Er handelte darxc3xbcber, ob bei Pressemitteilungen Rudolf Steiner
immer, nie, oder nur manchmal erwxc3xa4hnt werden sollte. Dahinter meinte ich
die Fragen zu spxc3xbcren: Ist Rudolf Steiner schon historisch geworden? Hat
sich die biologisch-dynamische Bewegung mittlerweile verselbstxc3xa4ndigt?
Gibt es weiterhin einen lebendigen Zusammenhang zu Rudolf Steiner? Gibt
es einen Zusammenhang, so sind wir allerdings aufgefordert unser
Verhxc3xa4ltnis zu Rudolf Steiner zu klxc3xa4ren.
Unter dem Stichwort “Unsere Identitxc3xa4t sichtbar machen” haben wir in den
vergangenen Jahren in der Aussendarstellung unserer Bewegung vieles
versucht. Manche Kampagne, die am vermeintlichen Zeitgeschmack
ansetzte, hat sich im Nachhinein als zahnloser Tiger fxc3xbcr uns erwiesen. –
Damit sei nichts gegen diese Erfahrung gesagt. Denn wie oft hat uns auch
gutgemeint Selbstgestricktes ein nicht wirklich wxc3xbcnschenswertes Image
eingebracht. Dilettantismus stellt keine Alternative zur so genannten
Professionalisierung dar.
Vielleicht kann eine zukxc3xbcnftige Zielformel “Originalisierung” heissen. Diese
kxc3xb6nnte sowohl ein Identischsein wie auch “Oiginell”-Sein, zu verstehen als
“Zu-sich-stehen und gleichzeitig “Kxc3xb6pfchen”-beweisen”, beinhalten.
Seit eineinhalb Jahren werden die Prinzipien der “Interantional Federation
of Organic Agricultural Movement” (Ifoam) xc3xbcberarbeitet, in der viele
biologisch-dynamische Organisationen Mitglied sind. Ich durfte in der
beratenden Gruppe mitwirken. Diese Prinzipien, deren Erarbeitung einem
intensiven Identitxc3xa4tsfindungsprozess gleich kam, werden im Herbst auf der
Generalversammlung der Ifoam in Adelaide/Australien verabschiedet und
danach verxc3xb6ffentlicht. (Wer gerne einen Vorab-Druck haben mxc3xb6chte, melde
sich bitte.). Aber auch in diesem Prozess war ganz stark die Frage nach
dem “wer man ist und wofxc3xbcr man steht” gefragt. Die Europxc3xa4ische Union ist
auch dabei, Prinzipien fxc3xbcr den xc3–kologischen Landbau zu entwickeln und
wird sich dabei stark an den Ifoam-Prinzipien orientieren, was ihre
Bedeutung noch erhxc3xb6ht.
Aus diesen Beispielen wird sichtbar, wo sich, ganz im Praktischen, die
Frage nach der Identitxc3xa4t stellt.
Gesellschaftliche Offenheit
Ein Schlxc3xbcssel zum Umgang mit der xc3–ffentlichkeit liegt wohl im Umgang mit
unserer Stxc3xa4rke – unsere xc3x9cberzeugung. Die xc3x9cberzeugung die uns trxc3xa4gt
stxc3xa4rkt uns und macht es anderen zugleich schwer, mit uns umzugehen. Die
xc3x9cberzeugung zu schwxc3xa4chen kann nicht Ansinnen sein. Sie souverxc3xa4n zu
leben, zu wissen, wie sie, berechtigt oder weniger berechtigt, und wo sie in
mir lebt, das kann uns dialogfxc3xa4hig machen. Neulich machte ein xc3xbcberzeugter
Biodynamiker eine zugleich festlegende und offen lassende Aussage
(sinngemxc3xa4ss): “Fxc3xbcr mich ist der biologisch-dynamische Weg der einzig
richtige. Gleichzeitig weiss ich, dass er nicht der allein-seligmachende ist.”
Offen sein – ja, vom anderen lernen – sehr gerne. Fxc3xbcr das gleiche Ziel mit
dem anderen gemeinsame Sache machen – auch gerne, aber auch seinen
eigenen Raum bewahren und pflegen dxc3xbcrfen. – So kxc3xb6nnte eine
Grundhaltung aussehen, die authentisch und gleichzeitig weltoffen ist. Wir
haben nichts zu verstecken, jedoch der Welt etwas anzubieten. Gleichzeitig
kxc3xb6nnen wir die Ziele fxc3xbcr die wir antreten auch nicht ganz alleine erreichen.
Ich will ja auch ein Teil dessen sein, was die Fragen der Welt sind und
ebenso anderen helfen, ihre Ziele zu erreichen. Im Allgemein-Menschlichen
haben wir uns bislang eigentlich immer mit anderen zusammenfinden
kxc3xb6nnen.
Landbaukultur leben
Diesem Teil des Jahresthemas ging ursprxc3xbcnglich der Gedanke “auf der
Suche nach einer neuen Landbaukultur” voraus. Gleichzeitig leben wir
unmittelbar in einer Landbaukultur, die es schon heute zu gestalten gilt.
Dennoch geht es um die Zukunft einer Landbaukultur.
Die Jahreszeiten, das Vieh auf den Hxc3xb6fen und vor allem die enge
Verbindung von Arbeiten und Leben macht Landbaukultur aus. Die
Technisierung, Automatisierung und Industrialisierung hat diese enge
Verbindung allerdings brxc3xbcchig gemacht. Was frxc3xbcher Tradition als
selbstverstxc3xa4ndlich mit sich brachte, muss heute bewusst und neu ergriffen
werden.
Rosa Oswald-Zaugg, die erste biologisch-dynamische Bxc3xa4uerin vom
Oswaldhof, fasst ihre Erfahrungen in einer Art Manifest zusammen:
Den Tag beginnen mit einem offenen Blick und warmen Hxc3xa4ndedruck und
einem freundlichen “Guten Tag”.
Nach dem Frxc3xbchstxc3xbcck und einer kurzen Morgenandacht einen xc3x9cberblick xc3xbcber
die Tagesarbeit, die fxc3xbcr den Tag ansteht, und was sonst Besonderes – etwa
ein Besuch – fxc3xbcr den Tag in Aussicht steht.
Die Arbeit, die der Mitnxc3xa4chste tut, gleich hoch schxc3xa4tzen wie die eigene und
immer mit Achtung begegnen.
Hilfreich entgegenkommen, wenn jemand noch zu lernen hat.
Ein aufmunternder Blick ist Balsam.
Gemeinsame Mahlzeiten verbinden die Gemeinschaft.
Ungezwungen miteinander reden am Tisch fxc3xb6rdert das Menschsein.
So wird Verbrxc3xbcderung gepflegt.
Aufmerksam machen auf Gefahren, die wxc3xa4hrend der Arbeit auftauchen
kxc3xb6nnen.
Freundlich aber auch einander auf die Schxc3xb6nheiten der Natur oder des
Lebens hinlenken.
Hilfeleistungen immer mit einem freundlichen “Danke” entgegennehmen.
Dankbar begegnen auch allen geistigen Mithelfern.
Spott soll nie Platz greifen in einer Menschengemeinschaft.
Spott ist der Tod jeder menschlichen Entwicklung und Lebens.
Zur Pflege der Kultur einer Menschengemeinschaft ist notwendig, dass man
sich findet in einer verwandten Denkungsart.
Einmal in der Woche gemeinsam lesen einen Vortrag oder in einem Buch
xc3xbcber geistige Zusammenhxc3xa4nge.
Miteinander die Jahresfeste gestalten mit Musik und Gesang, nach eigenem
Vermxc3xb6gen.
Mxc3xb6glichst mit einer, wenn auch kurzen gemeinsamen Abendandacht einen
Tag abschliessen und mit Hxc3xa4ndedruck einander “Gute Nacht” wxc3xbcnschen.
So werden eventuelle Unstimmigkeiten, die der Tag gebracht hat, nicht in
den Schlaf genommen – oder dann schon versxc3xb6hnt.
Bildung und Erhaltung einer Menschengemeinschaft ist die grxc3xb6sste
Lebenskunst.
Dieses Manifest, so die Tochter, ist die Essenz aus vielen Jahren gelebter
Betriebsgemeinschaft.
Das Manifest lxc3xa4sst uns im Nachbesinnen Elemente einer heutig gelebten
Landbaukultur sichtbar werden. Eine bewusste Tages- und
Jahresgestaltung, die den anderen mit seinen Bemxc3xbchungen mit in sich
trxc3xa4gt. Dabei mxc3xbcssen Formen gewxc3xa4hlt werden, die nicht erstarren dxc3xbcrfen
und von allen gewollt sind. Mxc3xbcssen diese sich in Zukunft wandelbar zeigen,
damit sie unserem modernen Geist entsprechen? Wie kann innerhalb der
Form das Leben lebendig gehalten werden?
Auf einer Klausur der Sektion fxc3xbcr Landwirtschaft xc3xbcberlegten wir, welchen
Beitrag wir dazu leisten kxc3xb6nnen, die anthroposophische Arbeit auf den
Hxc3xb6fen lebendig zu erhalten bzw. neu zu entfachen. – Natxc3xbcrlich wurde uns
auch klar, dass wir uns nichts anmassen dxc3xbcrfen. Und selbstverstxc3xa4ndlich
mxc3xbcssen wir erstmal vor der eigenen Txc3xbcre kehren (was wir uns auch
vorgenommen haben). Aber dennoch konnten wir einige Elemente
auffinden, die die geistige Arbeit aus unserer Erfahrung hemmen oder
fxc3xb6rdern kxc3xb6nnen. Denn fxc3xbcr eine biologisch-dynamische Landbaukultur ist
eine geistige Arbeit essentiell (Ausarbeitung folgt).
In Europa wird um die Zukunft der Landwirtschaft gerungen. Ist das Leitbild
die “wettbewerbsfxc3xa4hige” Landwirtschaft oder mehr die “multifunktionale”
Landwirtschaft? Und was beinhaltet eine multifunktionale Landwirtschaft
darxc3xbcber hinaus, als die ‘verschiedenen Ansprxc3xbcche im lxc3xa4ndlichen Raum wie
Umwelt- und Naturschutz und Erholungsraum z.B.’ zu bedienen? Wie findet
sich eine neue kulturelle Identitxc3xa4t? Hierzu hoffen wir, bald, vom Brxc3xbcsseler
Bxc3xbcro ausgehend, eine Arbeit vorlegen zu kxc3xb6nnen.
Kohlenstoff-Prozesse
Hugh Williams
Wenn man das Jahresthema des vergangenen Jahres betrachtet, wurde den
so genannten kosmischen Einflxc3xbcssen, die zur Erde strxc3xb6men, viel
Aufmerksamkeit geschenkt (Aussaatkalender, Sternkonstellationen,
Rhythmen etc.). Aber wie manifestieren sich die auf der Erde? Rudolf
Steiner gibt eine sehr direkte Antwort:
“Der Kohlenstoff ist nxc3xa4mlich der Trxc3xa4ger aller Gestaltungsprozesse in der
Natur. Was auch gestaltet werden mag, ob die verhxc3xa4ltnismxc3xa4ssig kurz
bleibende Gestalt der Pflanze, ob die in ewigem Wechsel begriffene Gestalt
des tierischen Organismus ins Auge gefasst wird, der Kohlenstoff ist da der
grosse Plastiker, der nicht bloss seine schwarze Substantialitxc3xa4t in sich
trxc3xa4gt, sondern der, wenn er in voller Txc3xa4tigkeit in innerer Beweglichkeit ist,
die gestaltenden Weltenbilder, die grossen Weltenimaginationen xc3xbcberall in
sich trxc3xa4gt, aus denen alles dasjenige, was in der Natur gestaltet wird, eben
hervorgehen muss.” (GA 327, Seite 66)
Diese recht einfache Formulierung regte mich dazu an, diese Prozesse an
der speziellen, individualisierten Bildung von Humus auf einem biologischdynamischen
Hof zu untersuchen und auch zu betrachten, wie Kohlenstoff
diese Gestaltungskrxc3xa4fte xc3xbcber die Nahrung und die Verdauungsprozesse in
den Menschen hineintrxc3xa4gt. Betrachten wir eine andere erstaunliche Aussage
vor dem Hintergrund der Jahresthemen unserer Sektion, vor allem des
diesjxc3xa4hrigen Michaelbriefes und des obigen Zitates.
“…und man muss mit Recht sagen, dass das menschliche Ich im Blute
pulsiert, auf physische Weise sich xc3xa4ussert. Aber eigentlich ist es im
Genaueren gesprochen der webende, waltende, sich gestaltende und seine
Gestalt wieder auflxc3xb6sende Kohlenstoff, auf dessen Bahnen, befeuchtet mit
dem Schwefel, dieses Geistige des Menschen im Blute sich bewegt, das wir
Ich nennen, und so wie das menschliche Ich als der eigentliche Geist des
Menschen im Kohlenstoff lebt, so lebt wiederum gewissermassen das
Welten-Ich im Weltengeist auf dem Umwege durch den Schwefel in dem
sich gestaltenden und immer wieder auflxc3xb6senden Kohlenstoff.” (GA 327,
Seite 67)
Hier haben wir den Zusammenhang: Man kann diese Fxc3xa4den verfolgen bis
zur Beziehung von Kohlenstoff zu Sauerstoff und zu Stickstoff, sowohl in
der Erde als auch im menschlichen Atem. In beiden Fxc3xa4llen wird der
Sauerstoff lebendig und wird durch den Stickstoff zum Kohlenstoff
transportiert (oder sogar “geschleppt”), wo er den Kohlenstoff “packt” und
ausstxc3xb6sst. An einer anderen Stelle (GA 327, Seite 67 oben) ist Rudolf
Steiner sogar noch bildhafter und sagt, der Sauerstoff “jagt und erbeutet
den Kohlenstoff”. Er reisst die Kohle los (dabei wird Kohlendioxid gebildet)
und erzeugt auf diese Weise ein kleines Vakuum, wo sich die Gestaltkrxc3xa4fte
innerhalb des Gewebes offenbaren (dieser Prozess kann physiologisch
genau verfolgt werden und diese Skizze ist als Anregung gemeint). Eine Art
“unbewusstes Bewusstsein” bildet sich in den Muskeln, Organen usw. und
auf diese Art teilen sich unserem Leib die Gestaltungsprozesse mit.
Ebenfalls im dritten Vortrag spricht Steiner vom “Gerxc3xbcst des Kohlenstoffs”,
durch das sich hxc3xb6chste geistige Prinzipien offenbaren. (GA 327, Seite 67
unten, resp. “…auf dessen Bahnen sich das Geistige bewegt durch die
Welt” Anmerkung des xc3x9cbersetzers). Viel davon (z.B. bei der Verdauung)
findet wie automatisch statt und ist also unfrei.
Ein anderer kurzer Einblick in die Verdauungsprozesse und die oben
erwxc3xa4hnten Bildeprozesse findet sich in einem Vortragszyklus Steiners von
1923:
“In demselben Masse, in dem diese Txc3xa4tigkeit im unteren Menschen auftritt
durch das Kohlessen, entsteht im oberen Menschen, im Kopfmenschen, das
Negativ davon, ich mxc3xb6chte sagen, der leere Raum, der dem entspricht, ein
Abbild, ein richtiges Negativ. Wenn ich also, sagen wir, die Form, die da
unten entsteht, so zeichne, dann entsteht im oberen Menschen ein Abbild,
ein Hohlgebilde. Es ist tatsxc3xa4chlich so, der Kohl erzeugt in uns eine
bestimmte Form, und das Negativ davon, das entsteht in unserem Kopf.
Und in dieses, ich mxc3xb6chte sagen, Negativ des Kohles nehmen wir nun die
xc3xa4ussere Welt auf. Die kann uns ihre Eindrxc3xbccke hereingeben, weil wir so
gewissermassen den leeren Raum in uns tragen – es ist natxc3xbcrlich alles nur
approximativ ausgedrxc3xbcckt -, und so wirken alle Pflanzen, die Nxc3xa4hrmittel
sind, in uns.” (GA 222, Seite 101)
Wenn wir also zur Stufe der Freiheit aufsteigen wollen, muss der
Befriedigung durch das Wirken der Bildekrxc3xa4fte, die durch Kohlenstoff in uns
hinein getragen und durch Sauerstoff freigesetzt werden, eine Art
autonome Willensaktivitxc3xa4t (etwa Meditation) entgegengesetzt werden, die
die Bildwirklichkeit bewusst macht, indem die Bilder unseres organischphysischen
Lebens aufmerksam verfolgt werden und so dieses Gebiet
beleuchtet wird, ohne dass sie stxc3xa4ndig unter den Eindrxc3xbccken des
gewxc3xb6hnlichen Tagesbewusstseins verschxc3xbcttet werden (vgl. dazu auch die
Prozesse, die in “xc3x84therisation des Blutes” und an anderen Orten geschildert
werden). Natxc3xbcrlich sind dabei viele ausserordentlich komplizierte Prozesse
beteiligt , darunter der “Strom kosmischer Ernxc3xa4hrung”. Die Rolle von
Augen, Ohren, Nase usw. und die Verbindung zur Zirbeldrxc3xbcse, sowie die
Bildung von Prionen kann dabei durch konventionelle Physiologie recht gut
verfolgt werden.
Fxc3xbcr mich als Landwirt hat diese Forschung xc3xbcber den Kohlenstoff in den
letzten Jahren viel Gewinn gebracht und ich denke, dass weitergehende
Gesprxc3xa4che in Gruppen (nach eigenen Studien und Forschungen) viel von
dem so dringend benxc3xb6tigten Licht auf die Prozesse der Ernxc3xa4hrung und der
Freiheit werfen kxc3xb6nnen, und auch auf die Wege, auf denen diese
wunderbare Welt der Pflanzen auf uns und in uns wirkt und uns mit den
Geheimnissen des Universums verbindet.
Literaturhinweise: R. Steiner, Das Zusammenwirken von xc3x84rzten und
Seelsorgern
(GA 318, 7. Vortrag)
R. Steiner, Das esoterische Christentum und die geistige
Fxc3xbchrung der Menschheit (GA 130, 1. Oktober 1911)
R. Steiner, Der Mensch als Zusammenklang des
schaffenden, bildenden und gestaltenden Weltenwortes (GA 230,
10. Vortrag)
Weitere Fragen, Hinweise oder Erkenntnisse betreffend das Wirken des
Kohlenstoffes in der Erde, in der menschlichen Verdauung und Stickstoff in
der Luft nehme ich gerne entgegen (threshold@taconic.net)
Rxc3xbcckblick auf die Zusammenkunft des Vertreterkreises im
Februar 2005
Stefan O. Mahlich
Vorstellung des Projektes Landwirtschaft und Wissenschaft von
Florian Leiber
Zielsetzungen des Projektes
Darstellung zentraler wissenschaftshistorischer Entwicklungen, um die
aktuellen Auswirkungen eines rein materialistischen Naturverstxc3xa4ndnisses
auf den landwirtschaftlichen Zusammenhang klar deutlich zu machen und
Kritik auf der Basis historisch entstandener wissenschaftlicher
Begrifflichkeiten formulieren zu kxc3xb6nnen.
Darstellung alternativer (nicht anthroposophischer) wissenschaftlicher,
ethischer und philosophischer Ansxc3xa4tze, die im europxc3xa4ischen Geistesleben
mehr oder weniger prxc3xa4sent sind, um den biologisch-dynamischen Ansatz
hierzu in Beziehung setzen zu kxc3xb6nnen.
Neue Ergreifung dessen, was wissenschaftliches Arbeiten aus der
Anthroposophie heraus in Bezug auf die die Landwirtschaft betreffende
Lebenswelt sein kann. Ergreifen der konkreten Erfahrung im reichen
landwirtschaftlichen Arbeiten im Hinblick auf die Wissenschaft.
Erarbeitung einer Sprachlichkeit, die es mxc3xb6glich macht, aus dem
biologisch-dynamischen Ansatz heraus in einen
wissenschaftlichen/gesellschaftlichen politischen Dialog einzutreten.
Fokus Tierzxc3xbcchtung
Um die verschiedenen Aspekte des Projektes deutlich aufeinander beziehen
zu kxc3xb6nnen, wird im Projekt zunxc3xa4chst ein exemplarisches Problemfeld – die
Tierzxc3xbcchtung – bearbeitet.
Zwar bezogen sich die grossen Skandale in 2001 auf zwei Seuchen (BSE
und MKS), doch ist festzustellen, dass die Konstitution der landwirtschaftlichen
Nutztiere unabhxc3xa4ngig davon dramatisch niedrig geworden ist. Milchkxc3xbche
erreichen in Mitteleuropa noch durchschnittlich 2,5 Laktationen, bevor
sie bedingt durch konstitutionelle Erkrankungen geschlachtet werden. Damit
bleiben sie weit hinter dem zurxc3xbcck, was ihnen eigentlich mxc3xb6glich wxc3xa4re
und was ethisch aber auch xc3xb6konomisch vertretbar ist. Die Situation ist
durch die massenhaften Frxc3xbch-Schlachtungen keineswegs weniger dramatisch
als die BSE-Krise. Die biologisch-dynamischen Zxc3xbcchter haben ebenfalls
mit diesem Problem zu kxc3xa4mpfen. Es lxc3xa4sst sich zeigen, wie eine Kaskade
von wissenschaftlichen Meilensteinen in der Genetik und der Tierzucht
direkt und indirekt diese Konstitutionsschwxc3xa4che mit hervorgebracht haben,
wie sie aber auch linear zu einem vxc3xb6lligen Verlust des Begriffes vom
“Wesen” fxc3xbchren mussten. So sind die Verluste in der Konstitution der Haustiere
und im Verstxc3xa4ndnis des Menschen fxc3xbcr diese (weshalb der Konstitutionsverlust
heute auch vielfach gar nicht verstanden werden kann) parallel
aus der gleichen geistesgeschichtlichen Entwicklung hervorgegangen. Aus
der Anthroposophie heraus ist darstellbar, dass es bei Kulturpflanzen und
Haustieren um weit mehr als um die Bereitstellung von (gesunden) Lebensmitteln
geht. Es geht um ein Weiterfxc3xbchren der Entwicklung der unteren Reiche
durch den Menschen, und die derzeitige Entwicklung stellt sich als das
Gegenteil davon dar. Zentrale Aufgaben der biologisch-dynamischen Landwirtschaft
sind davon betroffen.
Vorgehensweise
Jeweils im Hinblick auf die aktuelle Situation in der Tierzxc3xbcchtung, anhand
derer die grundsxc3xa4tzlichen Fragestellungen konkretisiert werden sollen,
werden folgende vier Arbeitsschritte durchgefxc3xbchrt:
1. Die Entwicklung der Genetik soll in Form einer differenzierten wissenschaftshistorischen
Studie nachgezeichnet werden:
Die Entwicklung der Rassenzxc3xbcchtung durch Bakewell im 18. Jahrhundert
hat massgeblichen Einfluss auf den Darwinismus gehabt, der wiederum in
Verbindung mit der Entdeckung der Chromosomeneigenschaften in eine
immer schnellere Entwicklung der Zxc3xbcchtungsmethoden gefxc3xbchrt hat. Faktorielles,
chromosomales, mathematisch-statistisches und schliesslich molekulares
Zxc3xbcchten haben in gegenseitiger Stimulation immer weiter vom Tier
als Wesen weg gefxc3xbchrt, was sich sowohl in physiologisch beschreibbaren
als auch in bewusstseinsgeschichtlichen Erosionen niedergeschlagen und in
eine heute schier ausweglose Situation gefxc3xbchrt hat, in welcher keine Begriffe
mehr zur Verfxc3xbcgung stehen, um erkannte Probleme wirklich zu lxc3xb6sen. Lxc3xb6sungsansxc3xa4tze
werden daher nach wie vor auf molekularer und einzelfaktorieller
Ebene gesucht, was die angedeutete Entwicklung letztlich immer weiter
vorantreibt. Ein Bewusstsein fxc3xbcr die zugrundeliegenden Paradigmen ist
kaum vorhanden. Diese Entwicklung ist deutlich nachzuzeichnen und das
innere Problem einer modellhaften materialistischen Biowissenschaft ist
hieran exemplarisch zu verdeutlichen. Einzelne Entwicklungsstufen der
Tierzxc3xbcchtung, wie die Konzepte des Generationsintervalls, der faktoriellen
Zxc3xbcchtung und der markergestxc3xbctzten Selektion sind auch in rein genetischen
Begriffen gut kritisierbar, dh. wissenschaftlich diskutabel. Es kann
bereits hier ein Schlxc3xbcssel liegen, um in den wissenschaftlichen und gesellschaftlichen
Diskurs einzusteigen, aber auch, um innerhalb der biologischdynamischen
Bewegung das Bewusstsein fxc3xbcr das biowissenschaftliche Problemfeld
zu schxc3xa4rfen und zu versachlichen.
2. Vom Blickwinkel des anthroposophischen Verstxc3xa4ndnisses der Tierwesenheit
und des Verhxc3xa4ltnisses von Mensch und Tier ist der Sinn der Haustierhaltung
in seiner ganzen Konsequenz ausfxc3xbchrlich auszuarbeiten und damit
ein geisteswissenschaftliches Motiv fxc3xbcr die Tierzxc3xbcchtung (unabhxc3xa4ngig
von jeglicher agrar-xc3xb6konomischen xc3x9cberlegung) zu formulieren. Es liegen
wesentliche Ansxc3xa4tze zu dieser Frage bereits vor, die Aspekte der Bildbarkeit
der Haustierarten, die Wechselwirkungen der tierischen Wesensglieder, die
Ansxc3xa4tze der Bedingungszucht, wie sie im Landwirtschaftlichen Kurs veranlagt
wurden, sind dargestellt und werden auf zahlreichen Betrieben gexc3xbcbt.
Es geht also nicht darum, an dieser Stelle ein vermeintliches Defizit zu
schliessen. Vielmehr geht es um ein Fundament im hier vorgestellten Projekt,
nxc3xa4mlich die vertiefte Ausarbeitung des anthroposophisch-geisteswissenschaftlichen
Standpunktes und da heraus die Darstellung eines
Handlungsmotives, welches von einer gewissen Radikalitxc3xa4t sein kann.
Dieses ist dann in Beziehung zu setzen zu den konkreten Gegebenheiten
und Mxc3xb6glichkeiten der biologisch-dynamischen Landwirtschaft in Europa
und zur konventionellen Zxc3xbcchtungsgeschichte und Praxis. Die sich daraus
ergebenden Spannungsfelder sind in die Diskussion zu bringen, und an
dieser Stelle ist eine Sprachlichkeit zu entwickeln, die das nach aussen hin
leisten kann.
3. Das Potential verschiedener ethischer, philosophischer und wissenschaftlicher
Konzepte fxc3xbcr eine wesensgemxc3xa4sse Anschauung der Tierzucht ist zu
erxc3xb6rtern.
Um nicht mit einem anthroposophischen Ansatz langfristig am Rande der
Gesellschaft zu verbleiben, muss angeschaut und wo mxc3xb6glich anerkannt
werden, was noch an Konzepten lebt, die einen Paradigmenwechsel weg
vom materialistisch-utilitaristischen Wissenschaftsverstxc3xa4ndnis begrxc3xbcnden
kxc3xb6nnen. Aus der Vielfalt derartiger Ansxc3xa4tze ist notwendig eine Auswahl zu
treffen. Es soll jeweils evaluiert werden, was diese Konzepte zu einem Verstxc3xa4ndnis
eines integren Eigenwesens der Tierart beitragen kxc3xb6nnen und in
welches Verhxc3xa4ltnis dazu sie den Menschen stellen. Die Frage ist, ob so fxc3xbcr
die Tierzucht Handlungsmotive aus der ethischen Perspektive begrxc3xbcndbar
sind, zu denen ein anthroposophisches Zxc3xbcchtungsmotiv nicht im Widerspruch
steht. Grundsxc3xa4tzlich sollen diese Fragen auch in den direkten Dialog
mit Vertretern solcher Ansxc3xa4tze fxc3xbchren.
Beitrag aus dem anschliessenden Gesprxc3xa4ch
Manfred Klett: Die Wissenschaftler sind heute viel mehr Wissenschaftsglxc3xa4ubiger
als je ein Glxc3xa4ubiger glxc3xa4ubig war, jedoch erwacht u.a. hierbei auch
das menschliche Bewusstsein. Fxc3xbcr uns ist es von zentraler Bedeutung,
diesen Prozess wach zu begleiten. Fxc3xbcr das Wachsein gilt es auch, neue politische
Massstxc3xa4be zu setzen.
Gesprxc3xa4ch zum Alkohol
Anknxc3xbcpfend an das Auftaktgesprxc3xa4ch bei der Zusammenkunft des Vertreterkreises
im vergangenen Herbst in Frankreich wurde das Gesprxc3xa4ch zum Alkohol
vertieft.
Es zeigte sich, dass das Gesprxc3xa4ch zum Thema Alkohol, hinsichtlich seiner
Bedeutung und der teilweise recht polaren Ansichten, einer weiteren Fortfxc3xbchrung
und Vertiefung bedarf.
Totengedenken
Verstorben ist Suheil Scharfii, der mit Karl Keller entscheidend zur Entwicklung
des Dattelprojektes Vita Terra in Tunesien beigetragen hat. Er kam bei
einem Autounfall ums Leben.
Marianus Rath ist am 13. Januar diesen Jahres verstorben. Seine eiserne
Disziplin und sein starker Wille waren Grundlage fxc3xbcr die Jugendarbeit auf
dem Hofgut seines Vaters. Und doch war sein Streben von ungeheurem
Scheitern und dem Erleiden des wirtschaftlichen Niedergangs der Jugendarbeit
schicksalshaft begleitet. Die Leistungen Raths stehen jedoch als
Kultursendung und Keimlegung in der Welt, welche als Impuls in die Zukunft
hinein wirken.
Aja Ackermann ist im Alter von 43 Jahren gestorben. Insbesondere in den
Niederlanden fanden ihre Arbeiten grossen Anklang. Vor 15 Jahren kam Aja
Ackermann auf Persephone und widmete sich den biologisch-dynamischen
Prxc3xa4paraten und den Dreikxc3xb6nigsprxc3xa4paraten Hugo Erbes. Sie fand auf
physischer und xc3xa4therischer Ebene einen eigenen Umgang mit den Prxc3xa4paraten.
Es war ihr ein grosses Anliegen, im Zusammenhang mit der Frage
“wie sterbe ich wxc3xbcrdig” ihr Umfeld an ihren Sterbeprozess teilhaben zu
lassen. Laut Aussage von Aja Ackermann, bekundeten ihr die Elementarwesen
ihre Dankbarkeit fxc3xbcr ihr tun.
Erhard Jungclaussen ist tot. Er war die soziale Stxc3xbctze des Birkenhofes in
Siegen. Seine Stille und integere Art, aber auch seine Beharrlichkeit und
die bescheidene Sauberkeit in allen Finanzsachen kxc3xb6nnen uns Lehrer sein
und hinterlassen eine soziale Herausforderung auf dem Birkenhof.
Ebenfalls verstorben ist Walter Hein. Beeindruckend war seine starke Verbundenheit
mit seinen Tieren und seinem Hof. Er grxc3xbcndete eine Kulturgemeinschaft
und den Verein Hxc3xb6rner.
Sektions-Notizen
Nikolai Fuchs
Sektionskreistreffen im Mai
Am 5. und 6. Mai traf sich der Sektionskreis (Thomas Lxc3xbcthi, Albrecht
Rxc3xb6mer, Manfred Klett und Nikolai Fuchs) in Dornach. Dabei waren Themen:
wie ein esoterisch verbindendes Element die biologisch-dynamische Arbeit
befruchten kxc3xb6nnte; welche Gesichtspunkte beim Wissenschafts-Projekt
leitend seien kxc3xb6nnen; und zum Jahresthema, wobei mit Blick auf die
derzeitige Situation das Bild der Kulturinseln auf dem Lande sich neu ins
Bewusstsein drxc3xa4ngte.
Hochschultagung
Vom 20. bis 22. Mai fand die Hochschultagung, die seit zwei Jahren
gemeinsam mit der Naturwissenschaftlichen Sektion stattfindet, auf Hof
Loverendale/Obsthof Terlinde auf Walcheren in Holland statt. Im
Mittelpunkt stand die Arbeit an der 10. Klassenstunde. Daneben machten
wir uns, angeleitet von Piet Konstanje, mit den verschiedenen
Zugangsmxc3xb6glichkeiten zum Obstbau vertraut und entwickelten Fragen zu
dessen Weiterentwicklung
xc3x84gypten-Reise
Vom 06. bis 10. April waren Michael Olbrich Majer von der Lebendigen Erde
und Nikoali Fuchs in xc3x84gypten bei der SEKEM-Initiative eingeladen, um
hauptsxc3xa4chlich den landwirtschaftlichen Teil der in Grxc3xbcndung befindlichen
SEKEM-Universitxc3xa4t zu beraten.
Projekt zu Wxc3xa4rmeprozessen in Landwirtschaft und Ernxc3xa4hrung
Das seit September 2004 laufende Projekt zur Wxc3xa4rme mit Danica
Jancaryova befindet sich im Augenblick im Versuchsabschnitt mit
Sonnenblumen. Die offen abblxc3xbchende Sorte Helena wird auf zwei
Standorten (am Goetheanum und auf dem Gempen/Sonnenhof) und in
zwei Varianten angebaut. Die Sonnenblumen werden beobachtet und
anschliessend nach erfolgter Ernte untersucht (Kerne). Das Projekt ist
vorlxc3xa4ufig bis Jahresende finanziell gesichert. Ein zweites Versuchsjahr wird
angestrebt.
Projekt zu Wissenschaft und Landwirtschaft
Das Projekt von Florian Leiber nimmt anhand einzelner Forschungsprozesse
wie der Klosterstudie, der Wxc3xa4rmestudie und der Viehzuchtfrage immer
konkretere Formen an. Das Projekt ist finanziell vorerst zur Hxc3xa4lfte
gesichert.
Sektionskreis Ernxc3xa4hrung
Am 22. und 23. April fand der Sektionskreis Ernxc3xa4hrung unter Koordination
von Petra Kxc3xbchne statt. Im Mittelpunkt der Arbeit stand ein vertieftes
Sinneserleben und ein daraus abzuleitendes Geschmackskonzept. Dazu
wurde auf den Substanzbegriff, Zucker- und Lichtprozesse, Wxc3xa4rmeprozesse
und die Ausbildung “Anthroposophische Ernxc3xa4hrung” geblickt.
Initiativkreis fxc3xbcr Ernxc3xa4hrungsfragen
Der Initiativkreis fxc3xbcr Ernxc3xa4hrungsfragen, ein grxc3xb6sserer Kreis, der sich einmal
im Jahr in Dornach unter der Koordination von Petra Kxc3xbchne trifft, tagte am
27. und 28. Mai. Schwerpunkt der Arbeit waren hier Berichte aus dem
Teilnehmerkreis, Kxc3xa4lteprozesse und Wxc3xa4rmeprozesse sowie die Darstellung
der “Anthroposophischen Ernxc3xa4hrungslehre” in der xc3–ffentlichkeit.
Verbrauchertreffen
Auf Anregung von Ulrich Rxc3xb6sch von der Sozialwissenschaftlichen Sektion
trafen sich Demeter-Verbraucher und andere Interessierte im Anschluss an
den Initiativkreis fxc3xbcr Ernxc3xa4hrungsfragen. Im Mittelpunkt standen auch hier
Berichte aus den einzelnen Initiativen, wie Versuche zu fair economy oder
Produkten des Monats. Auch dieses Treffen soll im jxc3xa4hrlichen Turnus
stattfinden.
Musik fxc3xbcr die Erde
Am 24. Juni wurde der Verein “Musik fxc3xbcr die Erde” feierlich mit einem
anschliessenden Konzert in xc3–schelbronn begrxc3xbcndet. Mitmachende sind
weiterhin herzlich willkommen!
Freundeskreis der Sektion fxc3xbcr Landwirtschaft
Bislang haben sich dankenswerter Weise xc3xbcber 30 Menschen mit einem finanziellen
Beitrag beteiligt.
Bericht vom Internationalen Biologisch-Dynamischen Verein
(IBDA)
Nikolai Fuchs
Der Internationale Biologisch-Dynamische Verein ist im Jahr 2002 (im
Rahmen des Vertreterkreises) gegrxc3xbcndet worden, um die Demeter-
Markenrechte zu vereinigen und damit allen Mitgliedern gleichermassen in
die Verfxc3xbcgung zu geben. Gleichzeitig sollen einige internationale Aktivitxc3xa4ten
des Geisteslebens innerhalb der biologisch-dynamischen Bewegung durch
ihn gebxc3xbcndelt werden, wie die Aufgaben der internationalen Berater und
Ausbilder (IBAED) und das internationale Forschertreffen.
Der Verein (Vorstand Thomas Lxc3xbcthi (SE), Hubert Kxc3xb6gler (DE), Ueli Hurter
(CH) und Nikolai Fuchs (CH)) hat sich nun insoweit konsolidiert, dass in
diesem Jahr erstmals eine Markenxc3xbcbertragung stattfinden kann. Gleichzeitig
erweitert sich die Mitgliedschaft (vorrangig sollen die biologisch-dynamischen
Vereine der Lxc3xa4nder Mitglied sein) stetig. Weitere Gesprxc3xa4che in
dieser Sache sind fxc3xbcr dieses Jahr vorgesehen.
Termine
Sektionskreis: 25.-27. Oktober 2005, Dornach
Vertreterkreis: 27.-30. Oktober 2005, Dornach
Int. Arbeitskreis biol.-dyn. Prxc3xa4parate: 25.-27. Oktober 2005, Dornach
Landwirtschaftliche Tagung: 1.-4. Februar 2006

rondzendbrief 85 (duitse tekst)

Sektion fxc3xbcr Landwirtschaft
am GOETHEANUM
Rundbrief Nr. 85 Herbst 2004
An die Mitarbeiter und Freunde der biologisch-dynamischen Bewegung
Liebe Freunde,
das Jahresthema wurde zwischenzeitlich von vielen Menschen in fruchtbarer
Weise ergriffen und die dabei entstandenen Gedanken und Erkenntnisse in eine
schriftliche Form xc3xbcberfxc3xbchrt. Das war fxc3xbcr uns Anlass genug, auxc3x9fer der Reihe und
zur weiteren Vertiefung des Themas einen weiteren Rundbrief auf den Weg zu
bringen. Die Beitrxc3xa4ge kxc3xb6nnen dem Leser als Kristallisationspunkt dienen, um die
Bewusstseinsbildung xc3xbcber die Beziehung von Erde und Kosmos weiter zu entwickeln.
Wir danken vor allem Jochen Bockemxc3xbchl und Wolfgang Held fxc3xbcr Ihre Beitrxc3xa4ge.
Der Beitrag von xc3x84nder Schanck bezieht sich auf ein Thema, das im letzten
Herbst-Vertreterkreis aufgeworfen wurde.
Mit besten Herbst-Grxc3xbcssen
Nikolai Fuchs Stefan O. Mahlich
Mitteilung: Auf der heutigen Sitzung (29. September, Michaeli) hat das Hochschukollegium
der Freien Hochschule fxc3xbcr Geisteswissenschaft am Goetheanum entschieden, dass die
Landwirtschaftliche Abteilung von nun an Sektion fxc3xbcr Landwirtschaft ist.
Nikolai Fuchs, Johannes Kxc3xbchl
Drei Wege der Begegnung mit dem Kosmos
Wolfgang Held
Sterne, Planeten und Sternschnuppen sind die Erscheinungsformen der Nacht. So
verschieden sie sind, so verschieden sind die Zugxc3xa4nge, will man zu ihrer Innenseite
beobachtend vorstoxc3x9fen.
Die Sterne
Die Bekanntschaft mit dem Sternenhimmel vollzieht sich im Erwachsenenalter
xc3xa4hnlich, wie man als Kind die Landschaft erobert. Zuerst ist nur die eigene Straxc3x9fe
sowie ein halbes Duzend anderer Orte, wie das Haus des Freundes, des Arztes, der
Supermarkt und der Spielplatz vertraut. Neue Punkte und Routen treten hinzu, aber
zwischen ihnen liegt noch immer unbekanntes Land. Mit 11-12 Jahren erwacht nun
die Fxc3xa4higkeit, sich eine innere Landkarte zu malen. Mit dem Fahrrad durchradelt
man voll Eifer das bisherige terra incognita und mit einem Schlag schliexc3x9fen sich die
Lxc3xbccken, wird die gesamte Umgebung vertraut.
Nicht anders geschieht es mit den Sternbildern: Zuerst kennt man einzelne Bilder,
so dann entstehen hilfreiche Rounten: im Herbst zum Beispiel vom liegenden
Groxc3x9fen Wagen nach links xc3xbcber die Deichsel zum keulenfxc3xb6rmigen Bxc3xa4renhxc3xbcter und
weiter nach links etwas aufwxc3xa4rts zur schalenfxc3xb6rmigen Krone. Je hxc3xa4ufiger die Bilder
aufgesucht, die Sternenrouten gegangen werden, desto vertrauter wird diese xc3xbcberirdische
Landschaft. Nach und nach fxc3xbcllen sich die Himmel der einzelnen Jahreszeiten
mit Bildern. Daraufhin gehxc3xb6rt es zu den schxc3xb6nsten Erlebnissen, die uns der
Sternenhimmel schenken kann, daxc3x9f beinahe mit einem Schlag der Nachthimmel
vollstxc3xa4ndig vertraut scheint. Man tastet sich nicht mehr von Bild zu Bild. Nun ist das
gesamte Gewxc3xb6lbe in der Seele gegenwxc3xa4rtig, wie die Landschaft in der man zuhause
ist. Geben Wolken abends nur wenige Sterne frei, so weixc3x9f man doch, welches Bild
zu sehen ist. So wie im Altertum in den Sternbildern kosmischer Gestaltungswille
erlebt wurde, ist es heute ebenfalls der Wille, das heixc3x9ft die wiederholte Zuwendung.
Es ist ein Weg der Wiederholung, ein Weg des Willens der zu einer inneren Beziehung
mit den Bildern der Nacht fxc3xbchrt.
Die Planeten
Vor einem Jahr stand Saturn zwischen den Hxc3xb6rnern des Stieres. Die Kraft und Dynamik
die in diesen beiden Sternenreihen liegt, schien durch den milden gelblichen
Glanz des fernen Planeten beruhigt und beseelt zu werden. Anders dieses Jahr: nun
steht er in der rechteckigen Gestalt der Zwillinge. Wieder entsteht die Frage, wie
sich die Form dieses Tierkreisbildes durch die Anwesendheit des Planeten fxc3xa4rbt. Vergleichbar
den Tonarten, die durch einen einzelnen Ton eine besondere Fxc3xa4rbung und
Diktion erhalten, so prxc3xa4gt die Gegenwart eines Planeten den Ausdruck eines Sternbildes.
Hier ist weniger der Wille gefragt, als vielmehr die Fxc3xa4higkeit sich mit dem
persxc3xb6nlichen Empfinden in dieses Intervall zwischen Bild und Planet einleben zu
kxc3xb6nnen.
Sternschnuppen und Kometen
Unberechenbar und ohne Ankxc3xbcndigung blitzen sie pfeilschnell am Nachthimmel auf
und sprengen dabei die kosmische Ordnung, die sich in strengen Umlaufzyklen und
ewigen Bilderformen ausdrxc3xbcckt. So wie diese kosmisch-irdischen Lichtspuren Reprxc3xa4sentanten
sind des freien Gedankens, der mutigen Idee, so bedarf es der Geistesgegenwart,
des gedankenschnellen Schauens, um diese “Rebellen des Kosmos”
bemerken zu kxc3xb6nnen.
2
Es scheint widersprxc3xbcchlich zu sein, aber um einen neuen Gedanken fassen zu
kxc3xb6nnen, muxc3x9f man bevor er in der Seele erscheint, bereits in die richtige Gedankenrichtung
geblickt haben – man muxc3x9f den Gedanken vorahnen. Genauso vollzieht
sich die Beobachtung der Sternschnuppen, man sieht sie nur, wenn man vor ihrem
Erscheinen bereits in die richtige Richtung geblickt hat. Ein Vorgriff, ein “Zu-frxc3xbch-
Dasein” ist notwendig, wie auch bei der Gedankenbildung, wo der Glaube an etwas
vor dem Gedanken da ist, will man die xc3xbcberraschende Welt der Schnuppen erfahren.
Wer so in Denken, Fxc3xbchlen und Wille sich dem Sternenhimmel zuwendet, der schafft
aus der Sinnesbeobachtung die Voraussetzungen, um darauf aufbauend in Vergleichen
in Pflanzen-, Tier-, und Menschenreich den Kosmos auf der Erde wiederzufinden.
Der Kosmos und seine Entsprechungen in Natur und Mensch
Jochen Bockemxc3xbchl
Spricht man heute von Kosmos, so wird gewxc3xb6hnlich an das rxc3xa4umlich unendliche
Weltall und an die Sterne gedacht. Das Weltall beeinhaltet aber auch die Hinwendung
an das Ganzheitliche, das geistig Umfassende, auf das man sich mit jeder
Frage nach einem Wesen einstellt.
Kosmos wird hier in seiner ursprxc3xbcnglichen Bedeutung verstanden, d.h. das in der
Welt ausgebreitete Geistige als Ordnung, Schxc3xb6nheit, Glanz (oder Schmuck), und in
diesem umfassenden Sinne als Weltall. Wie bei allem Geistigen lassen sich Unterscheidungen
darin nur durch Wechsel der eigenen Blickrichtung finden, deren man
sich zugleich deutlich bewusst werden muss, wenn man erkennend in das xc3x9cbersinnlich-
Geistige vordringen will. Denn im Geistigen hxc3xa4ngt – wie in unserer Gedankenund
Erlebniswelt – alles miteinander zusammen und durchdringt sich. Die eigene
Blickwendung gehxc3xb6rt eben zum Wesen des Betrachteten dazu. “Ordnung”, “Schxc3xb6nheit”,
“Schmuck” (Glanz) und “Weltall” kxc3xb6nnen uns zu Wahrnehmungsorganen
werden, mit denen wir dem Kosmischen in der Welt begegnen.
Vom Leben einer Pflanze, dem Keimen, Wachsen, Blxc3xbchen, Fruchten und Welken,
hat wohl jeder Mensch Vorstellungen, die sich im Laufe seines Lebens zu einer Gesamtanschauung
herausgebildet haben. Mit dieser Anschauung, einem intuitiven
Vorgriff auf die innere Natur der Pflanzenwelt, nehmen wir Pflanzen – ohne dass uns
das bewusst wird – unmittelbar als Pflanzen wahr. Ohne eine solche besondere Anschauungsfxc3xa4higkeit
wxc3xbcrden wir sie nur als irgendwelche Dinge sehen. Diese Anschauung
ist der Keim eines Wahrnehmungsorganes fxc3xbcr das Wesen pflanzlichen
Lebens, das sich weiter entwickeln und differenzieren lxc3xa4sst.
Wenden wir uns dem Lxc3xb6wenzahn zu, so gibt alles, was in uns schon an “Lxc3xb6wenzahnhaftem”
lebt, unserem Interesse eine Richtung. In unserem Willen lebt jetzt ein
intuitiver Vorgriff auf das besondere Wesen, d.h. es ist eigentlich eine Sehnsucht, in
uns eine Anschauung von der unendlich reichen Welt des Lxc3xb6wenzahns entstehen zu
lassen (Weltall). Jede konkrete Begegnung hat ihren eigenen Glanz. Ein erstes Aufleuchten
einer Erscheinung in einer bestimmten Lebenssituation kann Anlass fxc3xbcr
3
eine liebevolle Hinwendung werden. Zur Erntezeit der Lxc3xb6wenzahnblxc3xbcten fxc3xbcr das Prxc3xa4parat
erscheint er in vollem Schmuck.
Lxc3xb6wenzahn, April bis Anfang Mai als gelbleuchtende Blxc3xbctenfxc3xbclle im satten
Grxc3xbcn der offenen Wiesenlandschaft
Diese Erscheinung weckt unsere Lebensfreude. Sie regt unseren kxc3xbcnstlerischen
Blick an, die Schxc3xb6nheit zu beachten, sich so auf den Gesamteindruck einzulassen
und darin aufmerksam zu verweilen, dass sich das Bild im Erleben immer mehr weitet.
Von der Erscheinung geht eine intensive Beweglichkeit aus. Verschwindet die
Sonne hinter einer dunklen Wolke oder am Abend, so verbirgt sich auch das von
der Erde ausstrahlende Gelb der Blxc3xbcten und taucht dann mit der Sonne wieder auf.
Auch etwas anderes steigert den Eindruck der Beweglichkeit der aufwachsenden Lxc3xb6wenzahnwiese:
Lxc3xa4sst man seine Augen auf dem leuchtenden Gelb im Grxc3xbcn ruhen
und bewegt sie dann leicht, so erscheinen flxc3xbcchtig dunkle, blauviolette Punkte, die
dazwischen herum huschen. Gewxc3xb6hnlich bemerkt man davon hxc3xb6chstens das leicht
Bewegte der Gesamtheit der Lxc3xb6wenzahnblxc3xbcten als irdische Sonnenbilder. Aber diese
haben durch ihre Farbintensitxc3xa4t wie die Sonne Nachbilder, die den Gesamteindruck
mitprxc3xa4gen. Das Eintauchen in solch ein Bild mit unserem kxc3xbcnstlerischen oder
Schxc3xb6nheitssinn fxc3xb6rdert das Streben nach neuen Begegnungen. Sucht man diese gezielt
an unterschiedlichen Orten und Zeiten im Jahreslauf auf, so bereichert und
rundet sich die Anschauung des Lxc3xb6wenzahns immer mehr.
Der skizzierten augenblicklichen Atmosphxc3xa4re geht eine lxc3xa4ngere Entwicklung voraus.
Keimt ein Lxc3xb6wenzahnsame im Herbst, so kann er im folgenden Frxc3xbchjahr noch nicht
blxc3xbchen. Er braucht erst einen Sommer in dem er sich mit seinen immer weiter ausgebreiteten,
grxc3xbcnen Blxc3xa4ttern dem durchlichteten Umkreis zuwendet und damit die
Fxc3xa4higkeit gewinnt, mit seiner Wurzel weit in die Tiefe des mineralischen Bodens
einzudringen. Zum Herbst hin verwandeln sich die xc3xbcber Sommer aufgenommenen
Wirkungen und werden weiterentwickelt. So bilden sich im Herzbereich der dicht am
Boden gehaltenen Rosette kugelige Blxc3xbctenknospen von einem dichten weissen
Haarfilz und dem geweiteten Blattgrund der zum Winter hin gebildeten, wieder viel
kleineren Blxc3xa4tter umgeben. Dieses Zentrum der Rosette mit den neuen Blxc3xbctenknospen
wird im Spxc3xa4therbst von der inzwischen zur Rxc3xbcbe erstarkten, milchsaftigen
Wurzel in den Boden gezogen. Der zurxc3xbcckgehaltene Hauptspross, dem die Fxc3xbclle der
Blxc3xa4tter (bis dahin vielleicht 100) entsprangen, gleicht sich dabei der Wurzel vxc3xb6llig
an. Diese “Einatmung” der ganzen Pflanze im Rhythmus des Erdenortes zum Winter
hin ist Voraussetzung dafxc3xbcr, dass der Lxc3xb6wenzahn im Frxc3xbchjahr dann so schnell erscheinen
kann. Die zuerst einzeln aufglxc3xa4nzenden Wahrnehmungen verschmelzen innerlich
zu etwas, was uns erfxc3xbcllt. Das Urbildliche, wohin uns auf diese Weise das
Schxc3xb6nheits-erleben fxc3xbchrt, wird immer unfasslicher, wenn auch in der seelischen
Ausrichung deutlicher.
In einem solchen Mitgehen mit der Pflanzen lebt im eigenen Innern etwas auf, was
am schxc3xb6nsten im mitteleuropxc3xa4ischen Jahreslauf vom Winter ins Frxc3xbchjahr, in den
Sommer, den Herbst und wieder in den Winter hinein mitzuerleben ist. In dem, was
von dem Jahreslauf als allgemeiner Lebensrhythmus der Erde in uns lebt, wird eine
Verwandtschaft zwischen unserem Seelenleben und der Pflanzenwelt mit Erde uns
Kosmos ahnbar. Was darin einerseits eine bestimmte Saite in uns erklingen lxc3xa4sst
und andererseits uns das Leben der Pflanzen von innen heraus begreifbar macht,
lxc3xa4sst sich wecken durch ein selbst besonnenes Mitgehen mit dem Jahreslauf (z.B.
durch den Seelenkalender von Rudolf Steiner).
4
Die Suche nach Ordnungen entsteht aus dem Bestreben, in dem Gesamterleben erkennend
aufzuwachen, um sich nicht darin zu verlieren. In Gedanken gehen wir beispielsweise
den Spuren des Weges nach, den wir im Jahreslauf gegangen sind, um
von einer Wahrnehmung zur anderen zu kommen und welche Wendungen unser Erleben
dabei auszufxc3xbchren hat, um dem Wesen Lxc3xb6wenzahn gerecht zu werden. Hierbei
droht die xc3xbcbliche Gefahr der Wissenschaft, dass man das Erleben zwar voraussetzt,
aber vergisst oder als “subjektiv” abtut. Dann bleiben die inneren Wendungen
unberxc3xbccksichtigt. Morphologische Ordnungen sowie mathematisch-geometrische
Gebilde werden dadurch abstrakt und wesenlos. Oft werden die so gefundenen Ordnungen
als wissenschaftliches Ergebnis hingestellt. Man verkennt dabei aber, dass
das ordnende Denken die wichtige Aufgabe hat, das Schxc3xb6nheitserleben so zu gliedern,
dass sich das Erleben darin klarer, wesensgemxc3xa4sser entfalten kann. Ordnungsgedanken
sind nicht dazu geeignet, das Schxc3xb6nheitserleben zu ersetzen.
Die Wendungen der Entwicklungsrichtung im Schxc3xb6nheitserleben lassen sich nach
diesen Erfahrungen wiederum als allgemeine Spur, beispielsweise mit der projektiven
Geometrie, denken. Auf dieser Spur entfaltet sich das vegetative Wachstum in
den Raum, zieht sich zurxc3xbcck, bis es im Unrxc3xa4umlichen verschwindet, um von da aus
aber auf ganz neue Weise wie umgestxc3xbclpt als Gesamtgebilde in der Blxc3xbcte wieder zu
erscheinen. Die Denkspur hilft dazu, die ganz verschiedenen Ausrichtung an der
Qualitxc3xa4t von Blatt und Blxc3xbctensubstanz nicht nur zu erleben, sondern auch erkennend
zu begreifen.
Wenn wir davon ausgehen, dass eine Pflanze normalerweise im aufsteigenden Jahr
sprosst und emporwxc3xa4chst, sich das Blxc3xbchen zum Sommer hin steigert, wxc3xa4hrend das
nach aussen gerichtete Wachstum langsam abklingt, so hebt sich die Gebxc3xa4rde des
Lxc3xb6wenzahns auffallend davon ab. Schon mit dem ersten wuchernden Wachstum beginnt
er in der beschriebenen Weise zu blxc3xbchen und im Blxc3xbchen und Fruchten bis in
den feinen Pappus in die Pusteblume hinein weiter zu wachsen. Die besondere Geste,
mit der der Lxc3xb6wenzahn sich so dem Umkreis zuwendet und zwischen Erde und
Umkreis seine Substanzen bildet, ist Ausdruck seiner besonderen kosmischen Ausrichtung,
die eng auch mit dem dazugehxc3xb6rigen Erdenort zusammenhxc3xa4ngt. Seine
ganze Erscheinungsweise ist Bild fxc3xbcr diese besondere geistige Ausrichtung seiner
Substanzen. Auf einem solchen Weg entsteht die Grundlage fxc3xbcr das Verstxc3xa4ndnis der
Eigenart einzelner Pflanzenarten und deren Heilwirkungen.
Der bildhaften kosmischen Ausrichtung stehen die menschlichen Organe gegenxc3xbcber.
Zum Verstxc3xa4ndnis dieser Organe ist es am besten, von dem auszugehen, was wir
selbst als Organe erleben und zu entdecken, welche Beziehungen sie jeweils zur
Welt erschliessen. Dies gilt nicht nur fxc3xbcr die Sinnesorgane, die das Bewusstsein fxc3xbcr
bestimmte Wahrnehmungsrichtungen empfxc3xa4nglich machen – und fxc3xbcr die Gliedmassen
als Organe leiblicher Betxc3xa4tigung und xc3x84usserung, sondern auch fxc3xbcr die inneren
Organe und Organ-systeme. Unserer Organe sind so Zuwendungsweisen zur
Welt. Sie haben im Leib ihre physische Grundlage, welche die seelisch-geistige Ausrichtung
und Empfxc3xa4nglichkeit in einer bestimmten Weise begrenzt. Als Beispiele seien
hier das Kopf- oder Nerven- und das Stoffwechselsystem als polar gebildete
Zentralorgane skizziert.
Das Kopf- oder Nerven-Sinnessystem dient dem Zusammenfxc3xbchren aller sinnlichleiblicher
Wahrnehmungen. In Gehirn und Nerven werden aus dem lebendigen
Organismus Substanzen so an die Grenze des Absterbens gefxc3xbchrt, dass das im
Wesen lebende Geistige mehr oder weniger deutlich bewusst werden kann. Beim
Menschen beruht auf dieser Tatsache, dass er einerseits wachend getrennte Dinge
5
vorzustellen weiss und andererseits mit seinem imaginativ anschauenden Denken
Anteil am Ganzheitlichen der Geistwelt haben kann. Mit dem irdisch-mineralisch
Werden der Substanzen in diesem herausgehobenen Organ werden kosmische
Krxc3xa4fte anfangs mehr fxc3xbcr die Leibesgestaltung und spxc3xa4ter mehr fxc3xbcr das Bewusstsein
frei. Hierfxc3xbcr bildet der Schxc3xa4del die physische Stxc3xbctze.
Das Stoffwechsel-Gliedmassensystem dient dem Zusammenfxc3xbchren der Stoffwechselfunktionen
aller Organe so, dass der Organismus physisch txc3xa4tig werden
kann. Das Bauchfell ist wie eine Umkehrung des Schxc3xa4dels. Es umhxc3xbcllt einen
Hohlraum, der alle Organe, die mit dem Stoffwechsel zu tun haben, ausgrenzt und
eine besondere Empfindlichkeit hat fxc3xbcr das, was in diesen und zwischen diesen
vorgeht. In dem Freiraum, den das Bauchfell im Innersten des Leibes mit der
hxc3xb6chst lebendigen Flxc3xbcssigkeit schafft, ist die Substanz am meisten einem lebendigkosmischen
Zustand angenxc3xa4hert. Darin lebt die Empfxc3xa4nglichkeit fxc3xbcr die dem
jeweiligen Wesen gemxc3xa4ssen kosmischen Krxc3xa4ftewirkungen, aus denen es irdisch
txc3xa4tig wird. Organe des Erdorganismus sind als Umkehrung der menschlichen oder
tierlichen Organe zu verstehen. Die seelische Ausrichtung menschlicher Organe
findet sich in der Landschaft wieder im Bild der Pflanzengebxc3xa4rden. Das zugehxc3xb6rige
Organ findet sich in der Umgebung. Es besteht in der Atmosphxc3xa4re, die die
spezifische Pflanzenbildung ermxc3xb6glicht. Die Anwesenheit einer bestimmten
Heilpflanze, die sich an einem Ort in der Landschaft eingebxc3xbcrgert hat, zeigt an, dass
das entsprechende Organ ausgebildet und wirksam ist.
Lxc3xb6wenzahn und Eiche
Eine innere Entsprechung zum zentralen Stoffwechselorgan mit dem Bauchfell
ergibt sich zur Bildungsweise des besonders vitalen Lxc3xb6wenzahns, wo zugleich im
Frxc3xbchjahr krautiges Wachstum und Blxc3xbchen aus dem Grenzbereich des Bodens
erscheinen und sich die Wurzel in der Tiefe des Bodens weiter verzweigt. Das
Blxc3xbchen steht zwischen den Wahrnehmungen der Wurzel fxc3xbcr die Mineralien des
Bodens und der feinsten Strukturierung des Pappus.
Die Eiche bildet dagegen einen physischen Raum, in dem die Substanzbildung
einerseits zu mineralischen Zustxc3xa4nden hinstrebt und andererseits vegetativem
Wachs-tum Platz lxc3xa4sst. Das geschieht im Grossen im Ausbilden der knorrigen
Gestalt und dem Platz Lassen fxc3xbcr die Entwicklung von reichem Unterholz. Im
Kleinen zeigt es sich im Absterben und Ausscheiden der gerbenden und spxc3xa4ter kalkreichen
Borke und in den immer neuen Austrieben, was beides vom gereiften Kambium
der Eiche ausgeht. Auch die Fxc3xa4higkeit der Eiche in vielfxc3xa4ltiger Weise auf Insekteneinstiche
mit Gallenbildungen zu reagieren, liegt in Richtung dieser Geste. Obwohl
die Eiche in besonderer Weise selbst raumbildend wirkt braucht sie doch auch,
wie die anderen Pflanzen, eine ihr entsprechende Atmosphxc3xa4re in der Landschaft die
ihr das Gedeihen ermxc3xb6glicht.
Der Schxc3xa4del als festes Knochengebilde umhxc3xbcllt das Gehirn so, dass es im Gehirnwasser
schwimmend aus den Schwerewirkungen der Erde herausgehoben ist. Hier,
an der Grenze des Absterbens, kxc3xb6nnen bildende Krxc3xa4fte fxc3xbcr das Bewusstsein frei
werden. Ins xc3xa4ussere Bild der Pflanzensubstanz gewendet, entspricht dies der Gebxc3xa4rde,
die in der Borkenbildung bei der Eiche erscheint wo beim Ausscheiden der
mineralischen Kalksubstanz Krxc3xa4fte fxc3xbcr neue Austriebe frei werden.
Diese Gesichtspunkte weiter verfolgt ergeben einen Schlxc3xbcssel sowohl fxc3xbcr die besondere
Heilwirkung der beiden Pflanzen fxc3xbcr den Menschen als auch fxc3xbcr ihre Prxc3xa4para-
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tionsweise mit den Organhxc3xbcllen und Anwendung fxc3xbcr die Landwirtschaft. Nur angedeutet
aus dieser Blickrichtung: Wo Lxc3xb6wenzahn in einem landwirtschaftlichen Betrieb
wxc3xa4chst, ist das ein Ausdruck dafxc3xbcr, dass das Organ, was im Menschen dem
Zusammenfxc3xbchren der Stoffwechselfunktionen aller Organe dient, atmosphxc3xa4risch in
der Landschaft vorhanden ist. Demgegenxc3xbcber zeigt die Anwesenheit und das Gedeihen
der Eiche an, dass atmosphxc3xa4risch in der Landschaft wirksam ist, was im Menschen
in Richtung des Nerven-Sinnessystems wirkt. Geht man davon aus, dass die
Prxc3xa4parate-pflanzen dazu dienen sollen, den Individualisierungsprozess eines landwirtschaftlichen
Betriebes so zu unterstxc3xbctzen, dass eine gesunde, ausgewogene
Fruchtbarkeit entsteht, so ist anzustreben, in der Natur veranlagte Organbildungen
zu befxc3xb6rdern. Es erscheint erstrebenswert, dass alle Prxc3xa4paratepflanzen (Schafgarbe,
Maille, Brennessel, Eiche, Lxc3xb6wenzahn, Baldrian) in einem landwirtschaftlichen Betrieb
nicht nur auf Beeten wachsen, sondern so, dass man Orte einrichtet, wo sie
besonders gut gedeihen, von denen dann Wechselwirkungen ausgehen. Wie die
Organe des menschlichen Organis-mus so zusammenwirken, dass sich der Mensch
als Individualitxc3xa4t entfalten kann, so soll – zusammen mit der Gesinnung der dort txc3xa4tigen
Menschen – ein xc3xbcbergeordnetes, lebendiges Ganzes entstehen mit einer
eigenen Entwicklung. Ein solcher Ansatz kann einerseits die Dxc3xbcngerprxc3xa4parate
erheblich unterstxc3xbctzen und davon abbringen, deren Wirkung nur im chemischphysikalischen
Sinne aufzufassen. Andererseits fxc3xbchrt das Gehen des skizzierten Erkenntnisweges
dazu, dass wir uns selbst am kosmischen Geschehen im natxc3xbcrlichen
Zusammenhang der Landwirtschaft so beteiligen kxc3xb6nnen, dass wir notwendige Einseitigkeiten
ins Ganze einbinden lernen (eigentlich ein religixc3xb6ser, lebenserfxc3xbcllender
Impuls!)
In dem Ausgefxc3xbchrten liegt auch der Schlxc3xbcssel fxc3xbcr das Verstxc3xa4ndnis der Prxc3xa4paratehxc3xbcllen,
die zu gesonderten spezifischen Rotteprozessen fxc3xbchren und einen Keim bilden
fxc3xbcr Organbildungen eines Organismus im Bodenchemismus.
Aus dem demnxc3xa4chst erscheinenden Buch:
Jochen Bockemxc3xbchl, Kari Jxc3xa4rvinen: Von der Schafgarbe zum Schachtelhalm
– Heilpflanzen fxc3xbcr den Menschen – Zukunftskeime fxc3xbcr das Leben der Erde.
“Wie wirkt der Mensch auf den Kosmos?”
Nikolai Fuchs
Es ist in der Regel nicht fxc3xb6rderlich, Gedanken, die noch nicht “gut abgehangen”
sind, zu verbreiten. Allerdings ist das Jahresthema noch mitten in der Erarbeitung
und der Rundbrief ist ein Ort, sich gegenseitig am jeweiligen Stand des Wissens
oder am Prozess der Erarbeitung teilhaben zu lassen.
Im Verlauf der letzten drei Monate bin ich immer wieder mit der Frage umgegangen,
wie es denn ist, wenn Mensch und Erde nicht nur vom Kosmos beeinflusst
werden, sondern der Mensch auch auf diesen zurxc3xbcck wirkt.
Auf dem Weg, der Erde und dem Kosmos etwas hinzuzufxc3xbcgen berxc3xbchrt man zuerst
die Elementarwelt. Danach, oder vielleicht eher wie in einem anderen Blickwinkel,
findet die Begegnung mit der Engelssphxc3xa4re statt. Beiden scheint gemeinsam, dass
sie sich durch die Begegnung mit dem Menschen verwandeln. Die Elementarwesen
erfahren durch die bewusste Wahrnehmung des Menschen eine neue Verbindung
7
mit der geistigen Welt. Der Engel, zunxc3xa4chst unser “eigener”, begegnet sich wie in
einen Spiegel, wenn wir unserem Selbst im Denken bewusst werden. Er “wird” und
wxc3xa4chst sozusagen gleichzeitig mit unserer selbstbewussten Entwicklung. Je weiter
man diesen Prozess ins Soziale und auf die Natur ausdehnt, umso mehr werden
andere Engelhierarchien davon berxc3xbchrt. Es kann einen innerlich etwas erschxc3xbcttern,
dass man sich ein Stxc3xbcck weit durch das, was von den Engeln auf einen zukommt,
selbst (wieder) begegnet. In dieser Sphxc3xa4re scheint es so, werden Wirkungen in
Ursachen verwandelt.
Wie findet nun dieser Prozess der Hinzufxc3xbcgung statt? In unserem alltxc3xa4glichen
Gegenstandsbewusstsein ist fxc3xbcr solche Begegnungen wie Engeln wenig Platz.
Vermutlich hat es “unser” Engel auch schwer, sich uns in dieser Sphxc3xa4re zu nxc3xa4hern.
In Notsituationen reisst diese Sphxc3xa4re oftmals etwas auf, so dass mit etwas Glxc3xbcck
der Engel die Mxc3xb6glichkeit des “Eingreifens” hat.
Wenn wir allein unserer Ahnung folgen wissen wir, dass ein hygienischer Tagesablauf,
das Wahrnehmen von Momenten der Ruhe, aber auch Ordnung, Schxc3xb6nheit und
das liebevolle Pflegen und Hinwenden zu unserer Umgebung, eine andere innere
Gestimmtheit mit sich bringt. Aber auch das Staunen, das sich xc3–ffnen fxc3xbcr die
Wunder der Welt kann Raum fxc3xbcr Beobachtungen und Erlebnisse schaffen, die sonst
nicht ohne weiteres in unsere Seele Eingang finden. Es scheint aber fxc3xbcr die angesprochene
Bewegung der Hinzufxc3xbcgung zum Kosmos die Aufmerksamkeit, die
Selbstbewusstheit im Moment wichtig zu sein. So meine ich auch zu beobachten,
dass eine gewisse Nxc3xbcchternheit oder gar Abgeklxc3xa4rtheit den Raum fxc3xbcr Beobachtung
und Erlebnis weitet. Die Erkenntnis selbst ist auch Tat und dennoch scheint es mir,
dass das, was der Erde oder dem Kosmos etwas hinzufxc3xbcgt, eine Ebene des txc3xa4tigen
– auch praktischen – Handelns zur Grundlage hat. Im Grunde gilt wohl als Hinzufxc3xbcgung
alles (oder das Wenige), was ich aus Erkenntnis gewinne, aus Freiheit handle
und was mit mir im Einklang steht, d.h. mit mir identisch ist, und in Liebe ausfxc3xbchre.
Man kann fragen: Was bereitet denn mein zukxc3xbcnftiges Schicksal vor? Sicherlich,
dass ich dieses Leben intensiv durchlebe, die Aufgaben ergreife die auf mich zukommen,
die Verfeinerung meiner Fxc3xa4higkeiten, die Vervollstxc3xa4ndigen meiner Vorhaben
und das Durchleben der einzelnen Lebensstufen. Die Grenzen dieser Vorgxc3xa4nge
erfahren wir, wenn uns der Ausspruch entweicht: “Das kriege ich dieses
Leben nicht mehr hin”. Dann verbleibt sozusagen “Rest-Karma”. Und das Neue? Hat
es nicht etwas mit Wagen, mit Wagnis, mit Risiko zu tun? Ohne es erzwingen zu
kxc3xb6nnen, natxc3xbcrlich. Wende- und Umwandlungspunkte kxc3xb6nnen wir gut erfahren wenn
wir Gewohnheiten xc3xa4ndern, oder Suchtverhalten beenden oderr nach Krisen neu aufbrechen.
Ich kann mich aber auch immer wieder an einen geistigen Ort mit bestimmten
Lebensfragen begeben, und diese Fragen bewegen, wxc3xa4gen, ge-dulden,
er-tragen. Manchmal wird dieser Ort dadurch lichter und leichter, und ich im guten
Falle mit ihm.
Viele dieser Gedanken wurden wach oder auch gebildet beim Lesen des Buches “Die
Erwartung der Engel, der Mensch als neue Hierarchie” von Wolf-Ulrich Klxc3xbcnker.
Sehr zu empfehlen ist auch die Zusammenstellung zu Elementarwesen der Zeitschrift
“Gegenwart” 2/2004. Daraus ist auch der folgende Abschnitt von Wolf- Ulrich
Klxc3xbcnker entnommen:
8
Vom Element zum Elementarwesen
Wolf-Ulrich Klxc3xbcnker
Wie entsteht ein Elementarwesen? Entscheidend fxc3xbcr eine Beantwortung ist, ob man
von “oben” oder von “unten” blickt. Von “unten”, aus der irdischen Perspektive, erscheint
die Materie geronnen, die Form als Eigenschaft von materiellen Gegenstxc3xa4nden.
Von “oben”, aus geistiger Perspektive stellt sich auch das materielle Weltge-
schehen als Wesenhaft dar; dabei zeigt sich die Form im Sinne des Thomas von
Aquin als substanziell, d.h. nicht als Eigenschaft, sondern als hervorbringende, die
Gegen-stxc3xa4nde erzeugende Kraft. Substanz ist in diesem Sinne nicht (wie vielfach
heute aufgefasst) die bestehende Materie, sondern gerade dasjenige, was “bleibt”,
die Formkraft, die die vergxc3xa4nglichen materiellen Dinge schafft. Eine so verstandene
substanzielle Form gehxc3xb6rt zu denjenigen Substanzen (substantiae im lat. Mittelalter),
die als hierarchische Wesenheiten erlebt wurden. Die Formkraft kommt also
aus dem gesamten Bereich der Hierarchien, nicht allein von den so auch bezeichneten
Geistern der Form. Was von den Hierarchien geformt wird, sind Wesenheiten,
die die Eigenschaften besitzen, an der Schwelle von Materie und Geist, von Sein
und Bewusstsein zu existieren: die Elementarwesen.
Elementarwesen zeigen sich nicht in den materiellen Eigenschaften der Dinge. Sie
kxc3xb6nnen wahrgenommen werden, wenn es dem Menschen gelingt, eine Erlebnisbeziehung
zu den Dingen aufzunehmen. Die Elementarwesen, die beispielsweise in
einer Rose wirken, kxc3xb6nnen durch botanische, chemische etc. Beschreibung nicht gefunden
werden; wohl aber zeigen sie sich, wenn der Mensch eine Interesse geleitete
innere Beziehung zu dem Erkenntnisobjekt Rose aufbaut. Erleben und Leben, Erkenntnis
und Sein, Subjekt und Objekt sind an dieser Stelle nicht mehr zu differenzieren.
Es kann keine abstrakte Wirklichkeit ohne den wahrnehmenden, empfindenden,
erlebenden, erkennenden Menschen angenommen werden – die Welt
zeigt sich dem in innerer Verbindung die Welt erlebenden Menschen. Dann werden
auch Elementarwesen wahrnehmbar.
Hier besteht eine grosse Txc3xa4uschungsmxc3xb6glichkeit, wenn der erlebende Mensch
selbstbezogen bleibt, wenn er sich nicht der Welt xc3xb6ffnen kann. Dann wirken auch
die Elementarwesen, aber nicht als Vermittler von Welt- und Geistwirklichkeit, sondern
als seelische Illusionskraft im Menschen.
Auszug aus dem Beitrag “Elemente und Elementarwesen”, in:ANTHROPOSOPHIE:
Mitteilungen aus der anthroposophischen Arbeit in Deutschland, Nr. 223, 1/200
9
Der Beitrag von Christoph Gxc3xb6bel, als Nachklang und Ausblick des Musikfestivals
“Musik fxc3xbcr die Erde”, das im Juni in xc3–schelbronn stattgefunden hat, beschreibt in
eingehender Weise die wesensgemxc3xa4xc3x9fe Wiederverbindung des Menschen mit der
Erde und der ihr innewohnendes und beziehungsschaffendes Element zur Heilung
von Mensch und Erde. Die Gedanken stellen zugleich einen Beitrag fxc3xbcr die weitere
Auseinandersetzung mit dem Jahresthema dar.
Was will “Musik fxc3xbcr die Erde”?
Christoph Gxc3xb6bel
Das Verhxc3xa4ltnis des Menschen zur Schxc3xb6pfung hat die Wesensbeziehung immer mehr
verloren. Die hierdurch entstandene Einseitigkeit, das ganz auf die materielle Seite
der Welt gerichtete Bewusstsein, erkennt sich selbst zunxc3xa4chst nicht. Wohl dringen
die Folgen dieser Einseitigkeit als bedrohende Schreckgespenster in das allgemeine
Bewusstsein.
Wer ernsthaft bemxc3xbcht ist, Erde, Natur und Kosmos als Schxc3xb6pfung zu verstehen,
kann nicht umhin, jegliches, was ihm hier begegnet, als wesenhaft durchdrungen
aufzufassen. Da die Natur auf jede Handlung, die ich in ihrem Zusammenhang ausfxc3xbchre,
sehr komplex antwortet, liegt die Erkenntnis eines wirkenden Geistig-Wesenhaften
sehr nahe. Sie ist eine Frage der inneren Konsequenz und Aufrichtigkeit.
MUSIK Fxc3x9cR DIE ERDE will ihre Kraft schxc3xb6pfen aus der Verantwortung des Menschen
gegenxc3xbcber der Erde, aus der Vergegenwxc3xa4rtigung dessen, was der Erde an Missachtung,
Leid und Schaden zugefxc3xbcgt wurde und wird, ebenso wie aus der Vergegenwxc3xa4rtig-
ung dessen, was aus der Zukunft als Mxc3xb6glichkeiten auf Erde und Menschheit
zukommt. Ein echtes Gegenwartserleben ruft zu hxc3xb6chster Wachheit auf, ja ruft zu
mehr auf, als was das menschliche Bewusstsein zunxc3xa4chst leisten kann.
Die Musik selber, soweit sie uns rein aus ihren Quellen zustrxc3xb6mt, will uns stxc3xa4ndig
xc3xbcber uns selbst erheben. Dem kxc3xb6nnen wir vorerst nur ahnend folgen, denn ihre
Quellen liegen im Geistbereich der Sternensphxc3xa4ren und Hierarchienwirksamkeiten.
Musik spricht eine “Sprache” besonderer Art. “Wir erleben nicht Begriffe, nicht Gedankenbilder
in der Musik, aber die Wirkekrxc3xa4fte des Begreifens, des Bilderformens;
erzeugende Krxc3xa4fte; wir sehen nicht xc3xa4ussere Ziele unseres Strebens, unseres
Handelns in der Musik, aber deren gestaltende Krxc3xa4fte ergreifen uns; wir erfahren
nicht xc3xa4usseres Schicksal in der Musik selbst, aber die inneren Formkrxc3xa4fte der
Schicksalsbildung durchdringen uns.”*) Wir fxc3xbchlen uns von echter Musik “himmlisch”
berxc3xbchrt, weil die Musiksphxc3xa4re und die Heimat der Menschenseele eines
Wesens sind. Von dorther kommen die wahren Heilsimpulse.
MUSIK Fxc3x9cR DIE ERDE mxc3xb6chte den heilenden Zukunftswillen des Menschen befeuern.
Zukunft will gestaltet werden, ruft unseren Willen auf, erwartet unsere Taten.
Die Anerkenntnis der Erdennatur als einem umfassenden Mutterwesen (Mater – Materie)
will diese Taten aus der Blitzeskraft der Geistesgegenwart lenken und
beflxc3xbcgeln. Es wird darauf ankommen, dass sich immer mehr Menschen ganz individuell
in persxc3xb6nlicher Zuwendung gegenxc3xbcber der Erde und den Naturreichen ernsthaft
xc3xbcben,- in Zuwendung mit Kopf, Herz und Hand wie zu einem Freundeswesen.
Vor diesem Hintergrund mxc3xb6chte MUSIK Fxc3x9cR DIE ERDE eine kulturschaffende Kraft
werden, die jeden Menschen berxc3xbchren kann. Es liegt nahe, dass sich dieser Impuls
10
zunxc3xa4chst der Landwirtschaft zuwendet als dem menschlichen Arbeits- und Lebensfeld,
das elementar mit der Erde zu tun hat. Die biologisch-dynamische Landwirtschaft
mit ihrer geistigen Potenz, als der Vorreiter des xc3xb6kologischen Landbaues, soll
sowohl ideell als auch mxc3xb6glichst finanziell gefxc3xb6rdert werden.
Die beiden bisherigen Veranstaltungen im Oktober 2003 und Juni 2004 haben gezeigt,
dass die Verbindung von aktuellen Beitrxc3xa4gen aus der Landwirtschaft mit der
Musik, mit Konzerten auf sehr hohem Niveau, zu einer sehr anregenden und fruchtbaren
Seelenstimmung der Anwesenden fxc3xbchrt. Die Art dieser Verbindung muss sicher
noch weiter entwickelt werden. Vermutlich kxc3xb6nnen auch noch ganz andere
Formen der Gestaltung solcher Veranstaltungsreihen gefunden werden.
Es erscheint nun als xc3xa4usserst wichtig, das sich ein kosmopolitischer Stil entwickelt
und der hier angedeutete Inhalt in einer heute gxc3xbcltigen und verstxc3xa4ndlichen Sprache
vermittelt wird. Dabei dxc3xbcrfen wir xc3xbcberzeugt sein, dass sich viele Menschenseelen in
ihren Untergrxc3xbcnden hiervon angesprochen fxc3xbchlen. Das bezeugen viele Bestrebungen
und Organisationen, die sich um Natur- und Landschaftsschutz etc. bemxc3xbchen.
Mit all diesen sollten wir prinzipiell die Zusammenarbeit suchen.
*) So formuliert es Wilhelm Dxc3xb6rfler in seinem Werk: “Das Lebensgefxc3xbcge der Musik”
Wxc3xa4hrend des Herbstvertreterkreises im Herbst 2003 und im Frxc3xbchjahr 2004 wurden
verschiedende Gedanken zu Vertrauenslandwirtschaft, Zertifizierung und Kontrolle
vorgebracht. Diverse Gedanken blieben nicht ohne Wirkung, bis hin zu demeter International.
xc3x84nder Schanck stellt hier noch einmal seine klxc3xa4renden Gedanken zu
dieser Frage in den Raum. Es wird nur die Zusammenfassung abgedruckt. Wer die
sehr lesenswerte Langfassung gerne haben mxc3xb6chte, wende sich bitte an unser Sekretariat
oder direkt an demeter International.
xc3x9cber das Selbstverstxc3xa4ndnis von Demeter-International
xc3x84nder Schanck
Kurzfassung
1) Die biologisch-dynamische Landwirtschaft urstxc3xa4ndet in einem geistigen Impuls
durch Rudolf Steiner. In der 80-jxc3xa4hrigen Geschichte hat sie sich auf den verschiedensten
Ebenen in die Gesellschaft eingelebt, dies mit den Begriffen biologisch-dynamisch
und Demeter, die nicht selbst von Steiner in diesem Zusammenhang geprxc3xa4gt
wurden.
2) Die biologisch-dynamische Bewegung steht an der Basis der xc3xb6kologischen Landbau-
bewegung, die heute einerseits weltweit Anerkennung findet, andererseits
durch die allgemeine Verbreitung zu verflachen droht. Dies hat nicht unbedingt
gxc3xbcnstige Auswirkungen auf die Pionierbewegung.
3) Die Zukunft der gesamten Landwirtschaft, inklusiv der biologisch-dynamischen,
wird immer mehr eine soziale und wirtschaftliche Frage. Wunschvorstellungen, dass
dem nicht so sei, sind wenig hilfreich. Orientierungshilfe fxc3xbcr Gestaltungsmxc3xb6glichkei-
11
ten kann in der Idee der Dreigliederung des Sozialorganismus von Rudolf Steiner
gefunden werden.
4) Dem Impuls “geisteswissenschaftliche Grundlagen zum Gedeihen der Landwirtschaft”
konnte gerade in den letzten Jahrzehnten nur dadurch auf den Hxc3xb6fen nachgekommen
werden, weil Nicht-Landwirte, also Verarbeiter, Hxc3xa4ndler und vor allem
Verbraucher bereit waren, einen Mehrpreis fxc3xbcr so erzeugte Lebensmittel zu zahlen.
Das heisst eine direkte Abhxc3xa4ngkeit zwischen geistigen Idealen und wirtschaftlichen
Mxc3xb6glichkeiten wurde Realitxc3xa4t.
5) Der Herunterstieg des geistigen Impulses in das arbeitsteilige Wirtschaftsleben
machte notwendig, dass Organe wie Richtlinien, Inspektionen und Zertifizierung auf
rechtlichem Felde erstellt und zur Anwendung gebracht wurden. Dieses Rechtsfeld
entsteht aus dem Zusammenwirken beider Erstgenannten und hat auch nur dann
seine Existenzberechtigung.
6) Problemfelder tun sich auf, wenn man die Rechtsorgane und die Richtlinien
(Standards) allein fxc3xbcr sich betrachtet. Kann der landwirtschaftlicher Kurs Rudolf
Steiners auf Richtlinien reduziert werden? Begrenzt man nicht die Freiheit des
Erzeugers, wenn man seine Aktivitxc3xa4t in Richtlinien formuliert und dann diese auch
kontrolliert und dann noch zu guter Letzt zertifiziert?
7) Die Lxc3xb6sung findet man nur, wenn man die Dinge in den richtigen Kontext stellt.
Richtlinien, Inspektion und Zertifizierung, Markenschutz und Kennzeichnungsregelung
sind nur Mittel zum Zweck (und nicht mehr), im Falle wo man mit einem Verbandszeichen
(z.B. Demeter) einen Mehrpreis auf einem mehr oder weniger anonymen
Markt erwirtschaften will.
Richtlinien sind Vereinbarungen, die in einer Gemeinschaft (Verband) getroffen
werden, natxc3xbcrlich aus dem geistigen Verstxc3xa4ndnis der Sache heraus, um eine Aussage
gegenxc3xbcber dem anonymen Verbraucher treffen zu kxc3xb6nnen. Sie sind weder Definition
der biologisch-dynamischen Landwirtschaft noch behindern sie den einzelnen
in seiner eigenen Suche nach der Wahrheit in der Sache (sinngemxc3xa4ss so in der
Prxc3xa4ambel der Richtlinien festgehalten).
9) Einer Zusage, resp. einem Versprechen an den Verbraucher kann jeder einzelne
im individuellen Fall nachkommen. In der Gemeinschaft (Verband) sind Organe
einzurichten, die auf ihre Art gewxc3xa4hrleisten, dass die gemachten Zusagen zutreffen,
“wahr” sind. Hier haben Inspektion und Zertifizierung ihre Berechtigung. Die
Forderung, dass der Verbraucher Vertrauen haben mxc3xbcsse, ist verstxc3xa4ndlich, entspricht
aber nicht dem modernen Bewusstsein der Menschen.
10) Die Demeter-Verbxc3xa4nde und Demeter-International sehen ihren Beitrag ausschliesslich
auf dieser Rechtsebene. Je mehr es aber gelingt, dass Akteure aus den
anderen Bereichen (Geistesleben und Wirtschaftsleben) hier mitwirken und selbstverstxc3xa4ndlich
auch umgekehrt, umso mehr bildet sich ein Gesamt-Bewusstsein der
Bewegung und umso grxc3xb6sser wird die Aussicht die anstehenden Zeitprobleme zu lxc3xb6sen.
Erstellt im Frxc3xbchjahr 2004
12

rondzendbrief 76

Rondzendbrief Nr. 76 zomer 2001
Aan de medewerkers en vrienden van de Biologisch-Dynamische beweging
Waarde vrienden,
Met deze zomerbrief wil ik ingaan op het jaarthema dat het bestuur en de Vertreterkreis voor landbouw hebben voorgesteld, om aan te werken voor de landbouwconferentie 2002. Het dient ertoe het BD-werk enerzijds te laten aansluiten aan de noodzakelijke voorwaarden die de tijdgeest stelt en anderzijds aan de bronnen van de antroposofische geesteswetenschap.
Pas als men deze dubbele relatie gewaarwordt wordt het bewustzijn ruimer en omspant het wereldwijd het BD-werk vanuit de begrensde plek waar men werkzaam is. De BD-beweging wordt verwezenlijkt in de ware zin van het woord als wij ons verheffen uit de praktijk van alledag en streven naar hoger inzicht, dat zich gelijk een brandpunt verenigt in een gemeenschappelijk jaarthema. Dit luidt voor 2001/2002:
Omgang met de techniek – werken met het levende
Hoe leer ik mijn aandacht te vestigen op het wezenlijke?
De uitgangssituatie
Het doel waarnaar de BD-landbouw streeft is drievoudig: ten aanzien van de mens is het de productie van voedsel, dat noodzakelijk en bevorderlijk is voor zijn ontwikkeling, ten aanzien van de aarde is het de genezing van wat ziek geworden is en de verzorging van het levende. Ten aanzien van mens en aarde beide tenslotte: het vormgeven aan de innerlijke kant van de natuur in samenhang met de zieleontwikkeling van de mens. Geen enkele BD-boer zou het in z`n hoofd halen dit doel na te streven met de biotechnologiexc3xabn die de zogenoemde Life-Sciences te koop aanbieden. Iedereen zou het gebruik van de huidige toch zo hoog selectieve herbiciden en biociden beslist van de hand wijzen, evenzo het genetisch gemanipuleerd zaaigoed, hormonen (doping) in het veevoer enz. Evenwel zijn de grenzen ook hier al vaag, als je b.v. denkt aan het toenemende verbouwen van hybridesoorten in groenteteelt en akkerbouw. In elk geval stelt het BD-principe, dwz. Het bedrijf als organisme paal en perk aan de biotechnologie.
Van meet af aan is het voor iedere verstandige denker duidelijk dat het biotechnologisch uitgangspunt stoelt op een denkwijze die buiten het denken staat dat ten grondslag ligt aan de klassieke landbouwpraktijk en tegengesteld is aan het denken dat uit de Landbouwcursus van Rudolf Steiner spreekt.
De manier van denken in de Life-Sciences en in de daaruit voortvloeiende biotechnologiexc3xabn onderscheidt zich in niets van een denkwijze die uit stoffen en krachten van de dode natuur machines construeert en laat werken. De BD-boer voelt hier een tegenspraak, want met betrekking tot de machinale techniek is al lang uitgekomen waar Rudolf Steiner op gewezen heeft: “De landbouw vertoont de tendens naar een kapitalisering, de industrie naar overkapitalisering”. Kapitaal is een schepping van de mens, is “gestolde menselijke geest” (Rudolf Steiner). In de machine is deze gestolde geest zichtbaar aan het werk.
De machine neemt het werk over van de mens, ondersteunt de werkverdeling, maakt de productie goedkoper en rationaliseert de mens per slot van rekening uit het arbeidsproces. Dit laatste is uiteindelijk de consequentie van de overkapitalisering. De industrie berust op deze sociaal effectieve functie van de machine. Als deze functies worden binnengebracht in de landbouw wordt die vervreemd van haar wezen. Er ontstaan dan de agrarische industrie en de agrarische globalisering.
De BD-landbouw is ook onder invloed hiervan geraakt. De bedrijven werken met steeds minder mensen en steeds meer machines, dwz. met voortdurend stijgende financixc3xable inspanningen waarvan de rentelast en de financiering dwingen tot een steeds grotere omzet.
In het BD-bedrijf wordt de situatie nog toegespitst door de dwang tot mechanisering van verschillende bedrijfstakken; dan dreigt het alomtegenwoordige gevaar, dat niet meer het organisme-principe het primaat heeft, maar dat kapitaal-intensieve productietechnieken de bedrijfsorganisatie dicteren.
Hoe komt het dat we tegenover de steeds verfijnder wordende techniek, die ontstaat door omvorming van de anorganische, onbezielde natuur, niet dezelfde of een soortgelijk voorbehoud hebben als tegenover de biotechnologie? Wij werken toch ook in het levensgebied met een zaai- of maaimachine? Deze vraag zal zich zeker al menige boer gesteld hebben en in de regel wordt hij door de sociale noodzaak vanzelf beantwoord. Is dit antwoord echter alleen maar van betekenis omdat men toch geen antwoord weet?
Hangt het vanzelfsprekend omgaan met de mechanisatie enerzijds samen met de geweldige arbeidsverlichting, aan de andere kant met het (schijnbare) gevoel: men grijpt immers toch niet rechtstreeks in levensprocessen, zoals de biotechnologie, men dirigeert ze slechts van buitenaf?
Heldere antwoorden op deze vragen liggen niet voor de hand. We zien ons hier voor de taak gesteld om tot het vormen van genuanceerde begrippen te komen, ofschoon men met betrekking tot de mechanisatie de vraag stelt naar haar grenzen.
De mechanische techniek berust op gedachten die men abstraheert uit het waarnemingsgebied van de anorganische natuur en deze beschouwt als natuurwetten.
De elektro- en atoomtechnologie en de denkmodellen die eraan ten grondslag liggen, worden afgeleid van de manier van denken in de pure mechanica. Met deze technologiexc3xabn, gedifferentieerd naar verschillende toepassingsgebieden, leeft men in de veronderstelling dat het gaat om een op zichzelf staand werkterrein, buiten de mens.
De atoomcentrale is daar een voorbeeld van en tegelijkertijd een bevestiging van deze illusionaire voorstelling. Hij is gebouwd en functioneert met materiaal van de onbezielde natuur dat evenwel, door de bij kernsplitsing vrijkomende energie, vervreemd wordt van zijn wezen. Het levende, bezielde en geestelijke bestaan zou door deze gebeurtenis in ieder geval onmiddellijk te gronde gaan. Aangezien de hogere natuurrijken echter op lange termijn niet te scheiden zijn van een dergelijke veranderde onbezielde natuur, heeft de nucleaire techniek onvermijdelijk zijn uitwerking hierop. Daardoor wordt zichtbaar dat alle techniek, voor zover die niet berust op pure mechanica, moet stranden op de onmogelijkheid het atoomafval te kunnen verwerken. Alle techniek wordt beheerst door een geestelijke macht (Ahriman) die zich naar beneden als een ondernatuur vrijmaakt van de natuur en die ernaar streeft het evolutieprincipe te vernietigen.
Een bijzondere variant van techniek, die zich echter baseert op dezelfde materialistisch-mechanistische denkwijze, krijgt steeds meer belangstelling. Deze komt voort uit irrationaliteit. Het gaat om het zichtbaar en werkzaam maken van geheime krachten in mens en wereld, met technische hulpmiddelen. Men houdt rekening met krachten c.q. wezens die men niet kent, met krachten of verborgen energievelden waarvan men gelooft dat ze identiek zijn met het levende. De simpelste vorm van zo’n technische toepassing komt voort uit de behoefte om het verborgen gewaande zich te laten uitspreken in de wereld; b.v. met behulp van een wichelroede of een pendel. Methodes zoals b.v. de
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elektro-acupunctuur, de radixc3xabsthesie en het xc3xa9xc3xa9n en ander dat valt onder geomantie proberen het verborgene meetbaar te maken om, op grond van een verkregen oordeel uit deze methodes, te kunnen inwerken op het levende. Andere technieken proberen op geheimzinnige wijze de kwaliteit van het water te verbeteren of om op stoffen bepaalde ‘informaties’ te drukken die stimulerend moeten werken in het levende. Voor al deze bijzondere technieken geldt het woord van Goethe in Faust:
“Geheimzinnig op de lichte dag
laat de natuur zich van haar sluier niet beroven.
Want wat zij aan uw geest
Niet wenst te openbaren
dat dwingt gij haar niet af
met bankschroef en hefbomen”.
Precies het tegenovergestelde van het hierboven genoemde is de behoefte om technische apparaten te construeren die de mens juist dxc3¡xc3¡r buitensluiten waar hij de essentixc3xa9le drager is van het proces. Daar waar het gaat om werken met het leven in de ruimste zin, b.v. in het overdragen van het preparatenroerproces aan flowforms of roermachines die het handmatig roeren nabootsen. Of, in geval van de Orgon-Rxc3xb6hre, ook wel Cosmic-Pipe genoemd, met behulp waarvan verwacht wordt dat continu over grote oppervlakten de preparatenwerking uitstraalt.
Tenslotte dient vermeld te worden dat ieder stukje grond en dus ook het BD-bedrijf wereldwijd blootgesteld is aan een techniek die erop gericht is om het levende zijn op aarde af te snoeren van de kosmos. Het gaat om de emissies uit de lucht, om hoog frequente straling en om ‘overkill’ met informatie, die erop gericht is het zieleleven van de mensheid gelijk te schakelen.
De omgang met techniek heeft de wereld veranderd. Rechtstreeks getroffen is de wereld van de elementen, de fysieke elementen: aarde, water, lucht, warmte en daarmee van het wezenlijke dat deze elementen met activiteit vervult. Getroffen is dus ook de wereld van de elementenwezens. Zij worden door de techniek afgesneden van de geestelijk morele leiding waar zij afhankelijk van zijn en die hen toestroomt uit de kosmos en door menselijke toewijding.
De techniek in de landbouw brengt geweldige dingen tot stand. Zij is er helemaal niet meer uit weg te denken. Zij is een spiegel van ons huidige bewustzijn van de natuur en van de zelfgeschapen sociale verhoudingen van de moderne beschaving. En toch is de techniek slechts een stap op een lange ontwikkelingsweg. Welke stappen zijn er aan vooraf gegaan, op welke moeten wij in de toekomst onze aandacht richten?
De wegen van de landbouw van religie tot kunst en wetenschap.
Het is niet veel meer dan een halve eeuw geleden dat men nog de oude boer kon tegenkomen die, nadat de akker met een span koeien en een eg bewerkt en zaaiklaar gemaakt was, zijn pet afzette, aan de rand van het land neerknielde, een gebed sprak, dan de zak met zaaizaad omhing en met grote stappen al zwaaiend de korrels uitstrooide. Het schilderij van Van Gogh ‘de zaaier’ geeft aan deze overpeinzing en stemming de treffende uitdrukking. De oude boer zou nooit op het idee zijn gekomen om een zaaimachine uit te vinden. Hij vertegenwoordigt een zielegesteldheid die het slotakkoord betekent van een ontwikkeling aan het begin waarvan nog alles religie was, wijze leiding vanuit de mysterixc3xabn. Zolang de mysterixc3xabn van de mensheid in de voorchristelijke grote cultuurperioden nog levend waren, waren kunst en wetenschap nog verborgen kiemen in het relegieuse leven van de mensen. In de vroegste periode, b.v. van het Oer-Perzische cultuurtijdperk was het goddelijke mysteriewoord, bij monde van de priester, beslissend voor al het doen en laten in de sociale gemeenschap en de liefde voor de aarde. De snijdende ploeg, die in deze tijd voor ’t eerst in de landbouw wordt gezien, zou volgens tegenwoordige begrippen, gelden als een eerste technische uitvinding, zij het ook een primitieve. Vreemd, dat de mensheid in meer dan 5000 jaar niet wezenlijk uitgekomen is boven deze vermeende uitvinding. De ploeg en ander gereedschap werden in deze vroegste periode nog ondervonden als functies van de ledematen. Wanneer het mysteriewoord magisch de wil en ledematen aanspoorde tot daden, dan voelde de mens hoe deze wil werd uitgestort in de omgeving, via het instrument van zijn werk. Vandaar dat oorspronkelijk al het werk een cultisch-sacramenteel karakter had. In de Oer-Perzische mythe wordt gesproken over een gouden ploeg (een verwijzing naar de zon) die een geschenk is van de goden aan de mensen.
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In hetgeen de mensen door het mysteriewoord vormden uit de stoffen van de aarde, ligt de oorsprong van de kunst. Dientengevolge zal men mogen zeggen dat de omvorming van de levenloze stof tot de ploeg, van de levende stof tot de cultuurplant, van de bezielde stof tot het huisdier, de meest oorspronkelijke kunstscheppingen zijn van de mensheid. In hen had in voorchristelijke tijden de religie de kunst gebaard.
Een kernzin van Rudolf Steiner met betrekking tot de kunst luidt: “Het principe van alle kunst is: het innerlijke uiterlijk uitbeelden, het innerlijke tot principe maken van het uiterlijke”. In de toenmalige tijden had het innerlijk nog niet het bewustzijn van zichzelf als ik, het stond door de mysterixc3xabn onder goddelijke leiding. Daarom schiep de kunst bij het ontstaan van cultuurplanten en huisdieren uit het wezenlijke van de goddelijke openbaring en vormde daaruit het wezenlijke van de natuur. Naarmate het innerlijke van de mens individueler begon te worden; in de Egyptisch-Chaldese cultuur door de ontwikkeling van de gewaarwordingsziel, in de Grieks-Romeinse cultuur door de ontwikkeling van de verstands- en gemoedsziel, maakte de kunst zich los uit de schoot van de heilige mysterixc3xabn. Zij werd zelfstandig en drukte haar stempel op het hele omgaan van de mens met de natuur. In alles bleef echter de samenhang met de cultisch-sacramentele oorsprong waar te nemen. Sinds men begon de dode stof te behandelen: de steen op grotere schaal in de Egyptische cultuur, ontwikkelde zich vervolgens uit religie en kunst een soort techniek (Grieks = vaardigheid met de vingers), de bekwaamheid dus, om met passende hulpmiddelen het kunstwerk b.v. de pyramides in de wereld te zetten. De Egyptische driehoekige hak is sinds de tijd van de farao’s tot de dag van vandaag niet essentieel veranderd. De mens die ermee werkte had nog een religieus-kunstzinnig gevoel. Het bewustzijn van een abstracte ratio stond nog ver van hem af. In principe slaat dat tot in het vroegste verleden op alle technische hulpmiddelen in de landbouw: voor de zeis, de vork, de hark, de ploeg en de eg en de kar met spakenwielen. Zoals onbeperkt alles, ook ieder gebruiksvoorwerp tot een kunstwerk werd onder de handenvan de mens, zo gebeurde dat ook met de technische hulpmiddelen zelf. Functie en kunstzinnige vormgeving waren niet van elkaar gescheiden.
Toen de mensheid door het mysterie van Golgotha ging en vervolgens door de ontwikkeling van het Christendom, trad langzamerhand een ingrijpende verandering op in het innerlijk van de mens. Het ik ontwaakte in de verstands- en gemoedsziel en verleende haar innerlijke verdieping. Hieruit ontsproot een nieuw soort religieuze ervaring en nauw in verband daarmee een kunstzinnig scheppen. Vanuit xc3xa9xc3xa9n en dezelfde innerlijke impuls werd midden in het dorp de kerk gebouwd en op het grondgebied van het dorp werd akkerbouw, tuinbouw, fruitteelt en veehouderij uitgeoefend. De romaanse en gotische kunstvorm is dezelfde uitdrukking van een sacramentele kunstzinnige gezindheid die binnenstroomde zowel in het werken met levende have in de stal, als op de akker. De harmonie, de zielegesteldheid en het bijzondere karakter van de cultuurlandschappen komen voort uit deze kunstzinnige gezindheid, die ontspruit uit een diep innerlijk; zij vormen een eenheid met de kerkgebouwen, die vanaf het oerbegin in hun midden zijn. Ieder voorwerp voor dagelijks gebruik, b.v. het hoofdstel van de dieren, de voedertrog, de beschilderde boerenkast, de koperen ketel, de steel van de zeis enz., was altijd even doelmatig als mooi; in alles werd het kunstzinnige principe verwezenlijkt dat iets innerlijks zichtbaar wordt in iets uiterlijks.
Deze sterke innerlijke kracht van de boerenstand was “zolang de kerk nog in het dorp was”, tot in de 19de/20ste eeuw slechts onderhevig aan onbeduidende veranderingen. Maar buiten het boerenleven bereidde zich sinds het begin van de tijd van de bewustzijnsziel in de vijftiende eeuw een omwenteling voor, die groter was dan alle voorgaande. De wetenschap verlaat de religie en de kunst. Zij wendt zich tot het zichtbare, het objectieve van de natuur, niet echter tot het wezenlijke, omdat dat niet toegankelijk is voor de zintuigen. Het denken kan nu alleen maar nog meer steunen op datgene wat de zintuigen waarnemen; op de dode wereld van de vormen.
Dat wat leeft wordt waargenomen als de vorm van het blad, de bloem enz. en alleen deze dode vorm geeft inhoud aan het denken. Het denken van de mensen gaat alleen nog om met dode gedachten, met abstracties die het in natuurwetten vat terwijl het zich losmaakt van de bronnen religie en kunst en zich puur bezighoudt met wetenschap. Met de abstractie van het denken meent men de objectiviteit te hebben gewonnen en daarmee het ideaal van de waardevrijheid te hebben gerealiseerd, die ter vereffening, ter bevrediging van de subjectiviteit het geloof navolgt. En zo scheidt die definitief wetenschap en religie, weten en geloven.
De dode en in zoverre waardevrije gedachte vindt geen verhouding meer tot de kunst, omdat hij zielloos is, geen innerlijk meer heeft dat van buiten kan worden gezien. Dientengevolge ondervindt de
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mensheid haar zieledood, door de op de materixc3xable buitenwereld gerichte wetenschap. Hierin leeft echter de kiem tot vrijheid op. De wetenschap heeft de band verloren met het innerlijk van de mens en zoekt een vervanging in de abstractie van de Cartesiaanse ruimte met de drie loodrecht op elkaar staande coxc3xb6rdinaten. Deze alleen maar gedachte zielloze ruimte, die zich als een vacuxc3xbcm in de menselijke ziel nestelt is de inspiratie- en ontstaansplek voor de moderne techniek. Deze staat niet meer ten dienste van kunst en religie, dichtbij de geest, maar staat vrij ter beschikking voor de bevrediging van elke materixc3xable behoefte van de mens. Uit de zielloosheid van de dode gedachte geboren, kan de techniek nooit kunst zijn. In haar vertoont zich niets van een goddelijke werkelijkheid. Zij is, met de woorden van Rudolf Steiner “een gat in de kosmos”. Aan de andere kant zijn kunst en religie gespeend van de geest die eens in hen aanwezig was en die nu gestold is in de dode gedachtewereld van de zelfstandig geworden wetenschap.
Wat de natuurwetenschap de mens kan geven is enerzijds het bewustzijn van hemzelf en het krachtig worden van het innerlijk beleven en anderzijds de techniek die eruit voortkomt en op wier wegen de mens zich kan verliezen in het zielloze van de ondernatuur, in het rijk van Ahriman. In de wetenschap is het woord van de goden een dode menselijke gedachte geworden. Daarmee geeft zij aan de mens de vrijheid om met behulp van de techniek: ‘een rijk van deze wereld’ voort te brengen, ofwel opklimmend in haar de bron te vinden tot een nieuwe kunst en tot een nieuw sacramentalisme.
Landbouwwetenschap en techniek
Met de opkomst van de landbouwwetenschap rond de overgang van de 18de naar de 19de eeuw doet langzamerhand ook de techniek haar intrede in de landbouw. Dit moet men woordelijk nemen, want bijna alle verworvenheden van de techniek zijn in de landbouw van buitenaf gexc3xafntroduceerd. De boerenstand is daartegen menig maal in verweer gekomen, b.v. bij de invoering van de zaaimachine rond 1800, van de trekker enz. Men voelde instinctief dat daarmee het einde ingeluid wordt van de boerenlevensvorm. En inderdaad zijn het de landbouwwetenschap en de daaruit voortgekomen techniek die voor de oude boerencultuur definitief de dood betekende, de boer in zekere zin onder curatele stelden. Geen levensgebied is zo laat, in zo’n korte tijd, zo onvoorbereid, zo hevig en toch zo uitzichtloos door de techniek overrompeld als de landbouw. En toch waren het juist wetenschap en techniek die voor de landbouw de poort geopend hebben naar het tijdperk van de bewustzijnsziel. Wat betekent dat? De wetenschap van de landbouw maakt van de mens iemand die vraagt. Zij maakt het detail bewust, scherpt de zintuigen aan voor de feiten en presteert daarin iets geweldigs. De landbouwer voelt zich op zichzelf teruggewezen, beperkt tot dat wat de zintuigen hem te zeggen hebben. Ontwaakt hij tot zelfbezinning dan kan hij waarnemen dat hij niet meer, zoals vroeger volledig menselijk als uit xc3xa9xc3xa9n stuk handelt, maar dat zijn zielekrachten: denken, voelen en willen zich een flink eind van elkaar hebben losgemaakt. Vooral het denken heeft zich gexc3xabmancipeerd. Men voelt zich daarin vrij het bedrijf in de voorstelling te kunnen denken als een organisch geheel. Dit gedachtebeeld geeft voorlopig geen aanleiding te vragen naar een technische omzetting. In tegendeel: zo’n gedachtebeeld geeft ruimte aan het voelen en stimuleert het willen. Men voelt zich echter net zo vrij het bedrijf in gedachten te reduceren tot het verloop van bepaalde functies en onmiddellijk wordt de vraag opgeworpen naar de adequate technische methode. Het voelen trekt zich terug in onverschilligheid en de wil verlamt. De bewustzijsziel plaatst de landbouwer als eerste stap voor de vrijheid van besluit: ecologisch boeren – de boer beleeft zich samenhangend met het bedrijf – of conventioneel boeren – de boer dirigeert de landbouw van buitenaf -. Het technisch functioneren is afgestemd op het resultaat, dat vooral interesseert.
De landbouwwetenschap – een samenvatting van toegepaste wetenschappen – heeft aanvankelijk de oude landbouwcultuur begeleid en hier en daar verbeterd, met behoud van haar gegroeide eigen wetmatigheid. Pas in de 60-er jaren van de 20ste eeuw heeft zij de scepter volledig overgenomen en de landbouw in z’n geheel gemaakt tot een technologisch systeem. Daarbij heeft zij de levende en bezielde have, het kapitaal van de landbouw, de cultuurgewassen en -rassen en de aan de bodem aangepaste huisdiersoorten overgenomen. Zij kan dit kapitaal niet vergroten, dwz. het verder ontwikkelen. Zij kan het alleen anders en doelgerichter inzetten, in de vorm van monocultuur of bioindustrie en daarvoor de best uitgekiende voorwaarden scheppen of met dit kapitaal speculeren, dwz. het wijzigen door de techniek van de willekeurige verandering van het erfelijk materiaal. (genenmanipulatie).
Het gaat in de landbouw helemaal niet om de vraag: of techniek, of niet, maar om welke techniek waar moet worden ingezet. Daarmee worden haar grenzen vanzelf bepaald. Met betrekking tot de vraag
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welke techniek geschikt is komen twee argumenten in aanmerking: ten eerste haar gevolgen voor de levenssamenhang en ten tweede in hoeverre het de persoonlijke verhouding tot de dingen en de wezens aangaat.
ad 1.: Om te kunnen beoordelen wat het effect is van de techniek op een bepaalde levenssamenhang moet men deze leren kennen. Onmiddellijk duikt hier de vraag op naar het wezenlijke, hetgeen zichtbaar wordt in de levenssamenhang. In het simpelste, meest abstracte geval gaat het erom dat het niet schadelijk mag zijn voor het milieu. Echter, reeds xc3xa9xc3xa9n stap verder, als men zich bezighoudt met de openbaringen van de levende plantenwereld, het ontstaan en vergaan ervan, dan ervaart men dat de techniek van bemesting en hydrocultuur evenals eigenlijk van alle biotechnologiexc3xabn, niet kan voldoen. Zij storten in het niets ineen. de levensuitingen au sxc3xa9rieux nemen beperkt de techniek voornamelijk tot de zuiver mechanische techniek. Hierbij moet onderscheid worden gemaakt tussen de krachtbron, b.v. de trekker, de elektromotor en de functietechniek. Met betrekking tot de krachtbron is het niet schadelijk zijn voor het milieu in alle gevallen problematisch. Volgens mij is het nog geen uitgemaakte zaak of de dierlijke trekkracht definitief is afgeschreven. De beslissing daarover, zoals trouwens ook over de omvang van de techniek, velt de sociale ontwikkeling van de toekomst. De functietechniek is overal op z’n plaats waar het gaat om sturen van de afstervingsprocessen, respectievelijk de processen die verminderen, b.v. in geval van grondbewerking en daar waar over het algemeen levensprocessen aan hun einde komen, bv. bij de melkvorming (techniek van het melken) of als de planten afsterven en overgaan naar het rijp worden van de vruchten (oogsttechniek).
Bij al dergelijke technieken blijft er een ongedekte rest over die betrekking heeft op de eenmaligheid van de gebeurtenis. Het zaaien, maaien van hooigras, oogsten enz. wordt weliswaar ieder jaar of meer keren per jaar herhaald. Maar al deze activiteiten krijgen hun bepaalde kwaliteit door de levenssamenhang van de plaats en de tijd in het jaarverloop (kosmische ritmen).
De machine houdt wel rekening met bepaalde uiterlijk kwantitatieve variabelen doordat men haar
kan instellen. Echter tegenover de wezenlijk kwalitatieve levenssamenhang onderscheidt zich de technische procedure van zaaien, maaien, oogsten enz. niet van het voorgaande of volgende. De machine werkt, omdat ze niet leeft en geen ziel heeft zonder kwaliteit voor wat betreft de tijd. Haar functie beperkt zich absoluut tot de herhaling van hetzelfde. Zij kent alleen maar maat en geen ritme. Dientengevolge lijken die werkzaamheden op het landbouwbedrijf het meest op het machinale verloop, die bijna kwaliteitloos herhaald worden. Dat zijn de transportwerkzaamheden. Het is voor graan, aardappelen, bieten enz. nagenoeg om het even of ik ze vandaag of morgen van hier naar daar transporteer. Henry Ford I, die de zoon van een farmer was, sprak over de landbouw als een “transportambacht tegen wil en dank”. Hoe waar is deze uitspraak wanneer men al het werk slechts terugbrengt tot het kwantitatieve aspect. Vanuit dit gezichtspunt is ploegen een transportproces van de ploeg en evenzo het zaaien van de zaaimachine over de akker. Er blijft bij deze technieken die raken aan het levende of erop inwerken, een ongedekte rest over. En hierop moet de aandacht gericht worden. Het betreft het wezenlijke dat voor de machine niet bestaat. De oogstproducten daarentegen, zoals voedergewassen, graan, hakvruchten enz. die uitgelicht zijn uit de tijdstroom, waarin het wezenlijke werkzaam is, worden voorwerpen van het massatransport. Deze is zonder kwaliteit herhaalbaar en kan derhalve bijna zonder rest omgezet worden in techniek. Het is de geniale technicus Henry Ford I, die in de zuivere transportwerkzaamheden het toepassingsterrein van de machine herkende, dat zich volledig dekt met haar functie.
ad 2.: Het behoud en de verzorging van de persoonlijke verhouding tot bodem, plant en dier en tot het gehele bedrijf bepaalt eveneens soort en omvang van de techniek. In dit opzicht blijkt de mechanisatie overal geschikt te zijn, waar zij de mens bevrijdt van het zware werk, van het verplaatsen van zware lasten enz. Daardoor wint hij tijd en kracht. Gebruikt hij deze om des te intensiever waar te nemen en het waargenomene in zichzelf levendig te maken in denkbeelden en deze in relatie te brengen en te houden tot het hele bedrijf, dan wordt de persoonlijke verhouding bewuster en hij vervult zich met een onderzoekende gezindheid. het is anders daar waar het arbeidsproces zelf de essentixc3xable ervaringsbasis is, b.v. in het omgaan met de mest, de preparaten, de voedering in de stal, de verzorging van de dieren, van het zaaigoed enz.
Als men de mechanisatie onder de gegeven sociale omstandigheden terug wil brengen tot een verdedigbare maat, dan is dat een vraag hoe men in alle opzichten een nieuwe verhouding tot het werk kan krijgen. Plezier in het werk is niet genoeg. De vreugde aan het werk te herwinnen of met de woorden van Rudolf Steiner ‘het werk weer te doorvreugden’, ontneemt de techniek de basis. Maar daarvoor heeft het werk geestelijk voedsel nodig. Dat kan in eerste instantie door de denkbeelden die
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men zich verwerft, als men in de ontmoeting met de dingen en de wezens op de boerderij de persoonlijke verhouding zoekt.
Pas door zelfkennis kunnen wij volgens mij de waarde van het handwerk weer nieuw leren waarderen. Niet alleen vanwege z’n onbetaalbaarheid is het in vergetelheid geraakt, maar omdat het dode , schimmige denken hem niets meer kan geven of afnemen. Daarom sluipt onmiddellijk als een influistering de instinctieve drang in het bewustzijn, het werk toch meteen te laten doen door een machine. Het is duidelijk dat men vandaag de dag niet meer zo handmatig kan werken als vroeger toen de drie zielekrachten denken, voelen, willen in de gemoedsziel van de oude boerenstand nog een door de geest gedragen eenheid vormden.
Als ik met de zeis maai – een kunst die geleerd kan worden – dan zijn alle drie zielekrachten even actief. Ik ervaar schouwend-denkend de samenhang, word mijzelf voelend gewaar in de ritmische zwaai en ben ondergedoken in mijn wil. Als ik maai met de cirkelmaaier dan is niet alleen de samenhang met de wereld onderbroken, maar ook met de eenheid van mijn zielevermogens. Deze maken zich los van elkaar en gaan hun eigen weg. De wil is niet meer nodig. Hij verlamt met betrekking tot het werk en zoekt elders inspanning in de vrije tijd, in de extreme sport, enz.; het voelen hangt geheel en al in de lucht en probeert van zijn kant buiten het werk zijn honger naar ervaring te bevredigen door media of de recreatiexc3xafndustrie. Enkel en alleen het denken blijft bij het werk, maar alleen in zoverre het de functies van de trekker en de maaimachine stuurt. Omdat het werk als zodanig geen inhoud meer heeft denkt het aan ’t begin van het werk reeds aan het einde ervan. Dit gebrek aan inhoud is het ook, dat aanleiding geeft tot steeds snellere, machinale arbeidsprocedures. Het werk vertoont de neiging naar werkzaamheden die jachtig afgehandeld worden.
Dat is de zielesituatie waar de landbouwer zich in bevindt. Men kan dit als een pijnlijke verarming ervaren. Men kan echter ook met vastberaden wil tot zelfkennis in haar de plek vinden in het innerlijk, van waaruit het ik in een vrije verhouding tot de afzonderlijke zielekrachten kan treden en in de drieheid een nieuwe eenheid scheppen. In een eerste fase van de mechanisatie ervaren we de buitengewone arbeidsverlichting, in de tweede misschien de fascinatie van het steeds nieuwe en volmaaktere, in een derde echter de innerlijke verarming en het eenzaam worden.
Dit doodsbeleven in de eigen ziel is het keerpunt, van waaruit het ik van de mens, die tot zichzelf ontwaakt, de drie zielekrachten kan opnemen en zodanig omvormen tot iets ‘innerlijks’ van de mens, hetgeen dan op een nieuwe manier uiterlijk zichtbaar wordt. Op dit keerpunt staan wij nu. De ontwikkeling van de landbouw leidde ons uit een oergrond van de mysterixc3xabn naar een landbouwkunst en naar een landbouwwetenschap; en van hieruit naar het nulpunt, het niets van de technologie. Als men zich niet laat bedriegen door de uiterlijke schijn, maar dit niets, in zijn volle omvang, in de eigen ziel ervaart, dan rijst de vraag naar een landbouwwetenschap die weer herleeft en van binnenuit de landbouwkunst tot leven kan wekken en tot geestelijke communie met het wezenlijke van de wereld kan verdiepen. Als men de afdalende ontwikkeling ervaart en het keerpunt zelf, dan wordt pas ten volle duidelijk hoe de ‘Land-bouwcursus’ van Rudolf Steiner de wegen wijst naar een opwaartse ontwikkeling.
Het keerpunt van de wetenschap naar een nieuwe landbouwkunst.
De vraag naar werken met het levende werd vroeger niet gesteld. Deze wordt gesteld sinds het denken dood is, sinds het alleen nog maar het levenloze bevat en sinds zijn produkt, de techniek, werkt met het levende. Aan de verwoesting, het verval, ontwaakt het bewustzijn voor de vraag: hoe ontwikkel ik aandacht voor wat zich uit in de levensverschijnselen?
Deze vraag zou een keerpunt kunnen inleiden in de wetenschap, als hij serieus gesteld wordt. In de ecologie doet men moeite om ermee te beginnen. Als voortzetting van de aanzet die Goethe gaf in de natuurwetenschap zijn belangrijke stappen gezet. Zij richten zich erop, allemaal vanuit verschillende richtingen, bij het geheim te komen van het ontstaan en vergaan van het levende. Zij laten zien dat dit geheim niet van buiten toegankelijk is, waardoor het voor eens en altijd als een wet te verklaren is. Zij tonen veeleer aan dat de weg naar een keerpunt in de wetenschap xc3xadn het innerlijk van de mens loopt; de moeizame weg van het inlevende denken. Alleen het tot leven brengen hiervan kan het levende herken-nen: het gelijksoortige herkent het gelijksoortige! De ware goetheanist richt zich als onderzoeker niet rechtstreeks op het resultaat, maar op het oefenen van een denkvaardigheid die de blik openhoudt voor elk nieuw fenomeen dat erbij komt en die het begrip kan vasthouden als een voorstelling die samenhangt met de waargenomen feiten. Men abstraheert, maar herstelt de samenhang weer die men innerlijk opnieuw voortbrengt. Daardoor wordt het innerlijk krachtig en actief. Bij het verwerken van de buitenwereld wordt de bewuste ervaring verdiept. In dit beleven ontmoet het openbare, het zintuiglijk
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waarneembare, het niet openbare, het geestelijk-wezenlijke. De ervaring die ontstaat door de vormen van de natuur opnieuw tot leven te brengen in voorstellingen, wordt tot objectief instrument van wetenschappelijk onderzoek. Het innerlijk van de mens staat vanwege het behoud van een schijnobjectiviteit niet meer op onverschillige afstand van het onderzoek, maar wordt tot drijfveer van een wetenschap die in staat is van binnenuit, op een nieuwe wijze, de bodem te bereiden voor de kunst. De bewuste ervaring wordt overal sterker waar men persoonlijke verhouding zoekt tot de dingen en de wezens. In de kern van dit beleven komt het wezenlijke van de mens, het ik, opnieuw tot leven. In zijn ware openbaring in het eigen bewustzijn openbaart zich tegelijk ook het wezen van de wereld. Dit wijst op een toekomst, op een ontwikkeling waarin wetenschap en kunst toewerken naar het ontstaan van toekomstige mysterixc3xabn.
De grondslag van de nieuwe kunst is daar waar ‘het innerlijke’ vanuit de kracht voor een wetenschappelijke gezindheid, zich beleeft als doordrongen van geest en dit beleven moet zichtbaar worden in ‘het uiterlijke’.
Dit aan ’t begin genoemde principe van alle kunst, “het innerlijke in het uiterlijke zichtbaar maken, het innerlijke tot principe maken van het uiterlijke” (R. Steiner) moet voor de landbouw nieuw ontdekt worden als men in overeenstemming met het levende wil werken. Dit principe wordt in hoge mate verwezenlijkt in hetgeen de BD landbouw nastreeft. Deze is gebaseerd op een wetenschappelijke houding, een inlevend denken, die de landbouwer zich als vaardigheid eigen moet maken, wil hij in een bewuste verhouding treden met onderdelen xc3xa8n met het geheel van zijn bedrijf.
Voorts ligt aan deze landbouw de antroposofische geesteswetenschap ten grondslag, die het denkend bewustzijn de inhoud verschaft voor het onderzoeken van de geestelijke wereld, dwz. het geestelijk-wezenlijke waarop al het zijn berust. De resultaten van de antroposofische geesteswetenschap zijn in zo’n vorm gegoten, dat iedereen die de wil heeft ze serieus te bestuderen, ze kan denken. Ze zijn gekleed in de vorm van ideexc3xabn zodat er niets mystiek-dwingends van uitgaat. Je kunt ze vergelijken met zaadkorrels, de uiterste concentratie van het levende, waar de uiterlijke vorm geen informatie geeft over wat hij werkelijk omsluit. Zij moeten eerst ontkiemen opdat het innerlijke, uiterlijk gezien kan worden in de ‘ver-schijningsvorm van de plant’. De bodem voor het ontkiemen van de ideexc3xabnvormen van de antroposofie is de menselijke ziel, het innerlijk. Bij het ontkiemen gaan zij over van denken met het hoofd tot denken met het hart. Ze beginnen te groeien en met het leven dat in hen is de wil aan te sporen tot daden. Wat uit de pure natuurwetenschap stolt tot techniek, dat wordt uit de antroposofische geesteswetenschap een vrije daad. Als zich beide met elkaar doordringen, de natuur- en de geesteswetenschap, b.v. in de opstelling en de praktijk van een BD-bedrijf, dan ontstaat de nieuwe landbouwkunst. Hierin wordt beoogd te werken met het levende, waarin het innerlijke, bevrucht door de antroposofische wetenschap, door het zintuiglijk waarneembare heen schijnt en het uiterlijk leven ter hand neemt en omvormt. Dus, de voorwaarde om aandacht voor het wezenlijke te ontwikkelen is: grondige bestudering van de antroposofie en scholing van een onderzoekende houding.
Werken met het levende, de nieuwe landbouwkunst.
Het levende, dat de vormbare stof levert voor een nieuwe landbouwkunst, moet op vier verschillende niveaus gezocht worden.
Op het niveau van: 1. de wezens van het planten- en dierenrijk
2. de bedrijfsindividualiteit en haar fysieke organisme
3. de mest, zoals de natuur die voortbrengt
4. de bemesting met de preparaten.
ad 1.: Ieder soort cultuurgewas laat bij het verbouwen de wetmatigheid zien die eigen is aan haar leven; dat geldt ook voor iedere huisdiersoort hoe die gehouden wordt. Dit levende wordt bepaald door wat de geesteswetenschap het ‘etherlichaam’ noemt, dat alleen bovenzinlijk te begrijpen is. De vormkrachten van het levende; van de warmte-, licht-, klank- en levensether, die vanuit de kosmos werkzaam worden in het aardse, vormen zich telkens tot dit specifieke etherlichaam dat het ‘fysieke lichaam’ vormt en tot leven brengt uit de fysieke krachten van de elementen: aarde, water, lucht, warmte. De etherische organisatie van de plant en op een andere manier van het dier, kan zich echter alleen afsluiten tot een ‘lichaam’ doordat dit zelf staat onder het ‘astraallichaam’, een organisatie die er dus boven staat. Het levende uit zich in tijdritmes, in het ontstaan en vergaan. Het schept als iets dat leeft en weeft naar de aardse zijde uit de stoffen en krachten van het fysieke de ruimtegestalte die zichtbaar wordt voor de zintuigen en sterft in de fysieke vorm.
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Naar de kosmische kant houdt het de samenhang vast met de scheppende oerbeelden, die ontspringen uit het wezenlijk-eeuwige. Deze oerbeelden, die krachtig werken in het aardebestaan vanuit het eeuwige, omgeven de plant als een omhulling vanbuiten. Het dier echter vervullen zij ermee in zijn binnenste, in zijn ziel; zij zijn van bovenzintuiglijke aard en alleen waarneembaar in de vormgestalte. De dode vorm vertolkt het goddelijk-wezenlijke, dat hem gevormd heeft.
Bij het werk met het levende moeten we onze aandacht geheel richten op de vorm en op de omstandigheden die hem uiterlijk te voorschijn brengen. Terwijl we naar deze vormen kijken kunnen wij innerlijk actief een beeld opbouwen waardoor het scheppend-wezenlijke, het oerbeeld, de oeridee innerlijk ervaring kan worden. De BD-plantenkweker en de dierfokker gaat allereerst uit van de vorm. Doordat hij probeert deze te herscheppen in de voorstelling, innerlijk actief denkend, roept hij geestelijk in zichzelf de krachten op die vanuit het wezenlijke deze bepaalde planten- of diersoort gevormd hebben. Dat is echter een kunstzinnig proces waardoor je leert om vanuit de innerlijke eigen gemaakte voorstelling van het type, de uiterlijke voorwaarden te scheppen in de tijd, voor de levensprocessen en de ruimte, de fysieke elementen. De kweker en de teler zijn in de BD-landbouw eigenlijk de polen van xc3xa9xc3xa9n en hetzelfde streven. De plantenkweker zoekt in de verscheidenheid van vormen (de stammen) het type en selecteert vervol-gens dit type op de voor de groeiplek passende vormen (soorten). De teler zoekt, door op een levendige wijze het type in ’t oog te krijgen, naar voorwaarden van het fysieke (elementen) en het levende, waardoor het type tot uiterlijke verschijning kan komen.
Het beeld van het wezenlijke van onze cultuurgewassen en huisdieren te pakken krijgen, de uiterlijke voorwaarde scheppen voor het gedijen van dat wezenlijke en door persoonlijke aandacht en verzorging het innerlijk, het oerbeeld omzetten in het uiterlijke, vervult het werk met leven; het leidt naar werkelijke landbouwkunst. Het wezenlijke werkt mee in deze nieuw te leren kunst cultuurgewassen en huisdieren te verzorgen. Het versterkt de grondhouding voor het werk, verdiept de overgave en laat de oerbeelden binnenstromen in het werk. De boden van de geestelijke hixc3xabrarchiexc3xabn die in de natuur zijn, de elementenwezens, hebben de oerbeelden nodig als moreel impulserende kracht voor hun scheppen.
ad 2.: Het is het resultaat van geestelijk onderzoek als Rudolf Steiner er in de Landbouwcursus op wijst dat een landbouwbedrijf pas zijn wezen waarmaakt indien men het opvat als een gesloten bedrijf (organisme) en een soort individualiteit. We zien ons genoodzaakt onze aandacht op onszelf te richten op basis van geesteswetenschappelijke menskunde; onszelf als een individualiteit op te vatten en begrip te vormen van een organisme. Het gaat er weer om het zielexc3xafnnerlijk te verrijken met inzicht waardoor dit innerlijke van de mens een beeld schept in het uiterlijke van het boerenbedrijf. Het gaat erom in de ruimte, dwz. in het geomorfologische territorium en het daar heersende klimaat en in de tijd, dwz. de kosmische ritmen in het jaarverloop, het organisme tot het wezenlijke te vormen waarvoor het bedoeld is. Rudolf Steiner verwijst daarnaar met de aanwijzing: “de mens wordt als grondslag gezien”. De mens echter draagt het eeuwige als zijn IK in zich. Wordt hij zich bewust van dit eeuwige, zijn individualiteit, dan kan hij daarmee in het uiterlijke van het bedrijf iets investeren waardoor het levende dat werkt in ruimte en tijd van een plaats op aarde zich kan vormen tot etherlichaam van het bedrijfsorganisme. Wij scheppen daar vanuit het centrum van ons eigen wezen waarlijk een kunstwerk, dat zich onder de handen van de kunstenaar, de landbouwer, vormt en zich samen met hem ontwikkelt. Wij moeten ons alleen bewust zijn van ons aandeel in het ontstaan van het landbouworganisme en zijn ‘levenslichaam’. Dit vormt zich in ruimte en tijd in het grondgebied van de boerenhoeve en staat in verbinding met een centrum, dat de boer zelf is door wat hij denkt, voelt en wil. Men is dit wezenlijke zelf en leeft als dit centrum in ieder onderdeel en in ’t geheel van het bedrijf. Je moet alleen eens je aandacht richten op deze uitbreiding van het eigen zelf. Uit mijn binnenste, uit de inzichten die ik heb schep ik op het grondgebied van de hoeve een netwerk, een levenssamenhang van zinvolle verbanden. Met het oog op de vorming van het levende tot een zich afsluitend etherlichaam dienen alle maatregelen in de akkerbouw, de veehouderij, de gras- en weidelandsector, in de tuinbouw, de fruitteelt, bij de aanplant van hagen en bos zinvol op elkaar te worden afgestemd. Het etherlichaam is maatgevend en de subtiele onderlinge samenhang is de bron voor gezondheid en vernieuwing van het bedrijfsorganisme.
De gezonde kracht van het etherlichaam is des te groter naarmate veelzijdigheid het levensvlechtwerk verbindt. Akkers, (blijvend) grasland, fruitbomen, bosschages, hagen, bermen, waterlopen enz. zijn de basiselementen van deze veelzijdigheid. Elk van deze basiselementen verlangt naar de vormgevende hand. Daarbij dient zich onze aandacht te richten op hetgeen ertussen is, hoe het ene met het andere in harmonische samenhang staat. In de verhouding tot elkaar blijkt de fysieke functie, b.v. in het verminderen van schimmelvorming bij de plantenteelt, als de akkers in de bedrijfstotaliteit in verbinding staan met een schimmelrijke, vochtige beemd (Landbouwcursus).
Iedere akker of boom, ieder hooiland of heg wordt zo tot een levensorgaan dat krachtig doordrongen is van het etherlichaam van het bedrijfsorganisme. Op deze manier vormen wij mee aan de
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landbouwindividualiteit doordat wij al werkend het fysieke organisme voor haar toebereiden dat zich naar buiten toe begrenst in een bepaalde landschapsvorm en naar binnen toe ordent in zulke levensorganen. Het bedrijfseconomische principe van de BD-landbouw is voorshands het principe van het ‘economisch’ werken met het levende. Dat brengt pas duurzaamheid en ontwikkeling met zich mee.
De landbouw wordt pas een nieuwe kunst als je ontwaakt in je eigen wezen en wakker een identificatie zoekt met het bedrijfsorganisme. Anders blijft het werk met het levende alleen maar een ecologisch proberen, een zoektocht naar het nauw verbonden zijn met de natuur. De aandacht op het geheim van het wezen van de mens, zoals de antroposofische geesteswetenschap aan het licht brengt, geeft pas de sleutel tot het begrijpen van wat eigenlijk totaliteit van het organisme betekent en hoe functies van de afzonderlijke levensorganen op zichzelf en in hun onderlinge relatie beoordeeld moeten worden, b.v. hagen en bomen in het bouwland als astrale verdichtingszones, of de kudde runderen m.b.t. de vruchtbaarheid van de bodem, tot de geslotenheid van het bedrijfsorganisme enz.
ad 3.: Als men begrijpt dat het noodzakelijk is dat het bedrijfsorganisme gesloten is, dan wordt pas echt duidelijk wat de taak en de betekenis van de bemesting is. De meststoffen komen voort uit de totaliteit van het bedrijf en hebben hun uitwerking erop. Het gaat om stoffen die afkomstig zijn uit het vergane leven (plantenresten, dierlijke uitwerpselen), dit leven bewaren en toekomstig leven bevorderen. Zij ontstaan door activiteit van de levensorganen en door hun onderlinge relatie, b.v. door de kudde koeien die zoals een hart het bedrijfsorganisme gewaarwordt via de voedselstroom uit de verschillende levensorganen zoals (blijvend) grasland, akkers, voederpercelen en het waargenomene verwerkt tot een levendragende meststof. Net zoals de plantenwereld van het bedrijf bij het vergaan het leven afgeeft aan de humus, die het gelijk een universeel zaad doorgeeft van jaar tot jaar, zo geeft het rund iets van zijn eigen wezen aan de mest. De rundermest bevat als dit wezenlijke: levenssubstantie, zielesubstantie en in aanleg geestsubstantie, waardoor hij als geen andere natuurlijke meststof een organisme scheppende, het bedrijf tot een totaliteit afsluitende kracht ontwikkelt.
De meststoffen en -krachten zijn afkomstig uit het binnenste van het landbouworganisme en vormen diens buitenkant. Hier is de natuur de grote kunstenares. Wij moeten een persoonlijke verhouding ontwikkelen tegenover datgene wat zij om te beginnen als meststoffen voortbrengt. De werkelijke kunst van de boer bestaat eruit het levende van deze meststoffen te behouden of zelfs te vergroten. De sturing van de omvorming van de plantenresten tot voedings- en duurzame humus is o.a. de taak van bodembewerking, de klassieke kunst van de akkerbouw. Zij is de kunst, die omwille van het levende meester is over de dood. Iedere bodembewerking, hetzij met ploeg, cultivator, hak of onkruideg activeert de vertering of beter gezegd de mineraliseringsprocessen in de bodem en schept daardoor de voorwaar-de voor opbouwprocessen voor nieuw leven. De kunst bestaat erin, in het tijdverloop door het jaar de telkens juiste balans te vinden tussen dood en leven. Een intensieve regenwormactiviteit in de bodem weerspiegelt deze balans. De regenworm is de grote natuurkunstenaar, die dood en leven beheerst. Het resultaat is een stabiele bodemstructuur.
Wat zich in de akkerbouw voltrekt in de bodem door de bewerking, gebeurt op kunstzinnige wijze in de compostering. Ook daar gaat het erom het afsterfproces met zo min mogelijke verliezen te leiden naar het levendragende proces van humusvorming. Humus kan drager zijn van het voorgaande leven omdat hij afstamt van het voorgaande leven, dit leven verdwijnt echter niet spoorloos, maar wordt vastgehouden in een bijzondere stoffelijke configuratie (humus) met medewerking van iets astraals (o.a. regenworm)
Als je zelf een handje helpt, kan het composteren een zeer leer- en ervaringsrijk werk met het levende zijn. Alle toestanden van door en door warm, luchtig en vochtig worden tot aan het aardachtig worden toe, worden als fysieke en levenstoestanden na elkaar doorlopen. Het is een kunst bij deze processen de juiste maat te houden. Helaas is de compostbereiding op veel plaatsen het stiefkind geworden van het BD werk. Wanneer men haar als een kunstzinnige activiteit opvat en daarbij ondervindt dichtbij het levende te zijn, dan verliest het argument om vanwege arbeids-economische motieven te moeten grijpen naar technische procedures meer en meer zijn gewicht.
De meststof die afkomstig is uit de bezielde natuur van ons vee spreidt een grotere bemestingskracht ten toon dan de pure humusmest uit de plantaardige natuur. Hier gaat het van meet af aan om het soort-eigene dat deze meststof laat ontstaan (rund, paard, varken, schaap, kip). Bij vergelijking van dierlijke mest wordt meteen duidelijk hoe uiteenlopend het levende door de beheersende kracht van het astrale samengehouden wordt met de fysieke stoffen.
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De mate van intensiteit hangt natuurlijk sterk af van hoe dieren gevoerd, gehouden en gefokt worden. Werken met het levende moet hier echter al beginnen met de omgang met de dieren. Het is verwonderlijk dat men van oudsher gesproken heeft van de akkerbouw-, tuinbouw- en fruitteeltkunst, niet echter van een kunst van de veeteelt bij de voedering, de houderij en het fokken. De oorsprong van alle kunsten gaat nu eenmaal terug naar Kaxc3xafn, de akkerbouwer, niet naar Abel, de herder. De veehouderij vindt pas aansluiting aan de landbouwkunst op het moment dat men haar functie in het hele bedrijfsorganisme in het oog krijgt. Hierin treedt vooral het rund via zijn mest in rechtstreekse relatie met akkerbouw, tuinbouw en fruitteelt en zodoende met het vruchtvormende cultuurgewas. Met dit doel voor ogen, de voedzaamheid in de vruchtvorming, dient het astrale en levende in de rundermest te worden verzorgd. Er zijn veelsoortige verzorgingsmethodes: van uiterst verfijnde techniek zoals drijfmestgisting (biogasinstallaties) via klassieke potstalmest of als stapelmest, tot aan de compostering van hopen langs de akkers.
Bij de beoordeling van deze methodes staan overwegingen op de voorgrond van arbeidseconomie en het minimaliseren van verliezen. In de zin van het genoemde doel – het bemestingseffect en de voedzaamheid – bestaat er nog geen bewijskrachtig onderzoek. Met betrekking tot de mest van biogasinstallaties zouden vergelijkende proeven op langere termijn aangekondigd worden. In ieder geval, hetzij in veldexperiment, hetzij in de gewone praktijk op de boerderij, is het een vraag van persoonlijke en daardoor kunstzinnige verhouding tot de mest en daarmee tot de stoffen en krachten die verkregen en verzorgd moeten worden.
ad 4.: De bemesting met de BD-preparaten voert pas ten volle in, wat ik de nieuwe landbouwkunst zou willen noemen. Uit de levende en bezielde natuur van het planten- en dierenrijk ontstaat zonder ons direct ingrijpen de humus en de dierlijke mest. De preparaten zijn daarentegen een product van de menselijke geest. Hier wordt het principe van alle kunst verwezenlijkt: het innerlijke tot principe maken van het uiterlijke. Dat geldt zowel voor de wijze waarop ze gemaakt worden als voor het gebruik. Het principe van beide komt erop neer dat de stof die aan de preparaten ten grondslag ligt in het levende gehouden wordt, dwz. erin wordt ingebed, of beter gezegd: bij het gebruik gexc3xafntegreerd wordt in de tijdritmes van het jaar-verloop. Het innerlijk, de geestelijk-ideexc3xable inhoud waarmee wij ons identificeren als wij b.v. paardebloem-hoofdjes inpakken in een darmscheil van het rund schept niet primair iets uiterlijks in het fysiek-levende, maar in het etherisch-astrale. Het paardebloempreparaat maakt dat de plant doorleefd en fijngevoelig wordt. En zo is het met alle preparaten. Het geestelijk-wezenlijke dat achter de aanwijzingen gezocht moet worden voor vervaardiging en gebruik, dat is het innerlijke wat uiterlijk waarneembaar is. Dit uiterlijke is op zijn beurt echter weer iets innerlijks, n.l. de uiterlijke gestalte van het fysiek-levende. Men kan dus zeggen: de preparaten zijn kunstmiddelen van de menselijke geest die vergeestelijkend werken op de binnenkant van de natuur, zoals het menselijk ik op eigen kracht vergeestelijkend werkt op zijn fysieke wezensleden. In deze zin begrijp ik de verwijzing van Rudolf Steiner in de Landbouwcursus (blz.46, uitgave 1992), dat aan het einde van het Kali Yuga, 1899, met een “omvorming van de menselijke zieleontwikkeling […]” een grote omvorming van het innerlijk van de natuur verbonden is.
De actieve omgang met de preparaten verleent ons de macht om de kloof tussen mens en natuur te overwinnen. Hierbij kunnen wij iets tegenover de techniek plaatsen waardoor wij volledig menselijk met ons denken, voelen en willen weer kunnen aansluiten aan het wezenlijke in de wereld. Wij zijn er ons nl. niet van bewust dat wij met de techniek, zonder echter te weten wat we doen, met iets doods over de kloof heen voortdurend inwerken op het wezenlijke van de natuur. Het wereldwoord, dat eens door de mysterixc3xabn tot de mens sprak kan in de toekomst uit de mens spreken als hij de wil heeft b.v. door middel van de preparaten over de kloof heen het innerlijk van de natuur te veranderen en te vergeestelijken. Bij de preparaten gaat het om meststof die ‘het vaste, aardse zelf’ tot leven brengt. De onbezielde, dode stof wordt tot leven gebracht, dwz. hij wordt opgetild naar een hoger niveau van zijn bestaansvorm. Dat geldt in ’t bijzonder voor de zes compostpreparaten. Bij de karakterisering daarvan vermeldt Rudolf Steiner dat door de samenwerking van het duizendblad-, kamille- en brandnetelpreparaat kalk en kiezel veranderen in een nieuwsoortige vorm van stikstof. Deze verandering vindt plaats als een scheppingsdaad binnen de microbixc3xable chaos van de compost- en mesthoop en zet zich voort bij iedere bemesting in de bodems van het bedrijfsorganisme, in het middenrif, het midden tussen boven en beneden van de landbouwin-dividualiteit. Men moet zich de grondoppervlakte van het bedrijf voorstellen, hoe daar naar gelang van het levensorgaan, dus al naar een vruchtwisselingsperceel, (blijvend) grasland, tuin en boomgaard, de mest op verschillende tijden wordt opgebracht. Het is als het ritmisch soepel maken van iets levends, dat als een huid is uitgespreid tussen aarde en kosmos. Het midden tussen wat boven is in lucht en warmte en wat beneden is in aarde en water neemt iets eigens aan. De wereld van de elementen ontvangt, wat zij door de omgang met de techniek ontbeert. Geestelijk-morele impulsen stromen toe, door welke zich haar
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werking aaneensluit tot totaliteit van het bedrijfsorganisme. De landbouwindividualiteit als geestelijk opgevatte idee vervult zo in voortgaande ontwikkeling haar wezen. Het innerlijke wordt tot principe van het uiterlijke.
Bij deze verwezelijking horen als noodzakelijke aanvulling bij de kompostpreparaten de beide spuitpreparaten. Het hoornmestpreparaat werkt op het benedengebied waarin de wortel neerdaalt, de ‘hoofdpool’ van de landbouwindividualiteit, het hoornkiezelpreparaat op het bovengebied waarin de spruit omhoog groeit, de ‘stofwisselingspool’ervan. Alle krachten van het etherisch-levende worden in de verticale as aarde-zon, die als het ware door de levenshuid van het middenrif heen stoot, opgeroepen de plant te vormen. In geval van het hoornmestpreparaatwerken we met winterkrachten van de levens- en chemische ether die de wortel gevoelig en tot zintuig maken tegenover het aardrijk en de planten naar boven “stoten” (R. Steiner). In geval van het hoornkiezelpreparaat werken we met zomerkrachten van de licht- en warmte ether, die de groen wordende en rijpende spruit in de hoogte “trekken” en deze in zijn levensprocessen opnamebekwaam maken voor de werking in de omtrek.
Wanneer we deze twee winter- en zomerkrachten dragende meststoffen in de ritmen van het jaarverloop gebruiken hangt af van het tijdstip van zaaien en de ontwikkelingsritmes van het cultuurgewas. In dit van tevoren vastgestelde kader is het tijdstip van gebruik tegelijkertijd in onze vrijheid geplaatst. Wij werken met meststoffen die ‘tijd bemesten’ dwz. die de tijdsprocessen van de plant structureren en dynamiseren. De totale tijdstructuur van het bedrijfsorganisme in het jaarverloop individualiseert zich.
Kijkt men naar het werk met de preparaten in het jaarverloop, dan is de landbouwer, tuinder, fruitteler van voorjaar tot herfst door deze bezig met een activiteit waartoe geen uiterlijke aanleiding bestaat zoals bijvoorbeeld het ploegen of oogsten. De impuls ervoor leeft zuiver in de ’s mensen geest. Uit dit innerlijke van hem vormt hij volgens zijn beeld iets uiterlijks, een kunstschepping, waarin hij zichzelf weer kan vinden.
Van de landbouwkunst naar een werkelijke communie van de mens met de geest.
“Het gewaarworden van de idee in de werkelijkheid is de echte communie van de mens” (Rudolf Steiner). In de BD-landbouw gaan we met ideexc3xabn om die voortkomen uit de antroposofische geesteswetenschap. Worden deze ideexc3xabn serieus onderwerp van inzicht, dan vallen ze in praktijk niet uit hun oorspronkelijke samenhang en stollen ze niet tot een pure methode, een dode technologie. Het is veeleer omgekeerd: zij leven op tot een echte landbouwkunst. Zij vervult de praktijk met enthousiasme. Het praktische werk verliest z’n zwaarte en wordt een geestelijk bewuste bezigheid. In deze bezigheid echter rust de kiem, die het geestelijk gehalte, het wezenlijke van de ideexc3xabn die ons leiden omsluit. Groeit deze kiem in ons door onvoorwaardelijke inzet, dan worden deze ideexc3xabn verdiept en ontstaat er een onwrikbare geestelijke4 zekerheid van het geestelijk-wezenlijke wat in hem aanwezig is. Wij moeten alleen de innerlijke kracht opbrengen en onze aandacht richten op datgene wat wij bijvoorbeeld door de jarenlange omgang met de preparaten putten uit deze daad aan de aarde als een innerlijke geestelijke zekerheid. Om te beginnen hebben we alleen de idee die voor ons uit schijnt, of inderdaad de aanwijzing van Rudolf Steiner, naar welke wij ons trouw richten, maar het doen zelf blijft duister. Echter, zoals bij iedere kunst herhaald oefe-nen kunst baart, zo is het ook hier. Door de herhaling wordt het donker opgelost. Het geestelijk-wezenlijke kunnen wij vaag gaan vermoeden, doordat de idee onderduikt in onze wil en in dat wat wij met deze wil op ons bedrijf bewerkstelligen, langzaam zichtbaar wordt als haar ware wezen. Ook al zijn dat in al het dagelijkse werk alleen maar ogenblikken, flitsen. Die zijn echter zo machtig, dat ze over alles een stralend licht kunnen spreiden, ook over de innerlijke leegte die de techniek brengt.
Hier is de weg aangeduid naar de ware geestelijke communie. Die weg leidt naar de mysterixc3xabn van de toekomst; zij zullen mysterixc3xabn van de wil zijn, zoals de mysterixc3xabn van het verleden die van de wijsheid waren.
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13 Tot besluit.
Afsluitend wil ik graag via dit schrijven mededelen dat ik vanaf september 2001 de leiding van de landbouwafdeling van de Natuurwetenschappelijke sectie in het Goetheanum zal overdragen aan Nikolai Fuchs.
In de afgelopen 14 jaar, waarin ik deze verantwoording op mij nam, was het voor mij een vreugde dat ik door de rondzendbrieven in een toenemend intensievere relatie kon treden met de BD-beweging in de wereld. Het jaarthema werd daardoor op veel plaatsen intensiever opgepakt en ook het Goetheanum, dat zich via de Algemene Sectie en via de landbouw- en andere vakafdelingen met alle ondernemende mensen wil verbinden op het levensgebied van de landbouw, heeft steeds meer begrip gevonden voor de taak die het door Rudolf Steiner kreeg toebedeeld. Alle actieve medewerkers in de BD-beweging moeten hiervoor heel hartelijk gedankt worden. Mijn wens is, dat deze elkaar stimulerende relatie tussen het Goetheanum en de wereldwijde BD-beweging steeds nauwer zal worden. Daarvoor moeten de rondzendbrieven verder dienen. Misschien is nu ook de tijd rijp ze uit te breiden, tot orgaan van de sectie, voor de onderlinge ervarings- en gedachtenwisseling.
Voor het vertrouwen dat mij van vele zijden door de jaren heen tegemoet werd gebracht, wil ik graag van ganser harte danken.
Alle lezers van deze brief wens ik voor alles wat komt: enthousiasme, moed en daadkracht ten dienste van een landbouw die haar geestelijke grondslag heeft in de antroposofie van Rudolf Steiner.
Met hartelijke groeten Manfred Klett.
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rondzendbrief 84 ( duitse tekst)

Rundbrief Nr. 84 Sommer 2004
An die Mitglieder und Freunde der biologisch-dynamischen Bewegung
Liebe Freunde,
mit Aussetzen des Frxc3xbchjahrrundbriefes, wofxc3xbcr ich hiermit um Entschuldigung bitten mxc3xb6chte, kommt nun der Sommerrundbrief etwas frxc3xbcher als die vergangenen zwei Jahre. Aus arbeitswirtschaftlichen Grxc3xbcnden haben wir versucht, beide in einem zu fassen. Man findet also noch einen Rxc3xbcckblick auf die Vertreterkreisarbeit vom Februar sowie einige Nachrichten. Im Zentrum des Sommerrundbriefs steht die Behandlung des Jahresthemas, zu dem Ausgangs der Landwirtschaftlichen Tagung im Februar schon ein kurzer inhaltlicher Aufriss verteilt wurde.
Im Vertreterkreis haben wir auf den zurxc3xbcckliegenden Treffen wiederholt die Frage bewegt, wie die Jahresthemaarbeit xc3xbcber die Tagung hinaus fxc3xbcr die Bewegung fruchtbar werden kann. Ein wesentlicher Gesichtspunkt kristallisierte sich dabei heraus, nxc3xa4mlich die Jahresthemafolge so zu gestalten, dass eine innere Verbindung zwischen den Themen besteht. Nun kann man sich ja fragen, was die wirtschaftliche Frage des vergangenen Jahresthemas mit dem jetzigen – Die Beziehung von Erde und Kosmos entwickeln – der Mensch als Gestalter in der Landwirtschaft – zu tun hat. Dazu mag eine Geschichte hilfreich sein, die mir kxc3xbcrzlich zugetragen wurde: In einer Region in Sxc3xbcddeutschland haben die Bauern beraten, wie sie mit der Situation des zunehmenden Milchpreisverfalls umgehen wollen. Und dabei wurde gexc3xa4ussert, dass allein weitere Rationalisierungsmassnahmen nicht ausreichen wxc3xbcrden. Es wxc3xbcrde nun zunehmend wichtig, die inhaltliche Seite zu stxc3xa4rken, und letztlich auch zu kommunizieren.
Aber was ist die inhaltliche Seite? Wie kaum eine andere scheint die Frage nach der Beziehung des biologisch-dynamischen Landbaus zum Kosmos eine der wesentlichen inhaltlichen Fragestellungen zu sein. Wenn wir diese Seite bewusster fassen kxc3xb6nnten, was wxc3xa4re da gewonnen! Insofern knxc3xbcpft das diesjxc3xa4hrige Jahresthema an das vorherige an.
Schon jetzt kann man vorweggreifend vielleicht sagen, dass wenn biologisch-dynamische Landwirtschaft, neben dem Einsatz der Prxc3xa4parate und den anderen Merkmalen, sich dadurch auszeichnete, dass wir sagen kxc3xb6nnten: Biologisch-dynamische Landwirtschaft hat ein Bewusstsein von der Beziehung Erde – Kosmos, der Qualitxc3xa4t von Zeit und vom Rhythmus im Lebendigen, dass sich dann schon bislang angelegte Perspektiven erheblich erweitern wxc3xbcrden – eine Art von spiritueller Landwirtschaft anderen und festeren, Boden gewinnen kxc3xb6nnte.
In diesem Sinne wxc3xbcnschen wir der Erarbeitung des Jahresthemas – und es liegt da noch einige Arbeit vor uns – alles Gute.
Mit besten Grxc3xbcssen
Nikolai Fuchs Stefan O. Mahlich
Zum Jahresthema
Die Beziehung von Erde und Kosmos entwickeln – der Mensch als Gestalter in der Landwirtschaft
Nikolai Fuchs
Vorbemerkung
Im Folgenden lasse ich die Leserinnen und Leser des Rundbriefs an der Entstehung des Inhaltes dieses Rundbriefes teilhaben. Normalerweise sind ja die Leser des Rundbriefes daran gewxc3xb6hnt, hier einen oder mehrere Aufsxc3xa4tze zum Jahresthema zu finden, in denen mehr oder weniger komprimiert Gedanken mit geisteswissenschaftlicher Betonung niedergelegt sind, die als solches bedacht werden kxc3xb6nnen. In diesem Jahr ist es vielleicht aber besonders dringend und nxc3xb6tig, dass das Jahresthema noch mehr als sonst selbstxc3xa4ndig zu erschliessen ist. Insofern schreibe ich eher einen (Rund-)Brief (man kann auch antworten!), als einen Aufsatz.
Kxc3xbcrzlich sagte jemand zu mir: “Zu diesem Jahresthema, das sehr wichtig und spannend ist, ist in den letzten Jahren nicht so viel erarbeitet worden.” Wir haben im Vertreterkreis dieses Thema ja auch mehr gewxc3xa4hlt, weil es uns “dran” erschien, und nicht so sehr, weil es dazu viele neue Erkenntnisse gibt. Umso mehr mxc3xbcssen wir uns das Thema erarbeiten. Dieser Situation entsprechend mxc3xb6chte ich in diesem Jahr das Thema hier so darstellen, dass sich fxc3xbcr die Leserin und den Leser Anknxc3xbcpfungspunkte fxc3xbcr eine eigene Beschxc3xa4ftigung mit dem Thema anbieten. Naturgemxc3xa4ss spielt dabei die Literatur – das, was andere Geister sich vor uns erschlossen haben – eine wichtige Rolle. Aber natxc3xbcrlich gibt es auch xc3x9cbungen, und nicht zuletzt spielen die eigenen, sich wxc3xa4hrend der Beschxc3xa4ftigung mit dem Thema entwickelnden Gedanken eine wichtige, wenn nicht die Hauptrolle. In der Fxc3xbclle der txc3xa4glichen Aufgaben, das teile ich mit vielen Leserinnen und Lesern dieses Rundbriefes, habe auch ich keine Zeit, um ausgesprochen grxc3xbcndlich und “professionell” bei der Erarbeitung des Jahresthemas vorzugehen. An Literatur habe ich das herausgesucht, was sich sozusagen “in Armlxc3xa4nge”, in Erreichbarkeit des biologisch-dynamisch orientierten Menschen, befindet. Von daher kann vielleicht jeder meinem Vorgehen in gewissem Sinne folgen.
Einleitung
Ganz zu Beginn der Beschxc3xa4ftigung mit jedem Thema, in diesem Fall mit unserem Jahres-Thema, entsteht sicher bei jedem die Frage: Was verbinde ich mit dem Thema? Was “kommt” mir dazu? Und man lxc3xa4sst vor dem inneren Auge, bzw. in der Seele die Bilder entstehen, die mit dem Thema zusammenhxc3xa4ngen. Bei uns Biodynamischen klingt mxc3xb6glicherweise schnell “Erde als Organismus” an, als Kosmos die Sterne, und bei Gestaltung in der Landwirtschaft die Aussaat- und Pflegetage. Dann verblasst der erste Gedanke womxc3xb6glich bereits, wenn wir ihm nicht neue Nahrung geben. Andererseits lebt man mit einem gewissen Teil seiner Seele ja in dem Thema, auch ganz umfxc3xa4nglich. Die ganze Anthroposophie klingt an, die Wochensprxc3xbcche, die Leitsatzbriefe und der Landwirtschaftliche Kurs, den man ja auch wie einen astronomischen Kurs lesen kann. – Dass dieses erste Bild zunxc3xa4chst einmal vor uns steht, ist zu Anfang hilfreich. Denn in dieses Terrain hinein wollen wir unsere Gedanken entwickeln. Sonst verliert man auf einem der einzuschlagenden Wege zu leicht die Orientierung und ob die neu gewonnen Erkenntnisse der Ausgangsfragestellung noch dienen. Mir persxc3xb6nlich ging es so, dass ich mich daraufhin als erstes der Einzelfragestellung “Kosmos” zugewandt habe: – Was ist damit gemeint, und was kann man darin entdecken, was dem Jahresthema dient?
Der Kosmos
Was ist unter “Kosmos” zu verstehen? Kxc3xbcrzlich sagte jemand, es sei alles, was nicht-sinnlich wirkt. Die Sterne wxc3xa4ren sinnlich wahrnehmbare Kxc3xb6rper, an denen aber schon in besonderem Masse der sinnliche zum xc3xbcbersinnlichen Bereich “durchsichtig” wxc3xbcrde. Wenden wir uns also den Sternen zuerst zu:
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An Literatur findet sich im Regal zunxc3xa4chst das bekannte gelbe Buch von Joachim Schultz, “Rhythmen der Sterne”. Dann die Thunschen Kalender, der Sternen-Kalender der Mathematisch-Astronomischen Sektion, der Monatskalender von Liesbeth Biesterbosch, manchmal auch die biodynamischen Kalender aus Amerika, Neuseeland und Indien. Ganz selten findet man noch versteckt das schxc3xb6ne, aber vergriffene Buch “Sterne schauen Dich an”, was meine Kollegen und ich in der landwirtschaftlichen Lehre sehr geschxc3xa4tzt, ja fast geliebt haben, oder dessen Nachfolgewerk “Erscheinungen am Sternenhimmel” von Walter Kraul – “die Bewegungen der Gestirne beobachten und verstehen” (Verlag Freies Geistesleben, 2002). Manchmal findet man noch in seiner Hausbibliothek ein altes geerbtes Stxc3xbcckchen wie “Populxc3xa4re Astronomie”, sechste Auflage von 1921. Zuletzt flattert einem gerade noch die Info 3 von Mai 2004 auf den Tisch, mit dem Schwerpunktthema – “Der Kosmos – ein Organimsus?”. Als Vielreisender komme ich an vielen Bahnhofsbuchhandlungen vorbei, durch die sich immer mal ein Streifzug lohnt. Vor etwa einem Jahr griff ich mir mal “Spektrum der Wissenschaft, Spezial: Leben und Kosmos”, mit Themen wie “Vom Urknall zum Geist”, und vor kurzem GEOWissen Nr. 33, “Die Geheimnisse des Universums”. Vorletzte Woche dann, auf dem Flughafen Amsterdam auf der Reise zur 80-Jahr-Feier nach England, “Scientific American, The Time Before Time”, von Mai 2004. (In anderen Lxc3xa4ndern wird man sicher im einen oder anderen Fall xc3x9cbersetzungen, oder ansonsten xc3xa4hnliche Literatur finden.)
Im Folgenden konzentriere ich mich auf das Heft von GEOWissen: – Was sind die Geheimnisse des Universums?
Beim Studieren der derzeitigen Publikationen zur modernen Astronomie fxc3xa4llt auf, dass sich diese Wissenschaft im Zusammenhang mit der modernen Technik gerade in den letzten Jahren enorm weiterentwickelt hat. Man redet momentan gar vom “Goldenen Zeitalter der Astronomie.” Durch die moderne Technik wie Empfangsgerxc3xa4te fxc3xbcr Rxc3xb6ntgenstrahlen, Infrarotlicht, Radiowellen und Spektralanalyse, sowie Digitalfototechnik, die 100 mal so scharf ist wie Aufnahmen vor 20 Jahren, gewinnt sie Einblicke in eine Zeit, die das menschliche Vorstellungsvermxc3xb6gen fast xc3xbcberschreitet. So gibt es Bilder (wunderschxc3xb6ne, zum Beispiel von Gaswolken), von denen man annimmt, dass das Licht 13,4 Milliarden Jahre bis zur Erde unterwegs war. Man hat also Bilder von kosmischen Zustxc3xa4nden, die gerade einmal 300 Millionen Jahre nach dem vermuteten Urknall (vor 13,7 Milliarden Jahren) anzutreffen waren. Dann hat man in den letzten Jahren eine Fxc3xbclle von Doppelsternen gefunden und erst jetzt eine massgebliche Anzahl von weiteren Planeten entdeckt. Mit jeder Entdeckung sind neue Erkenntnisse xc3xbcber den Kosmos, seine Entstehung und seine mxc3xb6gliche Entwicklung verbunden. Dass das All mit seinen vielen Galaxien sich immer weiter ausdehnt ist, obgleich schon lxc3xa4nger bekannt, doch immer wieder ein berxc3xbchrendes Phxc3xa4nomen. Wohinein dehnt es sich denn, ist man versucht zu fragen. Und was war vor dem Urknall? Diese Frage wird zum Beispiel in dem erwxc3xa4hnten Heft Scientific American diskutiert. Danach kxc3xb6nnte der Urknall wie eine Art Verengung eines schon vorher dagewesenen Stromes sein.
Besonders eindrucksvoll sind auch die Schilderungen von Sternen die geboren werden und auch “sterben”. Dabei geht man davon aus, dass zum Beispiel unsere Sonne bis in etwa 5 Milliarden Jahren sich sehr stark ausdehnen, ihren Durchmesser verhundertfachen und zu einem sog. roten Riesen wird, um danach als kleiner weisser Zwerg weiter zu existieren.
Immer wieder stxc3xb6sst man beim Lesen dieser wissenschaftlichen Abhandlungen auf Stellen, wie dass der in Kxc3xbcrze von einer Sonde angeflogene Saturn-Mond Titan xc3xa4hnliche Bedingungen aufweisen soll, wie der Frxc3xbchzustand der Erde. Manches davon erinnert einen an die Darstellungen in der “Geheimwissenschaft” von Rudolf Steiner, wo er die Erdenentwicklung vom alten Saturn xc3xbcber die alte Sonne und den alten Mond schildert. Natxc3xbcrlich lassen sich diese Erkenntnisse nicht 1:1 xc3xbcbertragen. Aber man merkt doch, dass es sich nicht um zwei absolut nebeneinander stehende Parallelwelten handelt.
Neben der Literatur kxc3xb6nnen wir auch die Blicke direkt in den Himmel heben. Die vergangenen zwei Jahre waren voll von direkt beobachtbaren Himmelsereignissen, insbesondere im planetaren Bereich. So war Merkur mehrmals mit blossem Auge erkennbar, gerade vor wenigen Tagen war der
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Venusdurchgang durch die Sonne mit dem brillenbewaffneten Auge zu sehen. Vor einem halben Jahr war die grxc3xb6sste Marsnxc3xa4he zur Erde seit langem, er selbst also entsprechend gut zu sehen. Mich persxc3xb6nlich haben am meisten die Jupitermonde beeindruckt, die ich vor etwa zwei Jahren von der Goetheanum-Sternwarte aus sehen konnte; ihre Brillianz war fxc3xbcr mich von einer nie dagewesenen Schxc3xb6nheit. Sie funkelten sich bei mir direkt ins Herz. – Auch diese direkt wahrnehmbaren kosmischen Erscheinungen kxc3xb6nnen helfen, eine Beziehung zum Kosmos aufzubauen. Zu hxc3xa4ufig, so scheint mir, tappen wir in der Dunstglocke der Erde ohne Bewusstsein von unserem Umkreis umher. Jeder Besuch einer Sternwarte oder eines Planetariums kann neben der Alltagsbeobachtung eine Bereicherung sein.
Um die Bewegungen am Sternenhimmel zu verstehen, sind die etwas einfacheren Bxc3xbccher wie das oben erwxc3xa4hnte von Kraul zu empfehlen. Es ist einfach gut zu wissen, bis zu welchem Winkelabstand man Venus von der Sonne entfernt erwarten darf, der helle Planet fast xc3xbcber einem am Nachthimmel also eigentlich nur Jupiter sein kann, etc. Die Kenntnisse xc3xbcber die Umlaufzeiten, d.h. die Bewegungen der Himmelskxc3xb6rper sind fxc3xbcr das Verstxc3xa4ndnis des Pflanzenwachstums besonders wichtig.
Mir persxc3xb6nlich ging es so, dass durch das rein astronomische Einleben in die kosmischen Geschehnisse sich meine Seele zu weiten und zu dehnen begann. – Fxc3xbcr mich spxc3xbcrbar eine wichtige Voraussetzung, um das Verhxc3xa4ltnis Kosmos-Erde besser verstehen, besser aufnehmen zu kxc3xb6nnen. Vom Bewusstsein her hilft einem die Beschxc3xa4ftigung mit der Astronomie, der Ferne, augenscheinlich, ganz anders “da” zu sein.
Sternenbilder
Bislang war unsere Betrachtung auf die einzelnen Kxc3xb6rper im Himmel und wie sie sich bewegen beschrxc3xa4nkt,. Wir alle leben aber mehr oder weniger stark auch mit der Realitxc3xa4t der Sternbilder. Allerdings sind wir fast “verdorben” von den Strichbildchen, wo einzelne Sterne mit anderen zu eben diesen Bildern verbunden wurden. Sie sind fxc3xbcr mich jedoch nur Hilfslinien, um sich mit dem Thema oder dem Feld dieser Sternengruppe vertraut zu machen, die man hernach aber getrost wieder vergessen, bzw. durch andere, qualitxc3xa4tsvollere Bilder innerlich ersetzen sollte. Die Sternbilder erschliessen sich dem ersten Nachdenken zunxc3xa4chst ja nicht ohne weiteres. Was sollen diese Sterngruppen, die zwar zweidimensional beieinander stehen, in der Realitxc3xa4t aber Tausende oder Millionen von Lichtjahren hintereinander stehen, miteinander zu tun haben? Und doch: Irgendetwas geht von diesen Regionen aus, sie berxc3xbchren einen, oder die Erde, mit jeweils einer eigenen Art von Qualitxc3xa4t. Besonderes Augenmerk gilt den Tierkreisbildern, das sind die Sternbilder, durch die die Sonne und auch der Mond, sowie die Planeten hindurchwandern (Fische, Widder, Zwillinge etc.). In dem Buch “Geheimnisvolle Sternenwelt” (Verlag Urachhaus, 1991) gibt Elke Blattmann jedem dieser Tierkreisbilder ein “Haus”, – eine Himmelsregion, in die auch die darxc3xbcber und darunter liegenden Sternenbilder gehxc3xb6ren. Zwxc3xb6lf solche Hxc3xa4user finden sich dann, denen jeweils eine eigene Qualitxc3xa4t zugehxc3xb6rig ist. Mit vielen dieser Sternbilder sind Mythen verbunden. Nimmt man sie zu den Beobachtungen hinzu, so entsteht ein Bild der bestimmten Himmelsregion, bzw. seiner Qualitxc3xa4t. In dem Buch wird auch auf den Unterschied von Tierkreisbild und Tierkreiszeichen eingegangen. Vor etwa 3000 Jahren waren Tierkreisbild und Tierkreiszeichen in Deckung. Der Frxc3xbchlingspunkt der Sonne (der Punkt im Tierkreis, an dem die Sonne zu Ostern steht), wandert aber mit der Geschwindigkeit von einem Tierkreisbild pro 2150 Jahren durch den Tierkreis. Heute ist der Frxc3xbchlingspunkt der Sonne vom Widder aus bereits ein Tierkreisbild weiter gewandert, und steht am Ende von den Fischen im xc3x9cbergang zum Wassermann. Das erstaunliche fxc3xbcr die Wirkung auf den Menschen scheint zu sein, dass die Tierkreiszeichen die wirksamen sind. Die Astrologie geht also weitgehend von den Tierkreiszeichen auch heute aus (bei aller Wissenschaftsprxc3xa4gung der heutigen Zeit ist es ja beachtlich, welche Bedeutung gegenwxc3xa4rtig die Astrologie im Alltagsleben vieler Menschen spielt). In der gxc3xa4rtnerisch-landwirtschaftlichen Praxis gehen wir in der Regel von den beobachtbaren Erscheinungen am Sternenhimmel aus, also von den Tierkreisbildern. Das Bildhafte, und welche Bedeutung die Qualitxc3xa4ten die sich im Bild aussprechen kxc3xb6nnen haben, und welcher Schlxc3xbcssel das zum Verstxc3xa4ndnis des Kosmos ist, wird an den Sternbildern sehr anschaulich.
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Bilder
Im Zusammenhang mit dem Jahresthema “stolpert” man an den verschiedensten Stellen xc3xbcber das Bildhafte, oder die Bilder. Allem Anschein nach helfen sie uns, in ein Verhxc3xa4ltnis zum Kosmischen zu kommen. Sehr anschaulich fasst das Erich Kxc3xa4stner in seinem “Zeltbuch von Thumilat”, in dem er von seiner Internierungszeit am Ende des Zweiten Weltkriegs in der xc3xa4gyptischen Wxc3xbcste erzxc3xa4hlt: “Die Sterne waren das grosse Ereignis der Nacht. Der Tag war xc3xb6d unter der Feuerwalze des Lichts, aber die Nacht ging jedes Mal auf als welttheatralisches Wunder. Sternenwind wehte herein… Ich begann, die einzelnen Himmelsbilder zu lieben. Ich liebte es, dass es Bilder waren; Bilder sind das einzige, wodurch das Unfassbare zu uns spricht, nur durch Bilder schlxc3xbcpft es in uns hinein. … Bilder! Bilder! Helfen uns etwa Gedanken?, Kenntnisse, Wissen? Lehrsxc3xa4tze und grosse Systeme? Die Seele ernxc3xa4hrt sich von Bildern: so ist es seit uralter Zeit. Bild muss werden, was aus Eindruck, Erfahrung, Ahnung und Kenntnis erwxc3xa4chst, sonst ist es tot. Nur wer die Wahrheit in Bildern besitzt, hat sie ganz.”
Zahl und – gxc3xb6ttliches – Mass
Wenn man sich von dem Berechenbaren abwenden, und sich “nur” der Realitxc3xa4t des Bildhaften zuwenden, oder sich gar in die Astrologie versteigen wxc3xbcrde, man wxc3xbcrde Wesentliches nicht verstanden haben. Nun kxc3xb6nnte man ja denken, dass je mehr die Wissenschaft xc3xbcber das All herausfindet, umso weniger Platz fxc3xbcr ein Gxc3xb6ttliches darin zu finden sei. Interessanterweise lxc3xa4sst sich aber wohl ein gegenlxc3xa4ufiger Trend beobachten. Immer mehr Wissenschaftler sehen sich durch ihre Arbeit insgesamt oder durch einzelne Phxc3xa4nomene, wie etwa der kosmischen Hintergrundsstrahlung oder das Alter der Sterne, an etwas Gxc3xb6ttliches gemahnt. In der Kosmologie wird es deutlich: Die Welt fxc3xa4llt nicht in das Bildhafte und das Berechenbare auseinander. Im Gegenteil: In der Zahl, im mathematischen Gesetz kann man das Ursprxc3xbcngliche finden. Allen denen die Abstraktion fremd ist, in der Kosmologie kann man seinen Frieden mit der Zahlenwelt neu finden. – “Alles ist Zahl” (Pythagoras). “Das grosse Buch der Natur ist in mathematischen Symbolen geschrieben” (Galileo Galilei). “Die Mathematik ist der Webstuhl, auf dem Gott den Stoff des Universums webt.” (C. A. Pickover) “Reine Mathematik, ist Religion” (Friedrich von Hardenberg). In dem populxc3xa4rwissenschaftlichen Buch “Die Mathematik und das Gxc3xb6ttliche” (Spektrum-Verlag, 1999) beschreibt Clifford A. Pickover, ein sprxc3xbchender Wissenschaftler und Computer-Fachmann aus Amerika, wie die Zahl und das durch sie Dargestellte zusammenhxc3xa4ngen. – Wird die Natur aus Zahlenartigem gemacht, oder “steckt” Zahlenartiges in allem? An vielen Beispielen werden in dem Buch Zahlen-Beziehungen aufgezeigt. Ein weiteres populxc3xa4rwissenschaftliches Buch aus dem Spektrum-Verlag (1999) beschxc3xa4ftigt sich mit der Symmetrie (“Symmetrie, Symmetrie!). Der Autor L. Tarassow folgt der Symmetrie als Strukturprinzip in Natur und Technik. Fxc3xbcr mich persxc3xb6nlich war eine Feststellung gegen Ende des Buches verblxc3xbcffend, wo der Symmetrie eine Weltwirksamkeit, eine Ebene (in eigenen Worten: Hierarchie) noch hinter den Naturgesetzen gegeben wird (wir fxc3xbchlen uns zum Beispiel an die Geister der Form erinnert). Dies sei als ein Beispiel erwxc3xa4hnt, wie die Kosmologie im weitesten Sinne durch die Beschxc3xa4ftigung mit ihr und ihren Phxc3xa4nomenen geistige Dimensionen auffinden lxc3xa4sst.
Als geistig gediegenes Werk kann man dann das Buch von Walther Bxc3xbchler “das Pentagramm und der Goldene Schnitt als Schxc3xb6pfungsprinzip” (Verlag Freies Geistesleben 1996) erleben. Dieses Buch ist nicht nur xc3xa4usserlich eine Zierde im Bxc3xbccherschrank. Hier darf sich der Geist mitentwickeln, wenn Bxc3xbchler den Goldenen Schnitt einfxc3xbchrt, erlxc3xa4utert und in den Phxc3xa4nomenen der Welt aufsucht. Im Goldenen Schnitt lxc3xa4sst sich eine Qualitxc3xa4t in der Natur und im Menschen erfahren, die auf ein geistig wirksames Prinzip hinweist, das gleichzeitig in seiner Erscheinung mit dem Menschen im Zusammenhang steht. Dieses Prinzip ist geometrisch, mathematisch und geistig begeisternd: Gegenxc3xbcber dem Sechseck, das sich aus dem Kreis als kosmischer Urgestalt durch Auftragen des Radius auf den Kreis ergibt, ist der Goldene Schnitt eine asymmetrische Teilung: Ein Ganzes – im einfachsten Fall eine Strecke bestimmter Lxc3xa4nge – ist so asymmetrisch zu teilen, dass der kleinere Teil, der als minor (m) bezeichnet wird, sich zum grxc3xb6sseren Teil, dem Major (M), so verhxc3xa4lt wie dieser zum Ganzen. Als Formel gilt also: m : M = M : (m+M). Dazu heisst es bei Bxc3xbchler: “Die Beschxc3xa4ftigung mit
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der Gxc3xb6ttlichen Proportion kann das Tor zu einer xc3xbcbergeordneten Problematik xc3xb6ffnen, die alle Lebensbereiche umfasst und auf die praktisch fast jeder einzelne Mensch auf seinem Schicksalsweg einmal stossen wird. Stellt sich doch die Frage nach dem Verhxc3xa4ltnis des Teiles zum Ganzen und der xc3xbcbergeordneten Ganzheit zu ihren Teilen oder Gliedern immer wieder neu in grxc3xb6ssten und kleinsten Zusammenhxc3xa4ngen, seien sie naturwissenschaftlicher, philosophischer, kxc3xbcnstlerischer oder auch gesellschaftlicher Art.” Im Gegensatz zu der schon oben erwxc3xa4hnten Symmetrie als Lebensprinzip ist der Goldene Schnitt noch umfassender in vielen Lebenserscheinungen zu finden. Zahlenmxc3xa4ssig lxc3xa4sst er sich nie auf die letzte Zahl hinter dem Komma bestimmen (so genannte irrationale Zahl). Gleichzeitig ruft er geometrisch immer zu neuer Teilung auf – etwas verjxc3xbcngendes, schxc3xb6pferisches haftet ihm damit an. In der Natur findet man ihn nun zum Beispiel bei den Blattstellungen um den Spross herum. Hierbei findet sich auch die sog. Fibonacci-Reihe (1-2-3-5-8-13-21-34-55 usw., d.h. in der Folgezahl findet man immer die beiden vorherigen enthalten), wo bestimmte Verhxc3xa4ltniszahlen (1/2 – 1/3 – 2/5 – 3/8 – 5/13 – 8/21 usw., d.h. zwei Fibonacci-Reihen zueinander verschoben) in den verschiedenen Blattstellungen unterschiedlicher Pflanzenfamilien wiedergefunden werden kxc3xb6nnen. In vielen anderen Erscheinungen des Lebens finden sich diese Verhxc3xa4ltnisse und Proportionen, sodass das Leben fast wie mit diesem Gesetz durchwoben erscheint. – es lohnt sich also fxc3xbcr unser Jahresthema, sich mit dem Goldenen Schnitt zu beschxc3xa4ftigen. Wer sich populxc3xa4rwissenschaftlich noch mit weiteren Beispielen des Goldenen Schnittes und verwandter Phxc3xa4nomene beschxc3xa4ftigen will, der findet in dem Buch “Der Kosmische Schnitt” von John D. Barrow (Spektrum Verlag 1995) noch viele weitere interessante Phxc3xa4nomene.
Das unmittelbare Verhxc3xa4ltnis Kosmos – Natur
Wie wirkt der Kosmos nun auf die Organismen und die Erde? In dem Buch “Biologie des Mondes” von Endres und Schad (Hirzel-Verlag 1997) sind eine Vielzahl von Tier-Arten aufgefxc3xbchrt, in deren Lebensrhythmik der Mond eine Rolle spielt. Es sind dies meist die wassergebundenen, und niederen Tierarten, die, meist in ihrem Fortpflanzungsverhalten, stark von Mondrhythmen abhxc3xa4ngig sind. Aber auch einige Wiederkxc3xa4uer aus dem tropischen Raum zeigen mondrhythmische Zyklen in ihrem Leben auf.
Zu dem Verhxc3xa4ltnis von Kosmos und Pflanzen hat Ernst Michael Kranich intensiv gearbeitet. Sein Buch “Die Formensprache der Pflanzen” ist mittlerweile (1997) in einer stark erweiterten Auflage mit dem Titel “Pflanze und Kosmos – Grundlinien einer kosmologischen Botanik” im Verlag Freies Geistesleben erschienen. In der methodischen Einfxc3xbchrung zu dem Buch weist Kranich gleich darauf hin, in welcher Art die kosmologische Botanik fxc3xbcr ihn sich darlebt: Nxc3xa4mlich nicht in der xc3x9cbertragung von kosmischen oder pflanzlich gefundenen Gesetzmxc3xa4ssigkeiten aufeinander und auch nicht in Analogieschlxc3xbcssen: Sondern im Wiedererkennen von Erscheinungsformen vom einen im anderen. Damit erschliesst sich einem eine, in meinen Worten, Wesensverwandtschaft von Pflanze und Kosmos, die so zu sagen “Bild” wird. Dieses Buch ist ein “Muss”, wenn man sich mit den kosmischen Beziehungen der Pflanzen beschxc3xa4ftigt.
In vielfxc3xa4ltiger Weise findet man also Entsprechungen kosmischer Gestaltungen und Rhythmen auf der Erde. Wird man ihrer gewxc3xa4rtig, so vertieft sich das Verstxc3xa4ndnis, wird Einsicht, in die gemeinsame Gewordenheit von Kosmos, Erde und Mensch. Daneben bieten sich auch Handhabungen dieser Verhxc3xa4ltnisse und Beziehungen an, wie mit den Aussaattagen.
Erweitertes Verstxc3xa4ndnis von Erde, Komsos und Mensch
All dies, und unsere noch so gelebte Auffassung spiegeln aber eines wider: Wir denken die Erde als vom Kosmos beeinflusst. Wir denken, dieses Verhxc3xa4ltnis vielleicht zu optimieren. Ein Tiefstes und Umwxc3xa4lzendstes grxc3xb6sster Dimension wartet aber noch darauf, von uns viel mehr ergriffen zu werden. Und dieses Geheimnis lxc3xbcftet uns erst die Anthroposophie. Ich persxc3xb6nlich kenne keine vergleichbare Blickrichtung aus anderen Weltanschauungen. Gleichzeitig berxc3xbchrt sie mich zutiefst: Die Verwandlung und Weiterentwicklung des Kosmos durch den Menschen. Allein, wie soll das vor sich
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gehen? Die gesamte Anthroposophie kxc3xbcndet davon, wie Erden- und Menschheitsentwicklung dahin fxc3xbchrt, dass der Mensch immer mehr zu sich selbst erwacht, unabhxc3xa4ngiger wird von den xc3xa4usseren Einwirkungen, seien sie naturhafter oder gxc3xb6ttlich-geistiger Art. Das fxc3xbchrte nun dazu, dass der Mensch heute, und so empfinden wir uns ja auch, eine gewisse Autonomie in seinem Ich erlangt hat. Damit einher ging aber auch das in gewisser Hinsicht Unwirksamwerden, zumindest in einem schxc3xb6pferischen Sinn, der gxc3xb6ttlich-geistigen Welt. Sie ist aber nicht “nicht mehr da”, sondern sie wartet auf etwas.
In der Schlussszene von Faust II wird Fausts Seele von einem Chor seliger Knaben empfangen und zur Mater Gloriosa hinaufbegleitet. Es sind dies die Seelen frxc3xbchverstorbener Kinder, die nach der Erfahrung, die Fausts Seele wxc3xa4hrend der Erdenzeit gemacht hat, Sehnsucht haben. Die Knaben und Faust, sie finden einander; gemeinsam gelingt der Aufstieg. In diesem Sinne und noch weitergehend verstehe ich die jetzige, kosmisch-geschichtliche Situation: Die aus dem Ich erschaffenen Lebensmxc3xb6glichkeiten, seien sie das Biologisch-Dynamische, seien sie im Sozialen, schaffen Anwesenheitsmxc3xb6glichkeiten fxc3xbcr Wesenheiten. An dem Erfahrungsprozess, den die menschliche Seele dabei durchmacht, nehmen Wesen Anteil. Ein Teil der Erfahrung wird Ich-Substanz – geistige Substanz, die Teil des Gedankengehaltes der Welt wird, aber auch Teil der Wesenheiten selbst. Sie entwickeln sich dadurch mit – so meine durch die Anthroposophie angeregten Bildvorstellungen dazu – meine Essenz, die sich fxc3xbcr mich daraus gebildet hat. Fxc3xbcr mich verbindet sich damit, wenn ich das hier aussprechen darf, ein weiteres Rxc3xa4tsel des biologisch-dynamischen Landbaus. Wir alle wissen, und die neue Kosmologie legt das ebenso nahe, dass die Erde irgendwann nicht mehr in der jetzigen Form sein wird. Schon jetzt sind Alterungs- und Absterbeprozesse allerorten zu beobachten. Ein, zugegebenermassen hintergrxc3xbcndig materialistischer, Gedanke dazu kxc3xb6nnte jetzt sein, warum wir nicht der Erde helfen, angemessen in den Sterbeprozess xc3xbcberzugehen, warum wir uns also immer bemxc3xbchen, die Erde zu Verlebendigen. Der oben beschriebene Zusammenhang hilft einem aber, diese Vorstellung zu xc3xbcberwinden. Erst in dem ausgestalteten, reifen biologisch-dynamischen Betrieb kxc3xb6nnen Entwicklungen ausreifen und in Erfxc3xbcllung gehen, und dadurch erst Realitxc3xa4t werden. Mit einer gemachten Erfahrung erlxc3xb6st sich erst der Prozess, das kennen wir alle. Eine gemachte Erfahrung ist einerseits Eigensubstanz geworden, und andererseits ist dieses Feld wie befreit, man kann sich Neuem zuwenden. Auch wenn der grosse Bogen der physischen Erde nach unten zeigt, der jeweilige Lebens- und Reifemoment zum Beispiel auf dem Hof ist aber Erfxc3xbcllung des Erden- und Menschenschicksals als solches.
Bei Bxc3xbchler finden wir in dem Goldenen-Schnitt-Buch in dem Kapitel “Ausblick auf die Zukunftsaufgaben” den Hinweis auf die Bedeutung des Denkens: “Im Sinne eines modernen Realismus gesprochen, bedeutet eben jeder wahre Denkakt bereits ein gewisses Transzendieren oder das xc3x9cberschreiten zur geistigen Seite der Welt in Gedankenform… Bei den geschilderten Betrachtungen der Flxc3xa4chenverhxc3xa4ltnisse des Pentagramms und den aus ihm gebildeten Sprxc3xbcchen haben wir uns bereits in der Grenzzone dieses xc3x9cbungsbereichs bewegt.” Und bei Kranich im Schlusskapitel “Bedeutung fxc3xbcr den Menschen”: “Von einer solchen [wie in dem Buch gemachten, NF] Betrachtung gehen bedeutende Wirkungen aus, wenn man sie in den Bereich des Kosmos erweitert. Man erarbeitet sich Schritt um Schritt anhand der Phxc3xa4nomene konkrete Anschauungen von den verschiedenen Gliedern unseres Sonnensystems und ihrem inneren Zusammenhang in der Harmonie der Rhythmen. Mit diesen Anschauungen wendet man sich den Bildungsprozessen der hxc3xb6heren Pflanzen zu und findet in ihnen die kosmischen Gesetzmxc3xa4ssigkeiten und Prozesse wieder. Die Erscheinungen des pflanzlichen Lebens werden transparent. Es wird in ihnen etwas sichtbar, was man bisher nicht bemerken konnte: ihr Zusammenhang mit dem Kosmos. Es ist hier wie xc3xbcberall im Erkenntnisleben des Menschen: von der Methode hxc3xa4ngt ab, was dem Erkenntnisbemxc3xbchen zugxc3xa4nglich wird. Schon im alltxc3xa4glichen Leben sieht man nur das, wovon man sich im Anschauen eine Vorstellung bzw. einen Begriff bilden kann. Das Erkennen ist auf allen Stufen abhxc3xa4ngig von der geistigen Produktivitxc3xa4t wxc3xa4hrend des Anschauens. Und so wird der planetarische Kosmos in der Pflanzenwelt erfahrbar, wenn man sich zuvor durch die produktive Kraft des Denkens mit den Rhythmen und den xc3xbcbrigen Gesetzmxc3xa4ssigkeiten dieses Kosmos so stark durchdrungen hat, dass man mit ihnen die Lebens- und Bildungsvorgxc3xa4nge anschauen kann. Das fxc3xbchrt zu einem Verstehen, in dem sich der Mensch selbst in den Zusammenhang der Natur hineingestellt fxc3xbchlt. Zunxc3xa4chst ist der Mensch im Gegenxc3xbcber zu den Dingen als Persxc3xb6nlichkeit mehr oder weniger stark in sich abgeschlossen. Durch das Naturverstehen, das wir hier im Auge haben, tritt er nicht nur durch seine Vorstellungen mit der Natur in Beziehung;
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er verbindet sich bis in sein Selbsterleben geistig mit der Weite der kosmischen Zusammenhxc3xa4nge. Indem er im Anschauen der Pflanzenwelt den Kosmos erblickt, erfxc3xa4hrt er die Grxc3xb6sse der Natur. Er wird von ihr in seinem Verstehen ergriffen und xc3xbcber die Grenzen der Egoitxc3xa4t hinausgefxc3xbchrt. “Und unser eigenes beschrxc3xa4nktes Individuum stellt sich geistig in den grossen Weltzusammenhang hinein, weil in ihm etwas auflebt, was xc3xbcbergreifend ist xc3xbcber dieses Individuum, was alles das mitumfasst, dessen Glied dieses Individuum ist.” (Rudolf Steiner).”
Ausblick
Es ist augenscheinlich so, dass meine bislang gemachten Aussagen in diesem Zusammenhang des Jahresthemas ein “shortcut” im wahrsten Sinne und inhaltlich einen “Kurzgriff” darstellen. Diese ganze Sphxc3xa4re ist natxc3xbcrlich nicht ohne vertiefte Geisteswissenschaft zu begreifen oder zu “sehen”. Das Michael- und das Christusmysterium sind mit diesem Zusammenhang auf das Innigste verbunden. In diesen Themen fxc3xa4llt es mir aber schwer, Steiner zu zitieren, oder in eigenen Worten eine Wiedergabe zu probieren. Insofern mxc3xb6chte ich an dieser Stelle auf die allen zugxc3xa4nglichen Leitsxc3xa4tze verweisen, aus denen wir jedes Jahr einen bearbeiten und daraus das neue Jahresthema entwickeln. Dabei mxc3xb6chte ich auf die folgenden Michaelbriefe besonders hinweisen: “Menschheitszukunft und Michael-Txc3xa4tigkeit”, “Michaels Mission im Weltenalter der Menschen-Freiheit” und “Die Freiheit des Menschen und das Michael-Zeitalter”. – Der Kosmos verxc3xa4ndert sich durch die Verwandlung im Menschen. Das ist das Wesentliche.
Wenn wir das Jahresthema “Die Beziehung von Erde und Kosmos entwickeln – der Mensch als Gestalter in der Landwirtschaft” nach dem Gesagten noch einmal anschauen, dann erschliesst sich die Abfolge der Wortwahl und die Begriffe selbst vielleicht besser. Aus dem autonomen Ich des Menschen und den zum Schweigen gekommenen Gxc3xb6tterwesen eine neue Beziehung zu stiften – dadurch, wie wir die Landwirtschaft gestalten und letztlich uns selbst entwickeln.
Fxc3xbcr die ganz praktische Handhabe sind die Anwendung von Aussaat- und Pflegetagen im weitesten Sinne schon angeklungen. Fxc3xbcr den Blick auf den Betrieb ergibt sich jedoch auch ein ganz anderes, und vielleicht ungewohntes Bild, wenn wir schauen, welche Pflanzenfamilien mit ihrem unterschiedlichen Verhxc3xa4ltnis zum kosmischen Schnitt oder Beziehung zu bestimmten Planeten mehr, oder weniger anwesend sind. Welche “Kompositionsgesichtspunkte” ergeben sich daraus zum Beispiel fxc3xbcr die Landschaftsgestaltung, oder fxc3xbcr die Ernxc3xa4hrung? Welche Gesichtspunkte erwachsen daraus fxc3xbcr die Zxc3xbcchtung? Natxc3xbcrlich hxc3xa4ngt das gesamte Prxc3xa4paratewesen intensivst mit der gesamten Fragestellung zusammen. Da holen wir gleichzeitig Kosmos herein, und “bilden” die Erde ihm zu. Die Erschaffung einer “Art Betriebsindividualitxc3xa4t” birgt in sich schon eine eigene, in die kosmische Richtung weisende Dimension.
Epilog
Heute, Sonntagmorgen, als ich xc3xbcbers Goetheanum-Gelxc3xa4nde ging, merkte ich wie mein Blick gegenxc3xbcber sonst wo ich den Weg entlang gehe, tiefer in die Wiese (wo unsere Kxc3xbche seit einem Jahr stehen) eindringt. Die einzelnen Pflanzen wirken wie durch ein Brennglas in ihrer Gestalt viel schxc3xa4rfer. Schon vorgestern war ich mit dem Blick an einem Kleeblatt “hxc3xa4ngen geblieben”. – Die drei in einem Dreistern stehenden Blattrippen, das tropfenfxc3xb6rmige Blatt jeweils drumherum – gewohnheitsmxc3xa4ssig so belanglos, und auf einmal so ins Auge stechend. Jetzt, heute, traf ich auf einen verblxc3xbchten Skabiosen-Blxc3xbctenstand. Der Kreis der Kelchblxc3xa4tter, in Anzahl wie in Form um ein vorherrschendes kosmisches Zahlenprinzip ringend (5er, 6er oder 10er-Prinzip?), und darauf wie ein oder mehrere kleine Kaktusse der verblxc3xbchte Blxc3xbctenstand, rund, und insgesamt, aber auch einfach jeder Samenstand fxc3xbcr sich – kosmisch! – Irgendwie hxc3xa4lt man fast den Atem an. Schon allein die Beschxc3xa4ftigung der letzten drei Tage hat so viel gebracht. Ja, es wirkt. – Man sieht tiefer!
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Notizen aus der Vertreterkreis-Zusammenkunft vom Februar 2004
Stefan Mahlich
Als neues Vertreterkreismitglied stellt sich Lasse Helander aus Schweden vor.
Beitrxc3xa4ge zum neuen Jahresthema – Die Beziehung von Erde und Kosmos entwickeln – der Mensch als Gestalter in der Landwirtschaft
Es wurde auf die Bedeutung des Jahresthemas hingewiesen. Aus ihm heraus wird das Tagungsthema entwickelt und gibt der biologisch-dynamischen Bewegung in der Welt die inhaltliche Richtung.
Darxc3xbcber hinaus wurde betont, den Entwicklungsgedanken, also die Entwicklung des Kosmos und der Erde durch den Menschen, mit in das Thema zu integrieren. Dem wurde hinzugefxc3xbcgt, dass es sich bei der Entwicklung um txc3xa4tige Evolution handelt. Zu aller Entwicklung gehxc3xb6rt Erkennen. Erst im Erkennen von Erde und Kosmos kxc3xb6nnen diese durch den handelnden Menschen verbunden werden.
Fxc3xbcr die gedankliche Auseinandersetzung mit dem Jahresthema wurde die Frage in den Raum gestellt, inwieweit die Luftverschmutzung einen Einfluss auf das Planetenwirken hat.
Es wurde weiter eingebracht, dass ein ganz neuer Einstieg gefunden werden muss, um das Thema zu greifen. Jedoch stellt sich die Frage, sind wir xc3xbcberhaupt reif dafxc3xbcr zu erfassen, was der Makrokosmos, der All und Erde umschliesst, ist und verstehen wir die Welt, die nicht mehr gxc3xb6ttlich sondern nur noch der Gxc3xb6tter Werk (Werkwelt) ist? Ergreifen wir in rechter Weise den Herabstieg des makrokosmischen Menschen und das Heraustreten des Mondes aus der Erde und die damit verbundenen verxc3xa4nderten Verhxc3xa4ltnisse? In der Mitte der Atlantis wurde der Mensch Ich-begabt und in der vorchristlichen Zeit war er noch so beschaffen, dass er ganz in der Sphxc3xa4renmusik darinnen war. Der Mensch ist in eine Art geistige Finsternis eingetreten. Mit Beginn des finsteren Zeitalters, dem Kali Yuga, kommt der Mensch an einen Punkt, wo er selbst Werk wird. Die kosmische Wesenheit erscheint und verkxc3xb6rpert sich in einem menschlichen Leib. Durch diese Tat hat sich der Kosmos mit der Erde verbunden und die Christus-Wesenheit wurde zum Geist der Erde. Es wurde die Frage in den Raum gestellt: “Wo ist der Kosmos? Oben? In der Erde?”. Im Jahre 1899, dem Ende des Kali Yuga und dem Zeitpunkt, ab dem sich der Mensch selbstxc3xa4ndig und bewusst mit dem Kosmos verbinden kann, tritt die Anthroposophie auf, welche die Bewusstseinsseele des Menschen entwickeln mxc3xb6chte und zugleich die reinste Form der geistigen Wertschxc3xb6pfung ist. Der biologisch-dynamische Landwirt und Gxc3xa4rtner und die Menschheit sind berufen, in sich den Kosmos neu zu entdecken. An dieser Stelle sei auf einen Wahrheitsspruch Rudolf Steiners an Maria Steiner verwiesen:
“Sterne sprachen einst zu Menschen,
Ihr Verstummen ist Weltenschicksal;
Des Verstummens Wahrnehmung
Kann Leid sein des Erdenmenschen;
In der stummen Stille aber reift
Was Menschen sprechen zu Sternen;
Ihres Sprechens Wahrnehmung
Kann Kraft werden des Geistesmenschen.”
25. Dezember 1922 Rudolf Steiner
Es sind Bedingungen zu schaffen, welche ermxc3xb6glichen, den landwirtschaftlichen Betrieb als eine Art Individualitxc3xa4t zu erfassen. Die Kompostprxc3xa4parate sollen hierbei die Erde aufschliessen (xc3xb6ffnen) um die kosmischen Wirksamkeiten aufzunehmen. Es gilt die Erde zu verwandeln, eine Art Wesensverwandlung, und sie zu verlebendigen, um somit eine Beziehung zu schaffen zwischen der
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Werk-Welt und dem Kosmischen. Entscheidend ist auch die Rhythmus-Frage. Es gibt keinen Rhythmus ohne Polaritxc3xa4t. Rhythmus ist ein stxc3xa4ndiger Wechsel aus Werden und Stillstand.
Es wurde darxc3xbcber hinaus das Bedxc3xbcrfnis und die Notwendigkeit gexc3xa4ussert, dass genxc3xbcgend Raum im Vorfeld und nach der Tagung geschaffen werden soll, um das Jahresthema mit Lebendigkeit zu erfxc3xbcllen.
So besteht auch der Wunsch nach Verankerung einer Kontinuitxc3xa4t bei der Wahl der jeweiligen Jahresthemen, da durch abrupte Wechsel die Pflege der jeweiligen Themen (Tier, Pflanze, Geld,…) und die Schaffung von geistige Substanz zusxc3xa4tzlich erschwert wird. Daran anschliessend wurde auf die Tatsache verwiesen, dass die Jahresthemen hxc3xa4ufig aus der Frage entstehen “Was brennt?” bzw. “Was geht im Alltag unter und will doch bewegt werden?”.
Es wurde vereinzelt angesprochen, nicht jxc3xa4hrlich eine Tagung zu veranstalten, um die Mxc3xb6glichkeit einer intensiveren Nachpflege zu schaffen. Ergxc3xa4nzend wurde darauf hingewiesen, dass der Tagungszeitraum bzw. die Tagung fxc3xbcr viele Interessenten im Interessenskonflikt mit der Biofach steht. Daran anknxc3xbcpfend wurde dennoch der Vorschlag gexc3xa4ussert, den Jahresabstand beizubehalten. Als weitere Mxc3xb6glichkeit wurde der Vorschlag eingebracht, die Tagung in jedem zweiten Jahr im Ausland (nicht am Goetheanum) stattfinden zu lassen.
Aus der Leitsatzarbeit “Das Michael-Christus-Erlebnis des Menschen”
Es wurde angesprochen, dass wir in einer Epoche der Freiheit leben und den Weg zwischen Ahriman und Luzifer selbst beschreiten mxc3xbcssen. Christus hat sich beim Mysterium von Golgatha mit der Erde verbunden. Mit der Erkenntnis, welche die Anthroposophie liefert, muss ich handeln und meinen Betrieb pflegen, mit den Engeln sprechen und deren Antworten ergreifen.
Hinweis auf die luziferischen Illusionen im Denken und Leben und den ahrimanischen Verlockungen. Daran anknxc3xbcpfend wurde der Blick auf die Illusion des frxc3xbchen Bildungsbxc3xbcrgertums gerichtet, welches der Ansicht war, dass man durch das richtige Lesen und eifriges Studieren der Schriften Homers, die Antworten fxc3xbcr die Zukunft erhalten kxc3xb6nne. Die dabei unterstellte 1:1-xc3x9cbertragbarkeit setzt jedoch eine fehlende Entwicklung zwischen den Zeiten Homers und der Moderne voraus.
Michael wird als der Verwalter der kosmischen Intelligenz beschrieben, welche im 9. Jahrhundert in die Hxc3xa4nde des Menschen gefallen ist und uns als modernen Menschen in den Ideenformen der Anthroposophie erscheint. Die Aktualitxc3xa4t der Ideen lebt auf durch das Denken im anthroposophischen Sinne.
Der Anfangssatz im Brief “Das Michael-Christus-Erlebnis des Menschen” “Wer die von grxc3xbcndlicher Empfindung getragene innere Anschauung von Michaels Wesen und Taten in seine Gesinnung aufnehmen wird, dem wird das rechte Verstxc3xa4ndnis davon aufgehen, wie eine Welt von dem Menschen zu nehmen ist, die nicht gxc3xb6ttlicher Wesenheit oder Offenbarung oder Wirksamkeit, sondern der Gxc3xb6tter Werk ist” setzt eine bestimmte Qualitxc3xa4t des Denkens voraus. Es wurde die Frage in den Raum gestellt, was sind die Eigenschaften dieses Denkens, welche Eignung haben, die vorausgesetzte Qualitxc3xa4t des Denkens zu erfxc3xbcllen?
Darxc3xbcber hinaus wurde die Frage bewegt, ob nur unserem Bewusstsein die Welt als Werkwelt erscheint. Die Frage bezieht sich auf die Stelle im Leitsatz “…kosmisch gerecht in sich aufnimmt…”. Es wurde darauf verwiesen “kosmisch gerecht” so zu verstehen, den Christus in sich aufzunehmen und sich nicht von Ahriman und Luzifer verleiten zu lassen. Der Gedanke wurde mit dem Hinweis auf die Stelle im Leitsatz ergxc3xa4nzt “…die Werkwelt spricht xc3xbcberall in ihren Formen laut vom Gxc3xb6ttlichen…”. Darxc3xbcber hinaus wurde angefxc3xbcgt, dass schon Paracelsus den Leib des Menschen als ein Abdruck des Kosmischen angesehen hat.
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Aus der Natur treten uns Gedanken, einem Lichtwirken gleich, entgegen, die wir in uns hineinleuchten lassen mxc3xbcssen und so in uns ein Empfindungserlebnis erzeugen. Der Mensch muss sich in die Sphxc3xa4re Michaels begeben.
Es wurde weiter darauf hingewiesen, dass wir nur den zu Ende gekommenen Formen gewahr werden. So ist die Betrachtung des Horns als ein reines Instrument der Verteidigung ein luziferischer Gedanke. Ihm verfalle ich ganz bei dessen Absxc3xa4gen. Der Goetheanismus bewirkt einen zusammenhangschaffenden Blick und hebt die Natur in die menschliche Erkenntnis. Durch die Umwege meiner Ideenformen wirkt durch mich das Michaelische.
Es wurde darxc3xbcber hinaus die Aufgabe des Menschen betont, sittlich-ethische Impulse in die Welt zu bringen. Diese kommen jedoch nicht aus der uns umgebenden Welt.
Zur Situation in der biologisch-dynamischen Arbeit
Christina Henatsch berichtet, dass laut einer Studie des Forschungsrings zur CMS-Hybrid-Technik (Hybridtechnik, welche mittels Protoplastenfusion eine cytoplasmatisch mxc3xa4nnliche Sterilitxc3xa4t erzeugt) in 5-10 Jahren nur noch CMS-Hybriden zur Verfxc3xbcgung stehen werden. Bei CMS handelt es sich um eine Art “Gentechnik light” und ist innerhalb der EU schon in breiter Anwendung. So enthalten beispielhaft Kohlsorten Plasma von Rettichen und Porree hxc3xa4ufig Zwiebelplasma.
Dieter Bauer bezeichnet die Zusammenarbeit mit Dorian Schmidt als wahres Glxc3xbcck. Mit seinen Mxc3xb6glichkeiten der Wahrnehmung des xc3x84therischen ist es mxc3xb6glich, dem Pflanzenwesen nxc3xa4her zu begegnen. Es wurden xc3xa4therische Wahrnehmungen an 30 Mxc3xb6hren- und 20 Kohlsorten durchgefxc3xbchrt. Nach Schmidt ist alles xc3x84therisches in Bewegung. Die Wahrnehmungen werden nach den Studien jeweils in Bilder xc3xbcberfxc3xbchrt. Dieter Bauer spricht in diesem Zusammenhang von “Zucht ‘auf’ Zusammenklang”. Als Kriterium wird u.a. die Empfxc3xa4nglichkeit der Pflanze fxc3xbcr kosmisches Wirken betrachtet. Dieter Bauer schlxc3xa4gt vor, Dorian Schmidt fxc3xbcr die Tagung zu gewinnen. Er ist sich der teilweise vorhandenen Vorbehalte gegenxc3xbcber Schmidt im Klaren, mxc3xb6chte den Vorbehalten mit den Goethe-Worte begegnen “…gegen die Vorzxc3xbcge eines andern, gibt es nur die Liebe”. Es wird durch Personen im Vertreterkreis darauf hingewiesen, dass es sich, auch in Anlehnung an den Michael-Brief, bei den Fxc3xa4higkeiten Dorian Schmidts bzw. dem Lichterernxc3xa4hrer Werner um “Verfrxc3xbchungen” handeln kxc3xb6nnte.
Peter Lange richtet von 145 Gartenbaulehrern Grxc3xbcsse an den Vertreterkreis aus. Peter Lange berichtet vom dem Bedxc3xbcrfnis der Schxc3xbcler, an den Gedanken Steiners zur Landwirtschaft anknxc3xbcpfen zu wollen. Dies setzt nach Peter Lange jedoch das Erleben von Authentizitxc3xa4t voraus.
Christoph Goebel berichtet von der entstandenen xc3–schelbronner Initiative zur Fxc3xb6rderung des Biologisch-Dynamischen Landbaus und der Landwirtschaftlichen Abteilung am Goetheanum. Damit zusammenhxc3xa4ngend berichtet er von den vergangenen Musikfesttagen MUSIK Fxc3x9cR DIE ERDE in xc3–schelbronn und verweist auf die kommenden Musiktage im Juni 2004 und bittet die Mitglieder des Vertreterkreises um ideelle Unterstxc3xbctzung. MUSIK Fxc3x9cR DIE ERDE schafft Raum fxc3xbcr Kunst und Kxc3xbcnstler, die durch ihre innige Zuwendung zur ihren Instrumenten Musik zum Erklingen bringen, wie auch die Menschen aus der biologisch-dynamischen Bewegung, die infolge ihrer kxc3xbcnstlerischen Zuwendung zur Erde diese mit Gedeihen erklingen lassen. Es gab eine durchweg gute Resonanz auf die vergangenen Musikfesttage, insbesondere von den sehr namhaften und internationalen Kxc3xbcnstlern.
Ilsabe Zucker berichtet von der Bxc3xa4uerinnen-Tagung auf dem Bauckhof. Die Tagung wurde vor dreissig Jahren von Maria Thun erstmalig initiiert. Wxc3xa4hrend den Tagungen werden seit den Anfxc3xa4ngen anthroposophische Themen bewegt. An der von freundlicher und liebevoller Stimmung getragenen Tagung waren insgesamt 85 Teilnehmerinnen anwesend. In diesem Kontext berichtete Ilsabe Zucker von der im Jahre 2000 stattgefundenen Tagung und der Teilnahme einer txc3xbcrkischen Soziologin. Ihr Interesse bestand darin zu erfahren, wie eine Gemeinschaft von Frauen xc3xbcber eine so lange Zeit bestehen kann.
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Julius F. Obermaier berichtet aus dem Rosenprojekt und den Anfxc3xa4ngen des Rosenanbaus in Georgien. Im Jahre 1898 wurde durch den russischen Zaren ein bulgarischer Rosenzxc3xbcchter zur Rosenxc3xb6lgewinnung nach Georgien berufen. Fast hundert Jahre spxc3xa4ter, 1990, wurden die Flxc3xa4chen mit Ausnahme von 3 ha in Weideland umgewandelt. Hier wird mittels primitiver Destillationskolben Rosenxc3xb6l gewonnen. In Zusammenarbeit mit der WALA wurde ein Projekt in die Welt gerufen, um auf 100 ha, mit den Sorten aus dem Jahre 1898, xc3–l zu gewinnen. Julius F. Obermaier berichtet darxc3xbcber hinaus, dass er von der UNO gebeten wurde, eine Studie xc3xbcber mxc3xb6gliche Alternativen zum Mohnanbau in Afghanistan zu erstellen. Die Wahl fiel nach seiner Aussage wohl aufgrund seiner umfassenden Erfahrung mit Rosen- und Salbenxc3xb6len und dem Thymiananbau auf ihn.
Almut Zxc3xb6schinger berichtet aus Spanien, dass die Mitglieder fxc3xbcr ihre gemeinsamen Treffen erhebliche Distanzen xc3xbcberbrxc3xbccken mxc3xbcssen. Es wurden zwei Arbeitsgruppen gebildet, von denen sich eine mit der Herstellung und Anwendung der Prxc3xa4parate und Problemlxc3xb6sungen beschxc3xa4ftigt und eine zweite, die ihren Schwerpunkt in Prxc3xa4parate-Kursen und Kursen fxc3xbcr biologisch-dynamische Landwirtschaft hat.
Rainer Sax teilt dem Vertreterkreis mit, dass im Rahmen eines Projektes seit 2003 eine Zusammenarbeit zwischen der Schweizer Hochschule fxc3xbcr Landwirtschaft und der Ukraine besteht. Inhalt des Projektes sind der Austausch von Praktikanten, der Aufbau von Pilotbetrieben und einer Werkstatt fxc3xbcr z.B. die Entwicklung neuer Bodengerxc3xa4te (Direktsaat). Derzeit verfxc3xbcgt die Ukraine noch xc3xbcber kein Kontroll- und Zertifizierungswesen fxc3xbcr den biologischen Landbau. Es ist geplant, auf den kontaminierten Bxc3xb6den biologisch-dynamischen Prxc3xa4parate einzusetzen und deren Wirkungen zu erfassen. Es wird darxc3xbcber hinaus versucht, ein Know-how samt technischer Ausstattung fxc3xbcr die Kxc3xa4seerzeugung aufzubauen. Aufgrund der xc3xb6rtlich vorhandenen mafixc3xb6sen Strukturen sind die Initiativen nur mit einem sozialem Umfeld aufrecht zu erhalten. Laut Rainer Sax versucht die ukrainische Regierung den bestehenden Tauschhandel zu zerstxc3xb6ren, da hier keine Steuern anfallen. Es gibt auch schon erste Schritte in Richtung neuer Geldsysteme.
Nach Nikolai Fuchs berichtet xc3xbcber Gesprxc3xa4che mit Johannes Wirz (Naturwissenschaftliche Sektion am Goetheanum), wonach gentechnisch verxc3xa4nderte Pflanzen auch ohne Exprimierung, dass heisst, das gentechnisch verxc3xa4nderte Merkmal kommt nicht zum Ausdruck (ist nicht “eingeschaltet”), ein wesentlich disharmonischeres Erscheinungsbild besitzen.
Margareta Vrhunc berichtet von ihrem Wunsch ein Projekt ins Leben zu rufen, welches Menschen die sich der Erde zuwenden mxc3xb6chten verbinden soll. Die biologisch-dynamische Bewegung in Slowenien verfxc3xbcgt derzeit xc3xbcber ca. 1000 Mitglieder, die sich in sieben Vereinen zusammengeschlossen haben. Die vorhandenen Satzungen reichen bei weitem nicht aus, um der ganzen Bewegung eine klare Richtung zu geben. In der Praxis ist die Frage ungeklxc3xa4rt, wer sich alles Berater fxc3xbcr biologisch-dynamischen Landbau nennen darf. Darxc3xbcber hinaus stellt sich die Frage, wie mit einem Verein umgegangen wird, der sich xc3xb6ffentlich gegen die Anthroposophie richtet.
Joachim Bauck regt eine verstxc3xa4rkte themenbezogene Zusammenarbeit mit den Kirchen gegen Gentechnik an. Er vertritt die Ansicht, dass wenn sich 20% der Bauern in der xc3–ffentlichkeit gegen Gentechnik richten, diese vor dem Aus steht. Es sollten darxc3xbcber hinaus vermehrt Absprachen zum Ausruf von gentechnikfreien Zonen getroffen werden. Joachim Bauck verweist auf die Informationen zu gentechnikfreien Zonen die bei Immo Lxc3xbcnzer zu beziehen sind.
Jean Michel Florin lxc3xa4dt im Namen der biologisch-dynamischen Bewegung in Frankreichan an die Loire zum kommenden Treffen des Vertreterkreises ein. Der Betrieb von Nicolas Joly liegt im “Garten Frankreichs”. In der Region wird sehr viel Wein- und Gartenbau betrieben sowie Saatgut erzeugt. Das Treffen findet unweit eines Zisterzienser Klosters, umgeben von Wein und Weiden, statt. Die xc3x9cbernachtung erfolgt im Dorf. Die franzxc3xb6sischen Freunde laden ganz herzlich zum gegenseitigen Austausch, zu einem Besuch eines Weingutes und eines weiteren Betriebes ein.
Richtlinien, Kontrolle und die Vertrauensfrage
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Nikolai Fuchs blickt auf das Jahr 1992 zurxc3xbcck. Bis zu diesem Zeitpunkt gab sich der xc3–kologische Landbau noch selbst die Regeln. Seit 1992 wurde die Richtlinienkompetenz an den Staat abgegeben, mit dem Vorteil, dass dieser sich, z.B. im Zuge der Frage nach der Koexistenz von Gentechnik und xc3–kologischen Landbau, der Verantwortung stellen muss.
Thomas Schmied von der Hofgemeinschaft Heggelbach berichtet von der durch Christian Czesla begleiteten sxc3xbcddeutschen Landwirtegruppe der “Werkstatt fxc3xbcr Unternehmensentwicklung”. Die “Werkstatt fxc3xbcr Unternehmensentwicklung” bietet eine Methode, um Gestaltungselemente in Betrieben zu erkennen und entwickelnd zu ergreifen. Ihr Herz ist die Gliederung eines Unternehmens in 12 Gestaltungs- und Entwicklungsfelder. Die inspirierende Quelle fxc3xbcr diese Gliederung sind Rudolf Steiners “12 Stimmungen” zu den Tierkreiszeichen. Die Durcharbeitung der 12 Bereiche hat in der Arbeitsgruppe u.a. zu der Frage gefxc3xbchrt, wie ein biologisch-dynamischer Betrieb nach aussen wirkt. Damit sind die Fragen der Kontrolle, Zertifizierung und Anerkennung auf engste verbunden. In der Arbeitsgruppe werden Kontrolle und Zeritifizierung nach gegenwxc3xa4rtigem Muster als unausweichliche Notwendigkeiten in der heutigen Zeit akzeptiert. Dagegen besteht ein deutliches Bedxc3xbcrfnis, dass die Form der Anerkennung neu gestaltet wird. So wurde gemeinsam ein Ansatz entwickelt, bei dem das bisherige, relativ statische und bxc3xbcrokratische Verfahren durch einen persxc3xb6nlichen, auf den Menschen und den Betrieb bezogenen Prozess ersetzt werden soll.. Ein Konzept fxc3xbcr entsprechende jxc3xa4hrliche Betriebsbesuche und Entwicklungsgesprxc3xa4che liegt bereits vor. Der neue Ansatz soll in einem nxc3xa4chsten Schritt an einem der in der Gruppe vertretenen Betriebe probeweise konkret durchgefxc3xbchrt werden.
Helmut Reiske stellt die Frage in den Raum, ob es ein Verfahren gibt, welches nicht zwischen Beobachtung und Wahrnehmung trennt und welches eine Koexistenz von Individualitxc3xa4t und Normierung schafft. In der Regel werden Leistungen durch Menschen anerkannt (z.B. mxc3xbcndliche Prxc3xbcfungen). Es wurde in Nordrhein-Westfalen ein Verfahren entwickelt, in dem die Anerkennung vor Ort, als auch im Rahmen einer Veranstaltung erfolgt und somit die Entwickelung von Vertrauen und die Entstehung einer Vertrauensgemeinschaft unterstxc3xbctzt. Dieses Verfahren soll wiederholt, weiterentwickelt und etabliert werden.
Joachim Bauck erinnert an die 70er Jahre. Zu dieser Zeit stellte sich noch die Frage, wie etwas auszusehen hat, was nach Dornach getragen wird. Durch den Betriebsspiegel entwickelte sich ein Bewusstsein des eigenen Hofes. Dieses Bewusstsein wurde durch Fragen angestossen. Die Kontrolle darf laut Joachim Bauck nicht im Vordergrund stehen, sondern die Anerkennung.
Manfred Klett wendet ein, dass der Verbraucher nicht zwingend an der Anerkennung teilhaben muss. In Anknxc3xbcpfung an die soziale Dreigliederung muss nur ein Konsens im Bezug auf das Wirtschaften gesucht werden. Es soll nach Manfred Klett differenziert werden, in welchem Feld ein jeder in rechter Weise wirken soll. Der Verbraucher steht in diesem Kontext ganz im Bereich des Rechtslebens, die Bauern sollen untereinander das Geistesleben pflegen. Somit sollte diejenigen an der Anerkennung teilhaben, die in rechter Weise mit der Thematik vertraut sind.
Thomas Lxc3xbcthi von Demeter International berichtet von der Bildung eines Akkreditierungsrates. Aufgabe dieses Rates ist u.a. der Austausch von Erfahrungen zwischen den einzelnen Lxc3xa4ndern. Hierbei sollen zur Schaffung eines gegenseitigen Verstxc3xa4ndnisses inhaltliche Aspekte wie auch Fragen zur praktischen Handhabung des Kontrollwesens ausgetauscht werden. Ziel ist das Erkennen von Entwicklungsmxc3xb6glichkeiten.
Rxc3xbcckblick auf die vergangene Tagung und Bedxc3xbcrfnisse an die kommende
Es wurde von den Teilnehmenden eine stimmungsvolle und von Herzenswxc3xa4rme getragene Tagung wahrgenommen. Die Arbeits- und xc3x9cbungsgruppen wurden als lebendig und wertschxc3xb6pfend empfunden. Die zum Teil zu hohen Teilnehmerzahlen in den Gruppen, die eingeschrxc3xa4nkte Wahlmxc3xb6glichkeit fxc3xbcr fremdsprachige TeilnehmerInnen, die mangelnde, jedoch fxc3xbcr einen schnellen
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Einstieg in das jeweilige Thema notwendige Vorbereitung und die teilweise im Vortragsstil gehaltenen Gruppen wurden als entwicklungsfxc3xa4hig erachtet.
Nachrichten
Die Landwirtschaftliche Abteilung hat seit Anfang Mxc3xa4rz einen xc3xbcberarbeiteten Internet-Auftritt (www.landwirtschaftliche-abteilung.org). Weitere Anregungen dazu sind herzlich willkommen.
Im Mxc3xa4rz diesen Jahres sind in der Landwirtschaftlichen Abteilung Studien zur Vergangenheit des Biologisch-Dynamischen zur Zeit des Nationalsozialismus, zum Sektenvorwurf uns zur Rassismusfrage vorlxc3xa4ufig abgeschlossen worden. Die Studien sind nicht verxc3xb6ffentlicht. Bei Interesse bitte bei der Landwirtschaftlichen Abteilung am Goetheanum melden.
Nikolai Fuchs konnte im April an einer zehntxc3xa4gigen Reise zu Salamitas in Sizilien teilnehmen und dabei einige der Betriebe der Cooperative (insgesamt 120 Betriebe) kennen lernen. Die gut bewirtschafteten Betriebe stehen jedoch leider einem zunehmenden Absatzproblem in Mitteleuropa gegenxc3xbcber, wobei sich der Handel zunehmend als Hxc3xbcrde erweist. Die Nachfrage von hier mxc3xbcsste stxc3xa4rker verbalisiert werden.
Im Zuge der Zusammenarbeit mit dem Brxc3xbcsseler Bxc3xbcro von Demeter International hat ein weiterfxc3xbchrendes Gesprxc3xa4ch mit der Kommission in Brxc3xbcssel zu den Prxc3xa4paraten stattgefunden. Eine Lxc3xb6sungsmxc3xb6glichkeit deutet sich an. Sie muss jedoch noch geprxc3xbcft werden.
Im Mai hat sich der Sektionskreis vor der Hochschultagung getroffen und das Jahresthema und die Landwirtschaftliche Tagung 05 vorbereitet.
Ebenfalls im Mai hat die Hochschultagung der Naturwissenschaftlichen Sektion und der Landwirtschaftlichen Abteilung stattgefunden. Die Tagung war eine schxc3xb6ne Grundlegung fxc3xbcr die Arbeit am Jahresthema.
Im Mai hat sich erstmals wieder der Initiativkreis fxc3xbcr Ernxc3xa4hrungsfragen am Goetheanum getroffen. Die Treffen werden nun wieder jxc3xa4hrlich stattfinden, das kommende am 27./28. Mai 2005. Der sektionsxc3xbcbergreifende Sektionskreis Ernxc3xa4hrung wird daneben weiter arbeiten. An dieser Stelle sei Dr. Petra Kxc3xbchne fxc3xbcr die Koordination der beiden Kreise herzlich gedankt.
Im Zuge der Zusammenarbeit mit dem Forschungsring in Darmstadt ist eine Studie zu den Auswirkungen der EU-Hygiene-Gesetzgebungen auf die Lebensmittelqualitxc3xa4t und die handwerkliche Verarbeitung fertig geworden (u.a. verxc3xb6ffentlicht in Das Goetheanum vom 20. Juni 04).
Die 80-Jahr Feier der biologisch-dynamischen Landwirtschaft zu Pfingsten in Botton-Village, England, war ein sehr gelungenes und inhaltlich reiches Fest. Die englischen Freunde haben eine wunderschxc3xb6ne Tagung veranstaltet. Manfred Klett und Nikolai Fuchs haben die Landwirtschaftliche Abteilung dort vertreten.
Zum Stand der Landwirtschaftlichen Tagung 05: Die Tagungsgestalt ist in groben Zxc3xbcgen fertiggestellt. Nun gilt es, die Mitwirkenden zu gewinnen. Wer gerne noch mitdenken mxc3xb6chte, ist herzlich dazu eingeladen.
Ende Juni wird zum zweiten Mal das Festival “Musik fxc3xbcr die Erde” in xc3–schelbronn nicht zuletzt zu Gunsten der Landwirtschaftlichen Abteilung stattfinden. Die Freunde um Christoph Gxc3xb6bel leisten dort einen beispiellosen Einsatz.
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15Leider zwischen zwei Vertreterkreiszusammenkxc3xbcnfte fallen xc3x9cberlegungen zum Umbenennen der Landwirtschaftlichen Abteilung in Landwirtschaftliche Sektion. Um die Gesichtspunkte wird aber noch gerungen.
Unser langjxc3xa4hriger Mitarbeiter Markus Hurter wird uns zum 31. August verlassen und sein eigenen Hofprojekt in Schopfheim weiter aufbauen. Es wird der Landwirtschaftlichen Abteilung durch eine freie Mitarbeit jedoch verbunden bleiben.
Ab dem 1. September 2004 wird Dr. Florian Leiber als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Landwirtschaftlichen Abteilung seine Arbeit aufnehmen. Es wird seine vorrangige Aufgabe sein, die Wissenschaftsfrage im Zusammenhang mit der biologisch-dynamischen Landwirtschaft zu bearbeiten.
Anfang Oktober werden die Brasilianischen Freunde 30jxc3xa4hriges Bestehen feiern. Nikolai Fuchs wird die Landwirtschaftliche Abteilung dort vertreten.
Termine 2004
Prxc3xa4parate-Arbeitskreis: 26. – 27. Oktober in Dornach
Sektionskreis Herbst: 26. – 28. Oktober in Frankreich
Vertreterkreis Herbst: 28. – 31. Oktober in Frankreich
Obstbautagung: 19. – 21. November in Dornach
Termine 2005
Sektionskreis Februar: 30. – 31. Januar
Vertreterkreis Februar: 31. Januar – 2. Februar
Landwirtschaftliche Tagung: 2. – 5. Februar

rondzendbrief 82

Rondzendbrief Nr 82 Herfst 2003
Overpeinzingen betreffende het jaarthema
Manfred Klett
Wat betekent en hoe ontstaat toegevoegde waarde?
Waarde in de hier bedoelde betekenis wordt voortgebracht indien menselijke arbeid wordt aangewend op de natuur. “…Waarde wordt geproduceerd, waarde ontstaat, waarde is een werking van arbeid en natuurobject…” (R. Steiner, nationaal economisch seminar GA 341). Zeker, de natuur brengt zelf dingen en wezens voort door de geest die in haar gestold is. Echter, pas door de mens krijgen ze een waarde, het natuurproduct als zodanig heeft nog geen waarde. De natuur is een wereld die klaar is, vol van schepselen, een werkgeworden wereld. Waarde krijgen betekent echter, dat de actieve geest van de mens via arbeid de gecrexc3xaberde wereld zo omvormt, dat daaruit iets ontstaat waaraan hij behoefte heeft. Toegevoegde waarde is dus tegenover de natuur-prestatie de som van alle cultuur-prestatie. Die kan zich daarom manifesteren op elk van de vier niveaus: dat van het geestelijke, dat van de ziel, dat van het levende en dat van het fysieke.
Op het fysieke terrein vormt de menselijke geest de minerale natuur om. Uit haar stoffen en krachten ontstaan machines, eigenlijk alle soorten traditionele technologie. Op het gebied van het levende schept hij waarde doordat hij de organische natuur en de in haar heersende stoffen en krachten omvormt, bijvoorbeeld tot vruchtvorming bij de cultuurgewassen. Op het terrein van de ziel en de esthetica ontstaat waarde doordat hij stenen, kleuren, klanken bijvoorbeeld vorm geeft in kunstwerken in de ruimste zin. Waardevorming in de geest zelf ontstaat er, als de mens zijn arbeid niet op de natuur aanwendt, maar op de creatieve geest zelf. Dat is bijvoorbeeld het geval in de wiskunde en de filosofie. Echter in de zuiverste en hoogste vorm wanneer de onderzoeker van de geest, zoals R. Steiner, de geest vormgeeft in ideexc3xabn. Antroposofie is vanuit die blikrichting zuiverste toegevoegde waarde in de geest, aldus is dat de inhoud van de landbouwcursus, evenals de preparaten die voortkomen uit de antroposofische geesteswetenschap.
Polair tegenover deze hoogste toegevoegde waarde vanuit de geest staat een andere, een geest ontwaardende toevoeging, zoals bijvoorbeeld in praktijk gebracht in atoom- en gentechnologie. Daar wordt arbeid aangewend op de ondernatuur.
In de BD-landbouw voegen wij waarde toe, met als eindresultaat de voedingsmiddelen, waar de
waardevorming in komt van alle vier genoemde niveaus: het fysieke door bemesting met preparaten, het “levend maken van de aarde zelf, het vaste,” de omvorming van de stof; het niveau van het leven
bijvoorbeeld door het kweken, verbouwen, verzorgen van de cultuurgewassen; het bewustzijnsniveau door veehouderij, voedering, verzorging en het fokken van huisdieren; het niveau van de geest door de ideexc3xabngedragen arbeid van de mens. Deze vier niveaus van waardevorming voegen zich nog eens samen tot een geheel op een hoger geestelijk plan door het organisme- en individualiteitsprincipe dat door de preparatenbemesting verwezenlijkt wordt. Een landbouwbedrijf op te vatten als een “soort individualiteit” is een zuiver geestelijke prestatie van de mens. Door de omzetting van het organismeprincipe (lichaam) en het individualiteitsprincipe (wezen) voltrekt zich de allereerste waardetoevoeging bij uitstek. Ieder worteltje, ieder tarwekorreltje, de melk draagt een stempelafdruk van de vierheid van de toegevoegde waarde in de eenheid. Alleen daardoor kan die toegevoegde waarde voldoen aan de voedingsbehoefte van de mens. De BD-boer brengt door zijn werken een hogere eenheid in de natuur teweeg en voegt daaraan een waarde toe voor lichaam, ziel en geest van de mens.
Vanuit de blikrichting van de toegevoegde waarde staan wij nog buiten het economisch leven. Pas als dit proces uitmondt in het eindproduct, in de regel bij de oogst, komen de functies van het economisch leven op gang door verdeling en consumptie van het geproduceerde. Dan komt het landbouwproduct door de hoeveelheid werk, dat werd verricht voor het ontstaan ervan, met een eigen objectieve waarde terecht in het economisch leven. Die is hoger, wanneer bijvoorbeeld het worteltje op arme grond gedijt, lager als dat worteltje er een gunstige groeivoorwaarde aantreft. De objectieve waarde hangt tegelijkertijd af van de natuurlijke bodemgesteldheid, want die bepaalt de mate van werk die nodig is om het worteltje te produceren.
De objectieve waarde is een feitelijk gegeven. In de zin van rationele kwantificeerbaarheid laat hij zich beslist niet opvatten. Een rekening voor kosten per eenheid kan men in de landbouw niet realiseren. Dat zou ook in tegenspraak zijn met de aard van het proces van de toegevoegde waarde. Het is anders als men probeert meer met het gevoel de objectieve waarde te pakken te krijgen. Men moet zich daartoe denkend en voelend voorstellen hoe het product worteltje ontstaat in verhouding tot alle andere producten, en hoe die weer in verhouding staan tot het productievermogen van het hele boerderijorganisme. Dat kunnen alleen diegenen die door hun werkervaring in het hele bedrijf deze gevoelservaring hebben. De rexc3xable objectieve waarde wordt pas ontsloten door het opstijgen naar bovenzintuigelijk inzicht van imaginatie en inspiratie.
Wat betekent prijs en hoe komt die tot stand?
“De prijs is de belangrijkste kwestie van het economisch leven” (R. Steiner). De prijs maakt kenbaar, uitgedrukt in geld, de waarde die door de mens wordt toegekend aan een product dat in het economische proces circuleert. Hij is het objectieve equivalent voor de momentele ruilwaarde van producten. Deze marktwaarde is echter niet identiek aan de ‘objectieve waarde’. De prijs staat evenwel hiermee in direct verband. Op dit verband wijst R. Steiner: “… alles wat (koop)waar is heeft een werkelijke objectieve waarde … Als een product een bepaalde prijs op de markt heeft, kan deze prijs voor de werkelijk objectieve waarde te hoog of te laag zijn, of ermee overeenstemmen. Echter, zo weinig doorslaggevend de prijs is die ons uiterlijk tegemoet kan treden – hij kan door willekeurige verhoudingen vervalst zijn – zo waar is het dat men anderzijds de objectieve waarde van een product zou kunnen aangeven. Ten minste, als men is staat zou zijn om alle duizend en tigduizend afzonderlijke voorwaarden te kunnen opsommen die met produceren en consumeren te maken hebben.” (R. Steiner, Die wirklichkeit der hxc3xb6heren Welten, GA 79, voordracht 30.11.1921 Die Kardinalfrage des Wirtschafslebens). De prijs zou dus op zo’n manier des te billijker, realistischer zijn hoe meer hij de objectieve waarde benadert. Daarvan zijn wij tegenwoordig verder verwijderd dan ooit. Zolang men in de oereconomie nog ruilhandel bedreef, respectievelijk op de dorps- en weekmarkten de prijzen binnen regionale grenzen in rechtstreeks verband met de oerproductie gevormd werden, waren de voorwaarden voor de productie nog overzichtelijk, men stond dichter bij de objectieve waarde. Vandaag orixc3xabnteert de prijsvorming zich hier niet aan, maar aan de prijs die voor de menselijke arbeid betaald wordt. Abstract kan men zeggen dat de prijs ontstaat uit niets anders dan uit de som van de lonen en inkomsten, beginnend bij de winning van grondstoffen, via kapitaalrendement en winst voor de ondernemer tot aan het eindproduct en de verdeling ervan. Net zo abstract kan men daaruit concluderen dat men daarmee toch dicht bij de objectieve waarde komt, want die ontstaat
immers doordat de mens arbeid aanwendt op de natuur. Concreet echter wordt de prijsvorming in hoge mate vervalst doordat er prijzen mee vermengd worden van prestaties en dingen die helemaal geen prijs mogen/kunnen hebben. Dat is de arbeid, de grond en het kapitaal. Zij vallen onder het rechtsleven en krijgen hun waarde vanuit voorwaarden van het geestesleven, dat wil zeggen de bekwaamheid van mensen die omgaan met grond en kapitaal. Maakt men deze rechtsgoederen tot koopwaar, dat wil zeggen krijgen ze een prijs, dan komt er een gigantische hoeveelheid geld in omloop, die niet overeenkomt met een tegenprestatie en dus inflatoir werkt.
Met betrekking tot prijsvorming in de landbouw komt er nog een belangrijke factor bij de reeds genoemde. Als de landbouw namelijk trouw wil blijven aan haar wezen en zodoende aan de vorming van de werkelijk objectieve waarde, dat wil zeggen wil zij overeenkomstig het organisme- en individualiteitsprincipe veelzijdig produceren, dan kan zij niet net zo arbeidsverdelend produceren als de industrie. De werkverdeling is immers ontstaan met en door de industrie. Werkverdeling maakt goedkoper; hoe meer het werk bij de productie verdeeld wordt, des te goedkoper worden de producten. De landbouw kan daarmee des te minder concurreren, hoe totaal omvattender zij produceert. In dat opzicht en bovendien tegenover de landbouwindustrie die arbeidsverdelend produceert is de BD-landbouw hopeloos zwak.
Trendmatig geldt dat, zoals de subsidiepolitiek laat zien, voor heel de landbouw. Subsidies, om het even van welke aard, vervalsen de prijsvorming in de landbouw. Wat zij omvatten zou de inhoud van de prijzen moeten zijn. De belastingbetaler betaalt xc3xa9xc3xa9n keer rexc3xabel (als consument) en xc3xa9xc3xa9n keer anoniem. Op deze manier kan er nooit bewustzijn ontstaan dat in staat is het ‘occulte’ proces van de prijsvorming in de landbouw op te helderen.
De subsidies zijn in de industrielanden gestegen in de mate waarin de arbeidsverdelende zogenaamde vrije wereldmarkt zich heeft ontwikkeld. Die verlaagt, gekoppeld aan de landen die lage lonen hebben, de prijzen dermate dat zelfs de subsidies spoedig niet meer in staat zullen zijn een productie die overeenkomt met de bodemoppervlakte in uitgestrekte delen van Europa in stand te houden. Zeker, omdat de situatie economisch zo precair is, komen we zonder subsidie niet uit. En toch betekenen subsidies mijn inziens een sociale leugen, en wel om volgende redenen:
– Zij maken de wereldmarktprijs, als de enige maatgevende en alles onderdrukkende, blijvend onwrikbaar en veroorzaken tegenover de derdewereldlanden, die hun producenten geen subsidies kunnen betalen, dumpprijzen. Landbouwexport naar die landen destabiliseert hun regionale markten en maakt de armen nog armer.
– Zij worden – blijkbaar door iedereen geaccepteerd – in de industrielanden tegenover de belastingbetaler gerechtvaardigd als speciale prestaties van de boer voor het behoud van cultuurlandschap en soortendiversiteit et cetera. Die prestaties echter circuleren niet als koopwaar in het economisch leven; ze kunnen daarom ook geen eigen prijs hebben; ze zijn een gexc3xafntegreerd bestanddeel van de toegevoegde waarde, dat wil zeggen resultaat van de bekwaamheden van de werkende mens. Het organismeprincipe van de landbouw kent geen speciale prestaties die van buitenaf gehonoreerd moeten worden.
– Zij houden de fictie in stand dat de boer een ondernemer is in economische zin, om winst te maken. Zij verhullen daarmee het feit dat ondernemerschap per slot van rekening alleen een geestelijk ondernemerschap kan zijn met het oog op de toevoeging aan de objectieve waarde.
Als men de praktijk van de subsidies in deze betekenis zou opvatten, zou men moeten toegeven dat zij de doodsteek geven aan de legende: landbouw is een ambacht zoals ieder ander, met het doel om geld te verdienen.
Men kan in een deel van de subsidies, bijvoorbeeld in de financixc3xable steun voor gebouwen in zoverre iets positiefs zien, dat daarmee de maatschappij zorgt voor een hedendaagse kapitaalinvestering van de landbouw. In principe voegt de landbouw geen kapitaal toe in monetaire zin. In de landbouw is het instandhouden en verhogen van de bodemvruchtbaarheid, alsook het instandhouden en ontwikkelen van cultuurgewassen en huisdieren te vergelijken met industriekapitaal. Kapitaal dat nodig is voor machines en gebouwen kan de landbouw, als zij trouw is aan zichzelf, niet opbrengen. Tegenwoordig is zij daartoe gedwongen. Daardoor echter wordt de prijs van bijvoorbeeld een worteltje, overeenkomstig haar objectieve waarde, vermengd met de prijs van een andere toegevoegde waarde van buiten de landbouw, bijvoorbeeld die van een wortelrooimachine.
Aangezien dat zo is levert het onvermijdelijk twee consequenties op. Ten eerste wordt de productie daardoor relatief en puntsgewijs eenzijdig en goedkoop gemaakt (monocultuur): men wordt, of men nu
wil of niet, een marktbeheersende concurrent op kosten van het milieu en de medeproducent. Ten tweede zouden echter de kosten van machines en gebouwen, dat wil zeggen hun afschrijving, meegerekend moeten worden in de prijzen. Als dat in zijn volle omvang zou gebeuren, dan zou bij de tegenwoordige kapitaaloverstroming van de landbouw het prijsniveau de objectieve waarde van het landbouwproduct te boven gaan. De levensmiddelen zouden te duur worden. Vanuit dit gezichtspunt is het alleen maar logisch (zie citaat hierboven), dat prijzen evenzeer te laag als ook te hoog kunnen zijn. Dat is in de warboel van de wereldeconomie, die gevormd is door winstbejag, heden ten dage niet zonder meer vast te stellen.
Mijns inziens zal het in de toekomst niet de taak van de overheid zijn, maar van de industrie die arbeidsverdeling toepast, om kapitaal beschikbaar te stellen aan de landbouw en niet aan de aandeelhouder. De landbouw heeft het nodig voor haar waardetoevoeging, waardoor xc3xbcberhaupt pas een rexc3xable prijsvorming mogelijk wordt die overeenkomt met de objectieve waarde.
Het kernpunt in de landbouw is: hoe kan de prijs weer nader bij de werkelijk objectieve waarde komen? Op den duur kan het niet zo zijn dat men onopvallend deelneemt aan de prijsvorming van de eerste en tweede fase van verdere verwerking, dat wil zeggen door de groothandel uit te schakelen in de boerderijwinkel en de prijs int die de consument moet betalen. Dat zijn overgangsstappen.
Exc3xa9n ding is mijns inziens zeker: de agrarische wereldmarkt biedt geen oplossing voor prijsvraagstukken die aan de orde zijn. In tegendeel, hij dreigt elke positieve inspanning voor regionale vormgeving in de kiem te smoren. Echter, alleen regionaal doen zich mogelijke vormen voor omdat alleen daar de objectieve waarde als orixc3xabntatiepunt voor de prijsvorming gevonden kan worden in gesprek met de handelspartner. In die objectieve waarde zit immers ook de inzet van geest in de arbeid.
Niet de betaalde arbeid kan de prijsvorming bepalen – de arbeid is geen kostenfactor – maar de behoeften van levensonderhoud. Ik bedoel, ook voor de landbouw geldt het door R. Steiner genoemde voorbeeld van de schoenmaker: het paar leren laarzen dat de schoenmaker maakt, heeft een prijs die het levensonderhoud dekt van hemzelf en zijn gezin tot aan het vervaardigen van het volgende paar laarzen. Waarom kan de totale productie van een landbouwbedrijf niet een geldwaarde hebben die het levensonderhoud in de ruimste zin dekt van alle medewerkers totdat er over een jaar weer een totale productie is voortgebracht? Dan zou alleen de geldwaarde in de prijs van de afzonderlijke soorten producten moeten worden vastgesteld, waarbij de verdeelsleutel zich orixc3xabnteert aan het niveau van de op dat moment geldende marktprijs. Omdat tot nader order niet vooropgesteld kan worden dat het kapitaal voor gebouwen en machines financieel neutraal ter beschikking gesteld wordt voor gebruik, zouden de kosten daarvan bij de geldwaarde van de totale opbrengst gerekend moeten worden. Het spreekt vanzelf dat dit soort prijsvorming zich moet voltrekken onafhankelijk van de verdere verwerking en handel op het bedrijf. Daarvoor zou op soortgelijke wijze telkens een eigen prijsvorming moeten worden afgesproken.
Pas op basis van scheiding van werk en inkomen en de beschikbaarheid van grond en kapitaal die verkoopbaarheid uitsluit, pas op basis dus van helder zicht op de eigen prijsvorming, kunnen handelspartners met elkaar een prijsgesprek beginnen, waarin in plaats van eis en egoxc3xafsme, begrip en wederzijdse verplichting toonaangevend worden.
Het waarnemings- en oordeelsorgaan, dat dit prijsgesprek tot stand brengt kan dan een economische associatie worden genoemd. Waar anders, dan uitgaande van de landbouw kunnen wij tegenwoordig gedeeltelijk het associatieprincipe realiseren?
Het vraagstuk van de geldstromen
Geld heeft zich gexc3xabmancipeerd van zijn functie, verbindend middel te zijn van de ruilhandel. Het is zelf als ‘trekkingsrecht op koopwaar’ verworden tot handelbare waar. Daardoor vloeien of beter trekken kolossale geldmassa’s rond om de wereldbol, die niet worden gedekt door rexc3xable toegevoegde waarde of zoals eertijds door goud. Zij worden speculatief, gedragen door de wens naar prestatieloos inkomen, daarheen gedreven, waar het grootste rendement te verwachten is. De investeringsfondsen zijn de instrumenten die deze zondvloedachtige geldmassa’s besturen.
De landbouw staat tegenover deze fictief-speculatieve pool wanhopig afgewezen aan de andere pool, die van de rexc3xable toegevoegde waarde, preciezer: van de oerproductie. De geldstromen die deze oerproductie direct teweegbrengt zijn, deel hebbend aan het Bruto Nationaal Product, nagenoeg verwaarloosbaar klein; natuurlijk niet die van de daarop volgende verwerkingsketen. Hoe gering de geldstroom ook is die terugvloeit uit het economisch leven naar de landbouw, hij is toch de enige die mijns inziens tegenwoordig binnen de wereldwijde kapitaalverstrengeling vorm gegeven kan worden.
Met betrekking tot die vormgeving moeten wij drie verschillende geldkwaliteiten onderscheiden: koopgeld, leengeld en schenkgeld.
Koopgeld stroomt het snelst van hand tot hand. Daarin wordt rechtstreeks het equivalent uitgedrukt voor de waarde van het product, de prijs. Koopgeld heeft betrekking op iets dat reeds ontstaan is, op het verleden. Daarom is dat het werkelijke verbindende middel in het economische leven en is het tegenwoordig dat wat volgens het devies ‘goedkoop, goedkoop’ stimuleert tot omzet, om in de concurrentiestrijd te kunnen voortbestaan.
Met koopgeld heeft de boer in eerste instantie te maken. Het lage prijsniveau van zijn veelzijdige productie kan hij maar zeer beperkt in evenwicht brengen door omzetvergroting en prijsverhoging. Hij komt aan een grens die niet rechtstreeks te bexc3xafnvloeden is door de almacht van de agrarische wereldmarkt. Het vorm kunnen geven aan koopgeldstromen is om te beginnen alleen regionaal mogelijk, dat wil zeggen daar waar aan de consument aanschouwelijk en plausibel gemaakt kan worden wat de voorwaarden zijn voor het ontstaan van de objectieve waarde. Zonder het actieve meewerken van de consumenten aan de sturing van de koopgeldstromen in de richting van oerproductie zal het in de toekomst niet meer gaan.
In leengeld sluimert een nog nauwelijks begrepen geheim. Dat is toegedekt omdat leengeld door de activiteit van banken en investeringsfondsen, door speculatief kopen en verkopen van rente iets geworden is wat evenals koopgeld in het economisch leven circuleert. De stroom van het leengeld behoort echter rechtstreeks tot het rechtsleven. Daaraan ligt een contract ten grondslag op langere termijn, waardoor het zeer veel langzamer dan koopgeld stroomt. Het is geheel werkzaam in de tegenwoordige tijd en wordt in werking gesteld door innovatieve ideexc3xabn, door mensen met ondernemingsgeest aan wie degene die beschikt over geldoverschotten, of dus de bank, geld leent.
Leengeld berust op het principe van wederkerigheid. Oorspronkelijk betekende die wederkeurigheid dat als ik geld uitleen, ik ook weer geld te leen krijg wanneer ik geld nodig heb. Zolang dat onder primitieve omstandigheden gold bestond er geen rente. Die ontstond pas toen de rechtsverhoudingen gecompliceerder werden, vooral toen de arbeidsverdeling op gang kwam. Rente ontstaat en krijgt een zekere gerechtvaardigheid in het zaken doen doordat de uitlener afziet van het recht op wederkerigheid en in plaats daarvan rente krijgt. “In rente hebben wij de gerealiseerde wederkerigheid. Wij hebben die alleen omgezet in de abstracte vorm van geld.” (R. Steiner, Nationalxc3xb6konomischer Kurs, GA 340, 10.Vortrag).
Leengeld helpt intenties te verwezenlijken. De daarbij passende vorm is het op de persoon gegeven persoonskrediet. Het zakelijk vastgestelde krediet, bijvoorbeeld het hypothecaire krediet, houdt in dat de grond verkocht kan worden.
De landbouw van vandaag is ten gevolge van de grote kapitaalbehoefte met betrekking tot gebouwen en machines in hoge mate aangewezen op leengeld voor een geruime tijd, in de grond van de zaak op renteloos krediet. Als hij zou kunnen beschikken over renteloos leengeld, dan zou via de afschrijvingspercentages, die nu eenmaal noodzakelijk zijn, het geld weer terug kunnen vloeien. Vanuit de optiek van de onverkoopbaarheid van grond en kapitaal, heeft per slot van rekening al het kapitaal dat de landbouw binnenstroomt leengeldkarakter.
Om in deze richting bekwaam te worden, zou men kunnen denken aan het openen van een soort trustkantoor zonder winstoogmerk, dat renteloze leningen bemiddelt aan boeren uit ingelegd geld en schenkingen van mensen die de noodzaak en de mogelijkheid van nieuwe vormgeving van leengeldstromen in samenhang met de landbouw inzien.
Schenkgeld, overeenkomstig zijn ware aard, is eveneens nog niet op sociaal effectieve wijze begrepen. Er kleeft xc3xb3f iets aan van een mecenas of een sponsor, xc3xb3f het wordt langs de wettelijke weg van belastingen en heffingen gemobiliseerd, zonder dat het proces gestuurd wordt met het eigen verstand.
Het kan alleen bevrijd worden uit deze subjectieve binding, dat wil zeggen uit de geleide economie van de staat, als men aan het geld niet, zoals heden ten dage gebeurt, door allerlei stabiliseringsmaatregelen een duurzame waarde geeft, maar als men het laat ‘verouderen’, dat wil zeggen dat het op een vastgesteld tijdstip zijn waarde verliest.
R. Steiner spreekt daarom over jong en oud geld (Nationalxc3xb6konomischer Kurs, GA 340, 12.Vortrag). Het jonge geld veroudert van de uitgiftedag tot aan de ontwaardingsdag. Voortdurend wordt jong geld uitgegeven, voortdurend verdwijnt oud geworden geld uit de economische kringloop. Het jonge geld zou dan in een gesloten economisch gebied, omdat het zijn ‘levensduur’ nog voor zich heeft, de hoogste waarde hebben en dicht bij de oerproductie (landbouw) in de vorm van koop- en leengeld actief zijn. Hoe ouder het geld wordt, hoe dichter het dus zijn vervaldatum nadert, des te meer krijgt het door zichzelf het karakter van schenkgeld. Voordat het op de vastgestelde tijd ‘sterft’ wordt het om zo te zeggen voor de laatste keer opgebruikt. Dat vindt plaats als de behoefte van de mensen wordt gedekt die op geestelijk terrein actief zijn.
Op zo’n manier financiert schenkgeld bijvoorbeeld onderwijs en opvoeding, onderzoek en vakopleiding et cetera. Met zijn hulp wordt de basis geschapen voor de ontwikkeling van nieuwe vaardigheden en voor de ontplooiing van initiatiefkracht. Het terugstromen uit het gebied van het schenkgeld is daardoor niet meer in de vorm van geld, maar kan gezien worden in de activering van geestkracht die nieuwe wegen wijst voor de oerproductie en zodoende van daaruit de koop- en leengeldstromen activeert.
Pas door de praktijk van het verouderende geld kunnen de drie geldkwaliteiten tot hun volle recht komen. Dan pas zal het mogelijk zijn dat de toegevoegde oerwaarde van de landbouw haar werkelijke waarde in het economische proces terugkrijgt. Het kan zijn dat de nood ons spoedig zal dwingen, in een gesloten economisch gebied met een dergelijke praktijk te beginnen.
In de BD-landbouw hebben wij in hoge mate schenkgeld nodig om ons onderzoek, onze voorlichting, de opleiding, het werk van de landbouwsectie in het Goetheanum en de noodzakelijke taken van de federatie te financieren. De gangbare landbouw hoeft voor zulke aangelegenheden niet in te staan. De staat steunt hem als schenkgeldgever en de industrie heeft dat voor het eigen belang op het oog. Door instellingen, zoals bijvoorbeeld in Duitsland het Trustkantoor-zonder-winstoogmerk en het Zaaigoedfonds alsmede de Stichting Landbouwtoekomst, alsook door stichtingen en schenkingen van veel particulieren, niet in de laatste plaats de BD-boeren zelf, vloeit een stroom van schenkgeld naar de BD-landbouw. Dankzij dat feit kunnen wij ons eigen onderzoek en onze eigen plantenkweek verrichten, eigen opleidings- en bijscholingscursussen aanbieden, alsook met omvangrijk federatiewerk naar binnen werken en naar buiten in de publiciteit treden.
Verder kan schenkgeld ingezet worden om de schuldenlast van bedrijven te verlichten, grond vrij te kopen uit oude rechtsbetrekkingen en, sinds de hereniging van Oost- en West-Duitsland in 1990, de eerste inrichting met levende en dode inventaris van beginnende BD-bedrijven in de voormalige Oostbloklanden te financieren.
Uit het voorgaande kan duidelijk worden dat de economische verhoudingen voor een gunstige ontwikkeling van de BD-landbouw alleen tevredenstellend vorm gegeven kunnen worden als dat tegelijkertijd gebeurt onder de wettelijk en geestelijk noodzakelijke voorwaarden.